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Landesamt für Verfassungsschutz

Informationen zur Sicherheit

"Informationen zur Sicherheit“ aus der 24. KW 2013 vom Landesamt für Verfassungsschutz -Teil 2

13.06.13 - Neue Partei in Russland Putin gründet seinen eigenen Wahlverein
Präsident Wladimir Putin lässt in Moskau die Allrussische Volksfront gründen. Die neue Partei könnte eines Tages die jetzige Regierungspartei Einiges Russland ersetzen. Deren Politiker handeln zwar zuverlässig in Putins Sinne, gelten im Volk aber als "Gauner und Diebe". Er müsse jetzt eine dumme Frage stellen, sagt der Regisseur Stanislaw Goworuchin, und für einen Moment wird es still im Saal mit den 480 aufgekratzten Männern und Frauen in der Moskauer Manege direkt vor den Mauern des Kreml. Es liegt ein bisschen Erschrecken in dieser Stille und ein bisschen Erlösung. Erschrecken, weil zum ersten Mal an diesem feierlichen Tag jemand ein negatives Wort ausspricht. Erlösung, weil man Enthusiasmus in reiner Form auch nicht viel länger ertragen kann. "Wen sollen wir zu unserem Anführer machen?", fragt der 77-Jährige mit dem grauen Schnauzer.

Quelle: Sueddeutsche.de
http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-partei-in-russland-putin-gruendet-seinen-eigenen-wahlverein-1.1695387

Nordkorea
13.06.2013 - Pjöngjang gibt sich launisch: Entspannung auf Koreanisch
Die Zeit des Säbelrasselns ist vorbei, dennoch bleibt das Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea mehr als kompliziert. Das zeigt das diplomatische Geplänkel um die Wiederaufnahme von Gesprächen zwischen den beiden Staaten. Die Gespräche wurden am Mittwoch kurzfristig abgesagt, nun hat das kommunistische Re-gime verbal nachgelegt. Das "Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas" beschuldigte Seoul, mit Absicht ein Hindernis für die Gespräche ge-schaffen zu haben. Das Komitee gehört zur Kim Jong Uns Arbeiterpartei. Der Verlauf der Verhandlungen deutet allerdings darauf hin, dass das Gegenteil der Fall ist. Nordkorea stößt sich daran, dass der Süden keinen Minister zu den Verhandlungen schicken wollte. Tatsächlich war es selbst dazu nicht bereit. Das Regime Kim Jong Uns präsentiert sich einmal mehr als launische Diva. Vergangene Woche hatte Pjöngjang angedeutet, dass man wieder zu Gesprächen bereit sei. Der Weg zu einer Annäherung ist allerdings äußerst lang. Im von beiden Staaten gemeinsam betriebenen Gewerbegebiet Kaesong produzieren 53.000 nordkoreanische Arbeiter Waren für den Süden, was es zu einer wichtigen Devisenquelle für Kim Jong-Un macht. Immer wenn die Tore des Wirtschaftsparks geschlossen werden, ist das ein Zeichen dafür, dass die Lage sehr ernst ist, berichteten Korea-Experten. So verwundert es nicht, dass Kaesong das erste Thema ist, über das sich beide Seiten wieder an-nähern. Beide Seiten dürften an einer Entspannung interessiert sein. Schließlich wünschen sich die zahlreichen dort ansässigen Firmen aus Südkorea, dass die Produktion bald wieder anläuft.

Quelle: n-tv
http://www.n-tv.de/politik/Entspannung-auf-Koreanisch-article10815331.html


ISLAMISMUS / TERRORISMUS

Inland
11.06.2013 - Islamkritiker bangt um sein Leben - Salafist ruft Fatwa gegen Deutschen aus
Für gewöhnlich steht Hamed Abdel-Samad im Rampenlicht. Der deutsch-ägyptische Publizist ist ein beliebter Gast in Talk-Runden. Jetzt ist Abdel-Samad unterge-taucht. Am Freitagabend hat der ägyptische Scheich Assem Abdel-Maged eine Fatwa gegen den Publizisten ausgerufen, eine Aufforderung an alle Musli-me, den Schriftsteller umzubringen. Der salafistische Fernsehsender "Al-Hafez" verbreitete das Todesurteil landesweit. Auslöser der Hatz war ein Vortrag, den Abdel-Samad in der vergangenen Woche in Kairo gehalten hat. Der Autor von Büchern wie "Mein Abschied vom Himmel" und "Der Untergang der islamischen Welt" vertrat darin eine scharfe These: Der religiöse Faschismus sei kein Phänomen einer verschrobenen Auslegung des Islam dieser Tage, der religiöse Faschismus sei im Islam selbst begründet und schon von Mohammed propagiert worden. Offiziellen Charakter erhielt die Fatwa als Scheich Abdel-Maged, ein Führer der militan-ten islamistischen Bewegung "Dschamaa Islamiya", sich im Fernsehen zu Wort meldete. Abdel-Samad kam 1972 in Ägypten als Sohn eines sunnitischen Imams zur Welt. 1995 zog er im Alter von 23 Jahren nach Deutschland und nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an. Er wurde, wie er es in seinem Buch "Mein Ab-schied vom Himmel" beschreibt, auf Widersprüche in seinem Leben und in seiner Kultur aufmerksam. Heute forscht der frühere Antisemit am Institut für jüdische Ge-schichte und Kultur an der Universität München, ist Mitglied der deutschen Islamkonferenz. Seinen Glauben hat er bei seinem Wandel nicht abgelegt. Er setzt al-lerdings auf einen Islam ohne Scharia, Dschihad und Frauenverachtung. Kurz nach dem Ausruf der Fatwa sagte Abdel-Samad "Spiegel Online", dass es bei der Morddrohung nicht nur eine religiöse Motivation gebe. Auch angesichts dieses möglichen politischen Motivs forderte Abdel-Samad als deutscher Staatsbür-ger, dass die Bundesregierung die Fatwa verurteilt und Präsident Mursi auffordert, gegen die Urheber vorzugehen. Aus Kreisen des Auswärtigen Amtes er-fuhr n-tv.de, dass der Geschäftsführer der ägyptischen Botschaft einbestellt wurde. Vertreter der Bundesregierung forderten die ägyptischen Behörden in dem Ge-spräch demnach auf, die Veröffentlichung und Ausstrahlung von Mordaufrufen zu unterbinden.

