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Landesgartenschau Nagold

Die Stadt der Zukunft

Eigentlich rechnete die 24. baden-württembergische Landesgartenschau mit 750.000 Gästen, doch an ihrem Ende kann sie nicht nur ein Gesamtergebnis von mehr als einer Million Besuchern, sondern auch 20.000 verkaufte Dauerkarten, ein phänomenales Sponsoring-Aufkommen und eine bunt gemischte Publikumsstruktur vorweisen.

Stellt sich die Frage: Wie hat Nagold das geschafft?

Als Antwort bekommt man von den Machern zuallererst ein Lächeln. Verständlich – hat doch jeder von ihnen über Jahre viel Einsatz und Herzblut in das „Jahrhundertprojekt“ gesteckt.

Allen voran Jürgen Großmann, Oberbürgermeister der Stadt Nagold und Aufsichtsratsvorsitzender der Landesgartenschau Nagold 2012 GmbH: Schon in der Vorbereitungsphase opferte er viele Abende und Wochenenden, um die Bürger bei Informationsveranstaltungen und Baustellenbegehungen für das Projekt zu begeistern. Kein namhaftes Unternehmen der Region ließ er aus beim „Klinkenputzen“ auf der Suche nach Unterstützern. Und mit Feuereifer suchte er nach Möglichkeiten, um der Institution Landesgartenschau mit unkonventionellen, zum Teil gewagten Ideen neue Impulse zu geben.

Was Jürgen Großmann antrieb, war die Vision einer „Stadt der Zukunft“. Nicht selten zitierte er dazu „Das Ideal“ von Kurt Tucholsky, demzufolge alles unmittelbar beieinander liegt: „vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße“. Der Schriftsteller hatte das Gedicht zu Zeiten der Weimarer Republik ironisch gemeint – als beißende Satire auf die überzogenen Ansprüche der Menschen, die am liebsten alles auf einmal hätten. Doch faszinierend: In Nagold rückte diese Utopie in greifbare Nähe. „Stadt und Natur bilden hier keine Gegensätze, sondern sind unter dem Motto ‚Grüne Urbanität‘ zu einer harmonischen Einheit verschmolzen“, erklärt der Oberbürgermeister heute. Mitten im Herzen der Stadt seien herrliche Parklandschaften entstanden; die Flüsse Nagold und Waldach seien wieder erlebbar gemacht worden; und nach der Landesgartenschau entstünden zeitgemäße Bebauungen und ein modernes, durchgrüntes Wohngebiet. „Wer in Nagold sieht, was mit dem Zugpferd Landesgartenschau geschaffen worden ist, kann nur zustimmen, dass die investierten acht Millionen Euro Landesmittel sehr gut angelegt sind“, sagt dazu der für Landesgartenschauen zuständige Minister Alexander Bonde. „Mehr Grün erhöht nicht nur die Attraktivität der Innenstädte, es reduziert auch die Luftverschmutzung, mildert den Hitzeeffekt und verbessert die Biodiversität.“ Das fünfeinhalb Monate dauernde Festival habe die Zusammenführung von Stadterleben und Naturkulisse aufs Schönste gefeiert – und damit das Lebensgefühl der Menschen getroffen, erklärt Jürgen Großmann. Der Stadtchef ist überzeugt: „Die grandiose Inszenierung dieses neuen Stadtmodells ist der Hauptgrund für unseren überwältigenden Erfolg.“
Presseinformation 10. Oktober 2012 Manfred Wenninger, LGS- Geschäftsführer von Seiten der Förderungsgesellschaft der Baden-
Württembergischen Landesgartenschauen mbH (FGS), teilt diese Einschätzung. Für ihn ist aber auch noch ein anderer Faktor ausschlaggebend: die Ausstellung selbst. Zu deren Besonderheiten gehöre zum Ersten, dass mit dem Riedbrunnenpark, dem Stadtpark Kleb, dem Krautbühlpark, der Neuen Uferpromenade, der Innenstadt und der Burgruine Hohennagold höchst unterschiedliche Schauplätze eingebunden gewesen seien. Zum Zweiten habe es nicht nur mit der Wahl der ehemaligen Anker-Brauerei als Blumen- halle, sondern auch mit Beiträgen wie der Seilbahn-Attraktion, der „Forstkugel“, der „Wachsenden Kirche“, der „Panorama Lounge“ und dem „Häfele Cube“ eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Premieren gegeben. Zum Dritten sei mit einem Angebot von A wie Abenteuerspielplatz bis Z wie zahme Kamele ein starker Fokus auf Familien gelegt worden. Zusammen mit dem „Herzstück“ jeder Landesgartenschau – den Frühjahrs- und Sommerblumen sowie den meisterhaft umgesetzten gärtnerischen Beiträgen – sei ein Freizeitareal mit einer bemerkenswerten Vielfalt entstanden. „Anfangs war ich skeptisch, ob dieses Gesamtkonzept aufgehen würde“, gesteht der Experte mit 30-jähriger Gartenschau-Erfahrung. „Doch offenbar lagen wir mit alldem genau richtig.“
Einen weiteren Volltreffer sieht Richard Kuon, LGS-Geschäftsführer von Seiten der Stadt Nagold, in der Quantität und Qualität der Veranstaltungen. Mehr als 4.000 Angebote habe man für die insgesamt 171-tägige Landesgartenschau auf die Beine gestellt – nicht nur auf den fünf Bühnen, sondern an allen Ecken und Enden des Ausstellungs-Geländes und der Stadt. Das Kinderfest mit „Groß hilft Klein“, das Konzert von Aura Dione, das Keltenfest, der 1. Nagolder Pferdetag, der Oldtimertag, „SWR1 Pop & Poesie live in Concert“ und das Lichterfest mit Lasershow seien nur einige der Höhepunkte gewesen, die jeweils viele Tausend Besucher nach Nagold gelockt hätten; dazu kämen die vielen kleineren
Auftritte und Events, in die sich vor allem Akteure, Gruppen und Vereine aus der Region eingebracht hätten. „Es hat sich schnell herumgesprochen, dass es bei uns mehr gibt als schöne Blumen“, bilanziert der Bauingenieur, der nach der Landesgartenschau in seine Position als Tiefbauamtsleiter zurückkehrt und sich darauf freut, als solcher „die von diesem genialen Infrastrukturprogramm angestoßenen nachhaltigen Entwicklungen weiterzuführen“. Wann immer man von Nagold gehört habe, sei klar gewesen: „Hey, da ist was los!“

Die Landesgartenschau Nagold 2012 GmbH …
ist die eigens gegründete Durchführungs-Gesellschaft für das überregionale Großereignis, das eigentlich am 7. Oktober hätte enden sollen, wegen seines anhaltenden Erfolgs aber bis 14. Oktober verlängert wurde. Die Kommune hält an der Landesgarten- schau Nagold 2012 GmbH zwei Drittel der Anteile, die Förderungs-gesellschaft der Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH (FGS) ein Drittel. Aufsichtsratsvorsitzender ist der Nagolder Oberbürgermeister Jürgen Großmann, Geschäftsführer sind Richard Kuon (Stadt Nagold) und Manfred Wenninger (FGS). Text: Pressestelle LGS Nagold

(Redaktion)


 


 

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