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Einwohnerzahl im Land sinkt - Zuwanderer können Verlust nicht ausgleichen

Die Einwohnerzahl in Baden-Württemberg wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen. Nach einer am Mittwoch, 11.11.2009, veröffentlichen Prognose des Statistischen Landesamtes könnte die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2060 um rund 1,6 Millionen auf 9,1 Millionen sinken. «Das ist dreimal Stuttgart», betonte die Staatsrätin der Landesregierung für demografischen Wandel, Claudia Hübner.

Weil die Bevölkerung zugleich immer älter wird, forderte Claudia HübnerKonsequenzen, etwa mehr Qualifizierungen für ältere Arbeitnehmer. Was im Land der Erfinder künftig erwirtschaftet werde, sei davon abhängig, was eine ältere Erwerbsbevölkerung leisten könne, mahnte Hübner. 

Den Berechnungen zufolge wird die Bevölkerungszahl in Baden-Württemberg auf den Stand der 1970er Jahre zurückfallen, wobei ländliche Regionen stärker betroffen sein werden als die Städte. «Der Wandel macht auch vor Baden-Württemberg nicht Halt», sagte der Bevölkerungsexperte des Statistischen Landesamtes, Werner Brachat-Schwarz. In den vergangenen Jahrzehnten war die Einwohnerzahl trotz sinkender Geburtenraten durch Zuwanderung noch teilweise enorm gestiegen, so dass heute zwei Drittel mehr Menschen im Land leben als in den 1950er Jahren. Auch kann Baden-Württemberg derzeit im Bundesländervergleich noch mit die jüngste Bevölkerung aufweisen.

2008 gab es nun erstmals seit 1984 wieder einen Bevölkerungsrückgang, der sich noch beschleunigen soll. Hübner geht davon aus, dass sich das Geburtendefizit aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung weiter vergrößern wird. Die Zuwanderung werde nicht mehr so stark sein, um den Negativtrend umkehren zu können. Zugleich soll sich der demografische Wandel verstärkt fortsetzen. Demnach könnten im Jahr 2060 die unter 20-Jährigen nur noch 16 Prozent der Bevölkerung ausmachen, während Menschen ab 60 Jahren dann 38 Prozent der Einwohner stellen würden.

Mit Blick auf die Hochbetagten sagte Hübner gar eine «Explosion» voraus. Ihre Zahl werde sich in den nächsten drei Jahrzehnten von 235.000 (Stand 2008) auf 470.000 verdoppeln und bis 2060 dann auf 740.000 mehr als verdreifachen. Damit werde auch die Zahl der Pflegebedürftigen deutlich ansteigen. Das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung werde sich bis 2060 um sieben bis acht Jahre auf etwa 50 Jahre erhöhen.

Besorgt zeigte sich Hübner angesichts der prognostizierten Kinderzahl. So könnte etwa die Zahl der Kinder im Kindergartenalter bis 2060 von 342 000 auf 241 000 schrumpfen, selbst wenn die Geburtenrate konstant bliebe. Begründet wird dies damit, dass die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zurückgeht. Hübner forderte, trotz dann auch sinkender Schülerzahlen in das Bildungssystem zu investieren. An die Kommunen appellierte sie, das Ende des «Kirchturmdenkens» einzuläuten und Kooperationen mit anderen Gemeinden einzugehen.

Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter wird nach den Zahlen ab 2020 deutlich zurückgehen. Im Jahr 2060 gibt es nach der Vorausrechnung nur noch 4,2 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren, 1,8 Millionen Menschen weniger als 2008. Der Anteil der Erwerbspersonen würde damit von 55 Prozent auf 46 Prozent sinken.

(Redaktion)


 


 

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