Quelle: n-tv
http://www.n-tv.de/politik/Salafist-ruft-Fatwa-gegen-Deutschen-aus-article10802466.html

Ausland
10.06.2013 - "Sie beschießen alles" - Taliban attackieren Kabuler Flughafen
Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben einen Angriff auf den Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul gestartet. Aus der Gegend des Airports wa-ren stundenlang Explosionen und Schüsse zu hören. Nach Angaben eines Taliban-Sprechers galt der Angriff dem militärischen Teil des Flughafens, auf dem auch ein Isaf-Stützpunkt ist. Die Angreifer hätten zwei Gebäude in der Nähe des Airports erobert, teilte die Polizei von Kabul mit. Die Polizei habe die im Bau befindlichen Ge-bäude westlich des Flughafens inzwischen weiträumig abgeriegelt und die Aufständischen umzingelt. Drei Angreifer seien getötet worden. Nach Angaben eines afghanisch-en Regierungsvertreters waren die Angreifer mit Granatwerfern und Maschinengewehren bewaffnet. "Sie beschießen alles, auch den Flughafen." Der schwerbewachte Air-port von Kabul wird sowohl für den zivilen Luftverkehr als auch für militärische Zwecke genutzt. Auf ihm ist auch ein großer Stützpunkt der internationalen Afghanistan-Truppe Isaf. Der Flughafen wurde wegen des Taliban-Angriffs für alle Flüge gesperrt. Nato-Soldaten unterstützten die afghanischen Sicherheitskräfte beim Vorgehen gegen die Taliban-Kämpfer, wie ein Isaf-Sprecher mitteilte. Die US-Botschaft ließ ihren Alarm ertönen und warnte über Lautsprecher, dass es sich nicht um eine Übung handele. Die Taliban bekannten sich über einen ihrer Sprecher zu dem Angriff. Die Taliban hatten Ende April ihre diesjährige "Frühjahrs-offensive" in Afghanistan gestartet und neue Anschläge angekündigt. Als Ziel wurden dabei unter anderem Militärflughäfen der Nato-geführten Truppe sowie diplomatische Einrichtungen genannt.

Quelle: n-tv/AFP
http://www.n-tv.de/politik/Taliban-attackieren-Kabuler-Flughafen-article10792291.html


PROLIFERATION / EMBARGOS / WAFFENHANDEL

09.06.13 - Iran bringt Reaktorbehälter in Atommeiler Arak an
Teheran ist nach eigenen Angaben bei seinem Atomprogramm entscheidend vorangekommen. Wie staatliche Medien berichteten, wurde an dem im Bau be-findlichen Schwerwasserreaktor im zentraliranischen Arak in Anwesenheit von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad erfolgreich ein Reaktorbehälter angebracht. Der Leiter der iranischen Organisation für Atomenergie, Fereidun Abbasi Dawani, sprach von einem "großen Schritt nach vorn". Bis März 2014 solle der Re-aktor mit virtuellem Treibstoff getestet werden, sagte er der Nachrichtenagentur Isna. Teheran teilte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit, dass der Reaktor Ende 2014 betriebsbereit sein wird. Nach offizieller Darstellung soll er für die Herstellung von Plutonium zu medizinischen Zwecken verwendet werden. Die USA und ihre Verbündeten befürchten jedoch, dass hoch angereichertes Plutonium zum Bau einer Atombombe gebraucht werden könnte.

Quelle: Google.com
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gBjLUfu3eVtcyqso3ae1E9MnVZ0g?docId=CNG.7120acef91bb70b883cc85a8072cf765.261

11.06.2013 - Anklage gegen drei mutmaßliche Mitglieder der „Forces Démocratiques de Libération du Rwanda“ (FDLR)
Die Bundesanwaltschaft hat am 27. Mai 2013 vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf Anklage gegen den 49-jährigen deutschen Staatsange-hörigen Bernard T., den 44-jährigen deutschen Staatsangehörigen Felicien B. und den 67-jährigen deutschen Staatsangehörigen Jean Bosco U. wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung „Forces Démocratiques de Libération du Rwanda“ (FDLR) erhoben (§ 129b Abs. 1 i.V.m. § 129a Abs. 1 Nr. 1 StGB). Der Angeschuldigte Bernard T. ist darüber hinaus hinreichend verdächtig, gegen das Außenwirtschaftsgesetz ver-stoßen zu haben (§ 34 Abs. 4 Nr. 2 AWG).

Quelle: Der Generalbundesanwalt
http://www.generalbundesanwalt.de/de/showpress.php?themenid=15&newsid=477

14.06.2013 - USA haben angeblich den Giftgas-Beweis - Obama will gegen Assad rüsten
Die US-Regierung hält den Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg für erwiesen und verspricht den Gegnern von Staatschef Baschar al-Assad offen "militärische Unterstützung". Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste hätten Assads Truppen im vergangenen Jahr mehrfach "in geringem Umfang" Chemiewaffen eingesetzt, teilte das Weiße Haus mit. Nicht nur in den Augen einiger Republikaner ist damit die Vorbedingung für eine Intervention im Syrien-Konflikt er-füllt. Die syrische Opposition begrüßte die Pläne. Bei den teils mit dem Nervengas Sarin geführten Angriffen seien "100 bis 150 Menschen" getötet worden, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes. Eben solche Chemiewaffenangriffe hatte Obama in der Ver-gangenheit als "rote Linie" für ein Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg bezeichnet. Obama habe zusätzliche Unterstützung der Rebellen mit "nicht-tödli-chen" Hilfsmitteln angeordnet. Wie genau der Oppositionsbewegung "militärisch" geholfen werde, ließ Rhodes offen. Deutschland wird keine Waffen an die syrische Opposition liefern. Bei dieser Position bleibe es, Deutschland dürfe schon aus "rechtlichen Gründen" keine Waffen in ein Bürgerkriegsgebiet ausführen, sagte Regie-rungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Derweil hat ein führender russischer Außenpolitiker den USA Lügen vorgeworfen. Die Informationen stammten aus der gleichen Ecke wie die Lügen über irakische Massenvernichtungswaffen, erklärte der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Alexej Puschkow, über Twitter. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus US-Sicherheitskreisen erfuhr, werden die USA zudem mehrere F16-Kampfjets und Luftabwehrraketen des Typs Patriot auch nach Abschluss einer gemeinsamen Militärübung mit Jordaniens Streitkräften Ende Juni in dem syrischen Nachbarstaat stationiert lassen. Außerdem solle eine Einheit mit Amphibienschiffen weiterhin vor der Küste bereit gehalten werden, um Ammans Sorge vor einem Überschwappen des Bürgerkriegs zu be-gegnen.

Quelle: n-tv/dpa
http://www.n-tv.de/politik/Obama-will-gegen-Assad-ruesten-article10822951.html


INNERE SICHERHEIT

Sicherheit allgemein
10.06.2013 - Gall besorgt über zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte
Stuttgart - Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat eine breite Debatte über Gewalt gegen Polizeibeamte gefordert. Dies müsste zu ein-em gesamtgesellschaftlichen Thema gemacht werden, erklärte Gall. Um dem Gewaltphänomen wirkungsvoll entgegenzutreten, müssten die Bürger wissen, dass Pro-vokationen und Aggressionen gegen Polizeibeamte nicht geduldet und konsequent sanktioniert würden. Zwischen Januar und Mai dieses Jahres wurden landesweit insgesamt 1 468 Straftaten gegen Polizisten im Südwesten gezählt. Im Vergleichszeitraum waren es 1 477. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte nahm zu: In den ersten fünf Monaten waren es 823 Fälle (Vorjahr: 742). Laut Innenministerium wurden von Januar bis Mai insgesamt 821 verletzte Beamte gezählt, nach 716 im Vergleichs-zeitraum. Ein Sprecher Galls verwies jedoch darauf, dass sich von den Zahlen noch kein allgemeiner Trend für das Gesamtjahr ableiten lasse. 2012 wurden insgesamt 1828 Beamten verletzt - ein Plus von 14 Prozent. Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Joachim Lautensack, sagte, die zunehmende Gewaltbe-reitschaft gegen Beamte sei nicht akzeptabel. Die Polizei sei auf bestimmtes Klientel eingestellt. Aber oftmals komme es zu spontanen Übergriffen.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.baden-wuerttemberg-gall-besorgt-ueber-zunehmende-gewalt-gegen-polizeibeamte.a918d0d6-e6d3-4f46-9a1b-d7627ef7a4a4.html

10.06.2013 - EU-Datenschützer kritisieren Smart-Border-Programm
Die europäische Arbeitsgruppe zum Datenschutz hat "schwerwiegende Bedenken" gegen das von der EU-Kommission vorgeschlagene Ein- und Ausreisere-gister (Entry-Exit-System). Das geht aus einer Entschließung zum Smart-Border-Programm hervor, die die Gruppe verabschiedet hat. Bei dem Ende Februar vorgestellten Smart-Border-Programm handelt es sich um Gesetzesvorschläge zur Erfassung von Reisenden. Dabei ist eine neue Datenbank vorgesehen, in der alle Einrei-sen in den und Ausreisen aus dem Schengenraum von Drittstaatsangehörigen erfasst werden sollen, um so die illegale Migration zu bekämpfen. Der Bundesbe-auftragte für den Datenschutz Peter Schaar, der als deutscher Vertreter Mitglied der Arbeitsgruppe ist, meint: "Die EU-Kommission und die Regierungen der Mitgliedstaa-ten sollten die Warnungen der europäischen Datenschutzbehörden ernst nehmen. Die Europäische Union sollte das Projekt, das eine Vielzahl persönlicher Daten erfassen soll und dessen Kosten in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Nutzen stehen, nicht weiter verfolgen."

Quelle: heise online
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Datenschuetzer-kritisieren-Smart-Border-Programm-1885872.html

11.06.2013 - Rechte und Scientology bleiben im Fokus des Verfassungsschutzes
Düsseldorf. Innenminister Ralf Jäger stellte in Düsseldorf die Erkenntnisse aus dem Jahr 2012 vor. Das Land habe aus den Fehlern im Umgang mit der rech-ten Terrororganisation NSU gelernt, sagte er. Nach dem Verbot der rechtsextremen „Kameradschaften“ in Köln, Dortmund, Aachen und Hamm im Jahr 2012 nutzt der harte Kern der Rechtsextremisten die Partei „Die Rechte“ als Auffangbecken. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mahnte zur Vorsicht und kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen Feinde der Demokratie an. Verfassungsschutzchef Burkhard Freier hält den kontrollierten Einsatz von V-Leuten weiter für unver-zichtbar. Bei der Vorlage des jüngsten NRW-Verfassungsschutzberichts 2012 pochte Jäger am Montag in Düsseldorf auf einen leistungsstarken Verfassungsschutz in der Mitte der Gesellschaft. Nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer ist „Die Rechte“ antisemitisch, aggressiv-kämpferisch, fremdenfeindlich und neona-zistisch. Die Scientology-Organisation bleibt nach Angaben des NRW-Verfassungsschutzes weiter unter Beobachtung. Zwar stagniert deren Mitgliederzahl in NRW bei rund 600, die Scientologen bemühen sich aber weiter über Tarnorganisationen vor allem im Nachhilfe-Sektor, Einfluss auf Kinder und Jugendliche zu nehmen. Bewegungen wie „Der Weg zum Glücklichsein“ oder „Sag nein zu Drogen – Sag ja zum Leben“ zielten wie auch attraktiv gestaltete Homepages darauf, junge Menschen anzulocken. Der NRW-Verfassungsschutz warnte, dass die Scientologen eine Führung in der Gesellschaft anstreben und wesentliche Grund- und Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit einschränken wollten. Angesichts der rasant gestiegenen Zahl der radikalen Salafisten in NRW fordert der CDU-Rechtsexperte Theo Kruse den Innenminister auf, gewaltbereite Salafisten künftig konsequent auszuweisen. 2012 wurden in NRW 398 politisch motivierte Gewaltde-likte bekannt (-20,7 Prozent), von denen 280 polizeilich geklärt werden konnten. In 192 Fällen waren die Gewalttäter Rechtsextremisten, in 147 Fällen Linksextre-misten. 36 politische Gewalttäter waren Ausländer und 23 sonstige politische Gewalttäter.
Quelle: WAZ
http://www.derwesten.de/politik/rechte-und-scientology-bleiben-im-fokus-des-verfassungsschutzes-id8055904.html

11.06.2013 - Verfassungsschutz veröffentlicht Jahresbericht - Islamistische Szene wächst
"Deutschland ist nach wie vor Anschlagsziel von islamistischen Terroristen", sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen bei der Vorstellung des Jah-resberichts seiner Behörde in Berlin. Die Geheimdienstler sehen zudem eine potenzielle Bedrohung aus der rechten Szene. "Rechtsterroristische Anschläge durch Einzeltäter halten wir durchaus für möglich", sagte Maaßen. Konkrete Anschlagspläne seien nicht bekannt. Der Verfassungsschutzbericht fasst die Er-kenntnisse des Inlandsgeheimdienstes aus dem Jahr 2012 zusammen und gibt einen Überblick über die extremistischen Bestrebungen. Sowohl die rechts- als auch die linksextremistische Szene ist demnach zwar im vergangenen Jahr leicht geschrumpft, Sorge bereitet dem Verfassungsschutz aber das zunehmende Ge-waltpotenzial. Der rechten Szene ordneten die Behörden im vergangenen Jahr 22.150 Anhänger zu (2011: 22.400; 2010: 25.000). Annähernd jeder zweite Rechtsex-treme sei als gewaltbereit einzustufen, sagte Maaßen. Angesichts der hohen Gewaltbereitschaft sei die Existenz weiterer rechtsterroristischer Strukturen zumindest möglich, heißt es im Bericht. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will die Zusammenarbeit der Verfassungsschützer in Bund und Ländern verbessern, un-ter anderem neue Schwerpunkte für das Bundesamt setzen und die Regeln zum Umgang mit Akten ändern. Die Arbeit an einer Gesetzesnovelle laufe, sagte er. Sor-ge bereiten dem Verfassungsschutz auch die Aktivitäten der islamistischen Szene, die einen wachsenden Zulauf verzeichnet: Sie hatte 2012 mehr als 42.000 Anhänger. Ein Jahr zuvor waren es noch 38.080. Besonders stark wuchs die Bewegung der radikal-islamischen Salafisten - von 3800 (2011) auf 4500 Anhänger. Rund 1000 Personen aus der islamistischen Bewegung würden als gefährlich eingestuft, sagte Maaßen. Etwa 130 besonders gefährliche Islamisten würden zum Teil rund um die Uhr bewacht. Eine besondere Bedrohung gehe von Einzeltätern aus. Es sei eine zunehmende Reisebewegung aus Deutschland in ausländi-sche Terror-Camps und Kampfgebiete zu beobachten. Wenn Menschen von dort zurückkämen, seien sie radikalisiert, hätten Kampferfahrung und eventuell auch einen Kampfauftrag für Deutschland, sagte Maaßen.

Quelle: n-tv/dpa
http://www.n-tv.de/politik/Islamistische-Szene-waechst-article10802356.html

11.06.2013 - Kriminalbeamte: Kleinkarierte Debatte über Vorratsdatenspeicherung
Bernd Carstensen, stellvertretender Vorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BDK), hat die deutsche Debatte über die Vorratsdatenspeicherung als "kleinkariert" bezeichnet. Der BDK hatte die im Bundestag vertretenen Parteien zu einem parlamentarischen Abend eingeladen, auf dem sie ihre Wahlprüfsteine kommentieren sollten. Darunter war die Frage, wie der Verfolgungsanspruch des Staates im Web durchgesetzt werden soll. Hierunter fallen die Vorratsdatenspeicherung und die Online-Durchsuchung. Mit Ausnahme der FDP beantworteten alle Parteien die Wahlprüfsteine. Die gesamten Antworten sollen demnächst auf der Homepage des Verbandes verfügbar sein.

Quelle: heise online
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kriminalbeamte-Kleinkarierte-Debatte-ueber-Vorratsdatenspeicherung-1886165.html

13.06.2013 - EU-Parlament verabschiedet Open-Data-Strategie
Das EU-Parlament hat am Donnerstag den Vorstoß der EU-Kommission zur Novelle der Richtlinie über die Weiterverwendung von Informationen des öffent-lichen Sektors abgesegnet. Danach sollen Verwaltungsinformationen künftig im Einklang mit Open-Data-Grundsätzen veröffentlicht werden sollen. Prinzi-piell dürfen nun alle Dokumente, die von öffentlichen Stellen zugänglich gemacht werden, zu beliebigen Zwecken weiterverwendet werden. Ausnahmen bestehen etwa, wenn dadurch Urheberrechte Dritter verletzt würden. Nicht ganz durchsetzen konnte sich die für die Digitale Agenda zuständige Kommissarin Neelie Kroes mit ihrem Wunsch, dass die Daten größtenteils kostenlos bereitgestellt werden. Behörden können stattdessen nun in der Regel maximal ihre Ausgaben für die Vervielfäl-tigung, das Anbieten oder die Verbreitung der Informationen in Rechnung stellen. In Ausnahmefällen sollen Bezieher indes auch für alle entstehenden Unkosten aufkommen müssen, eventuell sogar inklusive Zinsen.

Quelle: heise online
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Parlament-verabschiedet-Open-Data-Strategie-1888142.html

13.06.13 - BND, CIA und NSA - Hand in Hand
Der US-Geheimdienst NSA sieht sich wegen seiner Spähprogramme zurzeit massiver Kritik ausgesetzt - vor allem aus Deutschland. Doch auch der BND hat von den US-Infos profitiert, unter anderem bei einem spektakulären Fall 2007. Wenn deutsche Sicherheitsbehörden mit ihren Erfolgen angeben möchten, bedienen sie sich gerne des Beispiels der Sauerlandgruppe: Deutsche Konvertiten und gebürtige Muslime mit Migrationshintergrund waren 2007 mehrere Monate lang damit beschäftigt, ei-nen riesigen Sprengstoffanschlag auf amerikanische Militäreinrichtungen in Deutschland vorzubereiten. Doch es ist kaum bekannt, wie alles wirklich begonnen hatte: Der damalige Abteilungsleiter Terrorismus des Bundesnachrichtendienstes (BND) war Ende 2006 auf Dienstreise in den USA. Dort besuchte er verschiedene Ge-heimdienste. Bei einem Treffen wurde er am Rande des regulären Programms beiseite genommen, erinnerten sich hinterher führende BND-Leute. Man erzählte ihm von einer Terrorzelle mitten in Deutschland. Viele Informationen gab es damals nicht. Zwei oder drei Namen aus dem Großraum Frankfurt und Emailadressen. Doch die wenigen, aber präzisen Informationen, die der BND-Mann mit nach Hause brachte, fanden den richtigen Weg im Behördendschungel und taten ihre Wirkung.

Quelle: tagesschau.de
http://www.tagesschau.de/inland/geheimdienste110.html

13.06.13 - EuGH-Verfahren: Digitaler Fingerabdruck im Pass rechtmäßig
Die Speicherung biometrischer Daten im Chip eines neuen Reisepasses verstößt nicht gegen geltendes Recht. Zu diesem Schluss kommt Generalanwalt Paolo Mengozzi in seinem am Donnerstag am Europäischen Gerichtshof vorlegten Schlussantrag in einem Rechtsstreit über die EU-Verordnung zur Einführung biometrischer Merkmale in Reisepässe. Eine Entscheidung des Gerichts wird in einem halben Jahr erwartet. Das rechtliche Gutachten des Generalanwalts kann allerdings als Vorentscheidung gewertet werden (Az.: C-291/12).

Quelle: heise online
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EuGH-Verfahren-Digitaler-Fingerabdruck-im-Pass-rechtmaessig-1888158.html

Spionage
09.06.13 - Überwachung durch NSA - Deutschland im Fokus des US-Geheimdienstes
Der US-Geheimdienst überwacht Deutschland einem Medienbericht zufolge weitaus intensiver als alle anderen europäischen Länder. Das geht aus einer Karte der National Security Agency (NSA) hervor, die der britische „Guardian“ am Wochenende im Rahmen einer Serie von Enthüllungen über das Überwachungspro-gramm der USA veröffentlichte. Aus der vom „Guardian“ veröffentlichten Karte, die der Zeitung offenbar von einem NSA-Mitarbeiter zugespielt wurde, geht außerdem hervor, dass Deutschland im März weitaus stärker im Fokus des Geheimdienstes stand als alle anderen europäischen Länder, einschließlich Russland und der Tür-kei. Ein ähnliches Niveau der Überwachung gab es im selben Zeitraum in Saudi-Arabien, dem Irak, in China und den USA selbst. Die genaue Zahl der innerhalb eines Monats in Deutschland erhobenen Daten ist aus der Karte nicht ersichtlich, in den USA waren es mehr als 2,8 Milliarden. Unklar blieb zunächst, warum der US-Ge-heimdienst so viel Aufmerksamkeit auf Deutschland lenkt. Bereits nach Bekanntwerden eines Überwachungsprogramms, mit dem die NSA Medienberichten zu-folge auf die Server von Google, Facebook und anderer Internetkonzerne zugreifen kann, hatte der deutsche Datenschutzbeauftragte Peter Schaar die Bun-desregierung aufgefordert, sich für einen Stopp solcher Programme einzusetzen.

Quelle: tagesspiegel.de
http://www.tagesspiegel.de/politik/ueberwachung-durch-nsa-deutschland-im-fokus-des-us-geheimdienstes/8322720.html

11.06.2013 - Bundesregierung wusste nichts von PRISM
Eine Woche vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin befasst sich der Bundestag mit dem umstrittenen Daten-Überwachungsprogramm der USA. Das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG), das für die Kontrolle der Geheimdienste zuständig ist, zog seine Sitzung um eine Woche auf Mittwoch vor. Der Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, sagte, er und seine Abteilungsleiter hätten nichts vom Umfang von PRISM gewusst. Wie Parla-mentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) mitteilte, sollten in der PKG-Sitzung "ein paar Grundfragen" geklärt werden, unter anderem, wie die deutschen Ge-heimdienste den Vorgang bewerteten und in welchem Umfang Deutsche betroffen seien. Das PKG soll die Nachrichtendienste des Bundes überwachen, dazu gehören Bun-desnachrichtendienst (BND), der Militärische Abschirmdienst (MAD) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Die Bundesregierung ist grundsätzlich ver-pflichtet, das Gremium zu informieren. Allerdings sind die Sitzungen geheim und die Abgeordneten zu strikter Geheimhaltung verpflichtet. Für den Verfas-sungsschutz wünsche er sich keine solche Zugangsmöglichkeiten zu Daten wie in den USA, sagte Maaßen. Er würde sich zwar "in einigen Punkten Verbesserungen wün-schen". Für Informationssammlungen mit einem großen Netz gebe es aber hierzulande "keine Rechtsgrundlage, und die wollen wir auch nicht".  Obama kommt kommende Woche für zwei Tage nach Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will dabei die umstrittene Datensammlung zur Sprache bringen. Auch Sprecher aller maßgeblichen Fraktionen im Europaparlament forderten Aufklärung über das Spähprogramm. Justizkommissarin Viviane Reding wer-de "energisch und mit Nachdruck" Zusagen Washingtons für den Schutz der Daten europäischer Bürger fordern.

Quelle: n-tv/AFP
http://www.n-tv.de/politik/Bundesregierung-wusste-nichts-von-PRISM-article10803321.html

11.06.2013 - Bundesanwaltschaft fordert für Agentenpaar mehrere Jahre Haft
Wegen jahrelanger Spionage drohen einem mutmaßlichen russischen Agenten-Ehepaar mehrere Jahre Haft. Die Bundesanwaltschaft forderte am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart siebeneinhalb Jahre für den Hauptangeklagten und viereinhalb Jahre für seine Frau. "Es gilt klarzustellen, dass der deutsche Staat eine Souveränitätskränkung solchen Ausmaßes in hohem Maße missbilligt", betonte Oberstaatsanwalt Wolfgang Siegmund in seinem rund vier Stunden langen Plädoyer. Der Geheimnisverrat wiege schwer. Der Spionageprozess zählt zu den größten seit Ende des Kalten Krieges. (Az.: 4b - 3 StE 5/12). Getarnt als biederes Ehepaar mit den Aliasnamen Heidrun und Andreas Anschlag lebten die Angeklagten zuletzt in Marburg und Balingen. Von hier aus sollen sie dem russi-schen Geheimdienst SWR über Kurzwelle, Satellit und Verstecke mehrere hundert geheime Dokumente zu Nato, EU und den Niederlanden zugespielt ha-ben. Nach Hochrechnungen Siegmunds waren es allein von 2008 bis 2011 rund 500 Unterlagen und Notizen. Dafür soll das Ehepaar zuletzt etwa 100 000 Euro jährlich kassiert haben.

Quelle: Stuttgarter Zeitung
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.russland-bundesanwaltschaft-fordert-fuer-agentenpaar-mehrere-jahre-haft.4d963d77-067b-4f77-b7ce-624205469892.html

Rechtsextremismus
14.06.2013 - NPD auf der Flutwelle - Wie sich Apfel und Co. als Helfer inszenieren
Holger Apfel strahlt in die Kamera. Der NPD-Chef und Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag präsentiert sich als Fluthelfer. "Praktische Katastrophen-hilfe" und "Nationale Solidarität" nennt das der braune Funktionär. In einem Aufruf wendet sich Apfel an "Kameraden und Kameradinnen" und andere Anhänger der Partei und fordert von seinen Gesinnungsgenossen, Flutopfer zu unterstützen. Und so mischen sich die völkischen Nationalisten dieser Tage unter die Fluthelfer und gehen zwischen Sandsäcken und Gummistiefeln auf Wählerfang. Auf der Internetseite der "Deutschen Stimme", dem Presseorgan der NPD, bietet die Partei auch T-Shirts für die Helfer an. "Zieh an! Pack an!" lautet der Slogan. Der Aufdruck "Nationale Solidarität - Fluthelfer 2013" ist eingefasst in ein Zahnrad - dass dieses Em-blem nur zufällig Ähnlichkeit mit dem der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterfront aufweist, ist bei einer Partei wie der NPD, deren Symbole immer wieder Ähnlichkeiten mit denen der Nationalsolzialisten aufweisen, zu bezweifeln. Für die NPD kommt die Flut wie bestellt. Das wird nicht nur beim aktuellen Mo-tiv auf der Zeitschrift des NPD-nahen "Bildungswerks für Heimat und nationale Identität" deutlich. Auch der Jugendverband der NPD, die Jungen Nationaldemokraten (JN) nutzen das Krisenszenario gezielt zur Selbstdarstellung. Auf ihrer Homepage frönt der völkische Nachwuchs unter dem Titel "(R)Echte Kerle packen an" der Flut-hilfe. Die NPD versucht die Flut und ihre Nachwehen gezielt für eigene Zwecke zu instrumentalisieren und agitiert in vermeintlich volksnaher Manier. Beson-ders im Hinblick auf den 17. Juni, den Tag des Arbeiteraufstandes in der DDR, den die NPD mit einem Aufmarsch unter dem Motto "Heimat bewahren" begeht, könnte sie sich eine bessere Image-Kampagne als die Flut kaum wünschen.

Quelle: n-tv
http://www.n-tv.de/panorama/Wie-sich-Apfel-und-Co-als-Helfer-inszenieren-article10822896.html

Linksextremismus
14.06.2013 - RAF-Ausstellung in Stuttgart ist eröffnet
Stuttgart - Der Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) ist reif fürs Museum: Das Stuttgarter Haus der Geschichte Baden-Württemberg zeigt vom heutigen Freitag an eine große historische Ausstellung zur RAF ("RAF - Terror im Südwesten"). Bis zum 23. Februar 2014 dokumentieren gut 200 Exponate den Terror, der den Südwesten wie kein anderes Bundesland traf. Viele Opfer und führende RAF-Mitglieder stammten von hier. In Karlsruhe wurde am 7. April 1977 Generalbundes-anwalt Siegfried Buback erschossen, und das Stuttgarter Hochsicherheitsgefängnis Stammheim steht bis heute symbolisch für die Auseinandersetzung des Staates mit den politischen Gewalttätern.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.haus-der-geschichte-raf-ausstellung-in-stuttgart-ist-eroeffnet.cc18a8da-b545-40c7-aaf6-fad229f3af37.html


WIRTSCHAFTSINFORMATIONEN

07.06.2013 - Der Tiger will brüllen - Südostasien kopiert EU
Die EU ist mit ihrer Schuldenkrise im Moment nicht gerade ein leuchtendes Beispiel für regionale Integration. Trotzdem kopieren die zehn Länder der Südostasiatisch-en Staatengemeinschaft (Asean) jetzt ihr Konzept: Ende 2015 verwirklichen sie einen gemeinsamen Binnenmarkt, mit mehr als 600 Millionen Einwohnern auf einer Fläche so groß wie die Europäische Union. Unternehmer und Politiker sehen Riesenpotenzial. Beim Weltwirtschaftsforum in der birmanischen Haupt-stadt Naypyidaw war der Enthusiasmus diese Woche deutlich zu spüren. Während die USA, Europa und Japan mit Konjunktureinbrüchen und Arbeitslosigkeit kämpfen, geht in Südostasien die Post ab: im Schnitt 5,5 Prozent Wachstum im Jahr seit 1999, Exporte plus 9,9 Prozent pro Jahr. Schon wollen die Asean-Länder China Kon-kurrenz machen, bei der Anwerbung von Investitionen etwa, indem sie mit niedrigeren Löhnen und Steuersubventionen locken, und als Absatzmarkt mit ihrer rasant wach-senden Mittelschicht, schreibt Chris Devonshire-Ellis in einer Analyse für den Investment-Newsletter «China Briefing». Gefahren sieht Xiaobo Hu, Professor für China-Studien allerdings für China nicht aus der Asean-Ecke: Chinas Bevölkerung sei mehr als doppelt so groß und habe Kultur, Geschichte und Traditionen. Ase-an dagegen sei in Sprache, Religion, Geschichte und Entwicklungsstand höchst divers. Das mache das Investieren aber auch den Absatz von Produkten deutlich schwieri-ger. Zwar reden die Asean-Länder vor allem vom Ausbau des Handels untereinander, an China kommen sie jedoch nicht vorbei. Der mächtige Nachbar ist ein bedeutender Investor. Asean hat mit China seit 2010 ein Freihandelsabkommen.

Quelle: n-tv/dpa
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Suedostasien-kopiert-EU-article10785711.html

07.06.2013 - Autobranche zittert vor China - VW, BMW und Co. befürchten "Vergeltung"
Der Handelsstreit der EU mit China könnte Europas Autobauern auf dem weltgrößten Absatzmarkt schaden. Außer Strafzöllen auf europäischen Wein erwä-ge die Regierung in Peking auch zusätzliche Zölle auf den Import von Autos aus Europa, befürchtet der Verband der europäischen Fahrzeughersteller Acea. Damit sei zu rechnen, falls die EU-Kommission nicht von ihrer gegenwärtigen Handelspolitik gegenüber China abweiche und die Strafzölle auf chinesische Solar-module zurücknehme. Wenn es keine Verbesserung des politischen Klimas gebe, dann werde China voraussichtlich "Vergeltung" bei Fahrzeug-Einfuhren üben, sagte ein Acea-Sprecher. Nach Angaben des Verbands ging beim Handelsministerium in Peking eine Beschwerde über unzulässige Beihilfen ein, mit deren Hilfe euro-päische Autobauer ihre Fahrzeuge in China unter Wert verkauften. Die Regierung habe daher ein Prüfverfahren für Strafzölle auf europäische Oberklasse-Wagen angekündigt. Erste Strafzölle könnten ab September erhoben werden, im Visier stünden Autos mit einem Hubraum von mehr als zwei Litern. Dieses vor allem von deutschen Herstellern wie Audi, VW, BMW, Daimler und Porsche dominierte Marktsegment machte zuletzt laut des deutschen Herstellerverbands VDA acht Prozent des chinesischen Automarkts aus. Der Branchenverband VDA erklärte: "Strafzölle sind eine Sackgasse." An die EU-Kommission appellierte der Ver-band, den "Weg des konstruktiven Dialogs" auszuschöpfen, so wie es auch die Bundesregierung wolle. Die deutsche und die chinesische Automobilindustrie pflegten eine schon Jahrzehnte währende Partnerschaft. Neben den USA und dem europäischen Heimatkontinent ist China für die deutschen Hersteller ein wichtiger Markt, für VW sogar der weltweit größte.

Quelle: n-tv/rts
http://www.n-tv.de/wirtschaft/VW-BMW-und-Co-befuerchten-Vergeltung-article10783696.html

07.06.13 - Der Spion im eigenen Haus
Industriespionage droht nicht nur in China, sondern oft in heimischer Firma. Ein schlechtes Betriebsklima, respektlose Behandlung von Mitarbeitern, extreme Ar-äbeitsverdichtung oder gesellschaftlicher Werteverfall – um nur einige Beispiele zu nennen –, dies alles kann gravierende Folgen für ein Unternehmen haben. Laut einer Gallup-Studie trifft dies immerhin auf 21 Prozent der Arbeitenden in deutschen Firmen zu. Deutlich mehr, nämlich 66 Prozent, haben ihre Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber abgelegt. Nur 13 Prozent fühlen sich demnach ihrem Unternehmen noch verbunden. Die Folgen von Unzufriedenheit können aber auch schlimmer sein, nämlich dann, wenn die Beschäftigten ihren Frust über unternehmensschädigende Aktionen entladen: Sie geben geheime Daten an Konkurrenten weiter. „In 48 Pro-zent der Fälle von Industriespionage sind eigene Mitarbeiter die Verursacher“, sagt Christian Schaaf, Geschäftsführer von Corporate Trust, einem Beratungs-unternehmen für Sicherheitsdienstleistungen mit Sitz in München. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Schmuckwelten Pforzheim mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald stellt Schaaf klar: „Der Faktor Mensch ist entscheidend.“ Und: „Am häufigsten betroffen ist der Mittelstand.“ Neben der beschriebenen Illoyalität bezeichnet Schaaf gutgläubige oder nachlässige Beschäftigte als weitere Ursache für den Abfluss wichtiger Unternehmensinformationen. Stichwort: Social Engineering . Das Beeinflussen von Personen auf der zwischenmenschlichen Ebene. Ziel: Vertrauliche Informationen entlocken, um an Entwick-lungs- und Kundendaten zu kommen oder Konten abzuräumen. Beim Blick ins Ausland wird’s den Fall-Schilderungen des Sicherheitsexperten noch heftiger. Wer nach China reise, könne sicher sein, dass die Daten auf Smartphone oder Laptop abgegriffen werden. Konkret: Die Kamera des Tablets kann von China aus beliebig eingeschaltet werden, das Mikrofon des Handys wird per Fernschaltung zum Abhören wichtiger Gespräche missbraucht. Und: Wer seinen Computer in einem chinesischen Hotel-Safe als sicher glaube, der irre sich: Das Hotelpersonal arbeite eng mit staatlichen Spionen zusammen. Schaafs Rat: Bei Reisen in kritische Länder ein Wegwerfhandy mit Prepaid-Karte nutzen, keine wichtigen Telefonate führen, den Laptop auf Minimalanforderung konfigurieren und keine schützenswerten Daten mitführen. Auch den heimischen Server nicht vom Ausland aus ansteuern.

Quelle: Pforzheimer Zeitung
http://www.pz-news.de/wirtschaft_artikel,-Der-Spion-im-eigenen-Haus-_arid,421759.html

08.06.2013 - Unerwartet schlechte Zahlen - Finanzkontrollen drücken Chinas Handelsbilanz
Strengere Finanzkontrollen und die schwache Weltkonjunktur haben Chinas Außenhandel für Mai enttäuschend niedrig ausfallen lassen. Im Jahresvergleich legte das Außenhandelsvolumen nur um 0,4 Prozent zu, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte. Im April war der Handel noch um 15,7 Prozent gewachsen. Die Exporte stiegen im Mai im Vergleich zum Vorjahr den Angaben zufolge um 1 Prozent, die Importe gingen um 0,3 Prozent zurück. Diese Zahlen sollen aber durch Finanztricks aufgebläht worden sein. Ein Experte beschreibt das System: "Internationale Investoren sind auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten, aber die strengen Regeln lassen ein direktes Engagement in China nicht einfach zu." Wegen der lockeren Geldpolitik in den USA und Europa sowie der allgemein erwartete Wert-steigerung des chinesischen Yuan sei das Interesse an China besonders hoch. Um die Schranken zu umgehen, würde daher für Produkte oder Dienstleistungen von Mittelsfirmen in China mehr Geld als üblich bezahlt, erklärt der Fachmann. Die Differenz könnte dann innerhalb Chinas investiert werden. Die gezinkten Zahlen blähten jedoch Chinas Außenhandel künstlich auf. Chinas Aufsichtsbehörden hatten strengere Kontrollen des Handels angekündigt. Damit könnten sie die dubiosen Geschäfte im Mai eingedämmt haben. Die Kontrollen erklären aber vermutlich nicht den gesamten Rückgang, auch eine schwächere Nachfrage habe Einfluss gehabt.

Quelle: n-tv/dpa
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Finanzkontrollen-druecken-Chinas-Handelsbilanz-article10787981.html

09.06.2013 - Supercomputer: China greift nach der Top-500-Krone
An der National University of Defense Technology (NUDT) arbeiten chinesische Forscher derzeit an ihrer nächsten Supercomputer-Generation. Mit dem Tianhe-2 (TH-2, der Name bedeutet Milchstraße) wollen sie – wie schon einmal 2010 mit dem Vorgänger Tianhe-1A – die Liste der schnellsten Supercomputer der Welt, die Top 500 aufmischen.

Quelle: heise online
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Supercomputer-China-greift-nach-der-Top-500-Krone-1885259.html

10.06.2013 - Whistleblower bringt Booz Allen in Erklätungsnot
Düsseldorf. Edward Snowden führte nach eigenen Angaben ein komfortables Leben im Tropenparadies Hawaii mit Freundin und sechsstelligem Jahresgehalt. Doch dann legte er sich mit einem mächtigen Gegner an: den Geheimdiensten der USA. Vor allem für die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton ist der Ge-heimnisverrat pikant. Wie das Unternehmen am Sonntagabend (US-Zeit) mitteilte, habe Snowden tatsächlich für das Unternehmen gearbeitet, allerdings „weniger als drei Monate“. Die Berichte, dass er sich zur Herausgabe geheimer Informationen bekannt habe, seien „schockierend und – falls zutreffend – bedeuten sie einen schweren Verstoß gegen die Verhaltensregeln und die zentralen Werte unseres Unternehmens.“ In enger Zusammenarbeit mit den Behörden wolle man den Vor-fall aufklären. Das Unternehmen beschäftigt etwa 25.000 Mitarbeiter in aller Welt. Mehr als drei Viertel der Beschäftigten hätten Sicherheitsfreigaben der amerika-nischen Regierung – die Hälfte von ihnen der Stufe „Top Secret“ oder höher. Das Unternehmen sieht sich als Spezialist für die Bekämpfung von IT-Sicher-heitsrisiken. Unter anderem berät Booz Allen neben Regierungsbehörden auch Atomkraftwerksbetreiber oder Krankenhäuser zu IT-Sicherheitsthemen.

Quelle: Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/nsa-spitzelaffaere-whistleblower-bringt-booz-allen-in-erklaerungsnot/8323872.html

11.06.2013 - Autozulieferer: Contnental befürchtet Überkapazitäten in China
Hamburg. Der designierte China-Vorstand des Dax-Konzerns Continental blickt skeptisch auf den Automarkt in China. „Sorge bereiten mir die anwachsenden Überkapazitäten der Autohersteller in China. Ich sehe nicht genutzte Kapazitäten in einer Größenordnung von 30 bis 40 Prozent“, sagte Ralf Cramer dem Handelsblatt. Aus seiner Sicht betrifft das vor allem das sogenannte Marktsegment unterhalb von 6.000 Euro. Dort tummeln sich bisher vor allem chinesische Hersteller, doch auch Volkswagen arbeitet mit Hochdruck an einem Billigauto für China. Cramer wird ab September der erste China-Chef des Konzerns mit Sitz in Hannover. Das Land ist für den drittgrößten Autozulieferer der Welt und führenden Reifenhersteller in Europa von immenser Bedeutung, um seine Wachstumsziele trotz anhaltender Autokrise in der Heimatregion zu erreichen. Damit Contis Asien-Pläne aufgehen, muss Cramer die in den

(Redaktion)


 


 

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