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Landesgartenschau Nagold

So hat Nagold sich im Zuge der Landesgartenschau verwandelt

Eine Landesgartenschau wird nicht nur an ihren Besucherzahlen gemessen, sondern auch an ihren bleibenden Werten. Und die sind im Fall von Nagold immens.

Eine Landesgartenschau wird nicht nur an ihren Besucherzahlen gemessen, sondern auch an ihren bleibenden Werten. Und die sind im Fall von Nagold immens.
Der für Landesgartenschauen zuständige Minister Alexander Bonde ist schon seit Langem ein Anhänger des Projekts in Nagold. Bereits vor der Eröffnung im April sagte er: „Mit der städtebaulichen Verschmelzung von Stadt und Natur unter dem Motto ‚Grüne Urbanität‘ gelingt es, aus den Möglichkeiten dieses Infrastruktur - programms das Bestmögliche herauszuholen.“ Nun, am Ende der fünfeinhalb Monate dauernden Veranstaltung, mit der diese nach- haltige Aufwertung gewissermaßen gekrönt und gefeiert wurde, kann er diesen Eindruck nur bestätigen. Am Rande der feierlichen Fahnenübergabe an die nächste Ausrichterstadt Schwäbisch Gmünd lobte er: „Wie hier mitten in der Innenstadt neue Naturräume geschaffen wurden, zeigt den Sinn und Zweck von Landesgarten- schauen mustergültig auf.“
Tatsächlich hat sich die Stadt im Zuge des Großprojekts regelrecht verwandelt. Unter der Regie von Planer Stefan Fromm ist der Riedbrunnenpark, früher eine brachliegende Fläche, erschlossen worden und bietet jetzt beste Voraussetzungen für die Entstehung eines neuen, durchgrünten Wohngebiets. Der Stadtpark Kleb und der Longwyplatz sind komplett umgestaltet worden. Mit dem Krautbühlpark, einer ehemaligen Verkehrszone mit Parkplatz, ist gar eine neue Parklandschaft mitten im Herzen der Stadt entstanden. Die Flüsse Nagold und Waldach haben dank Renaturierung und Freilegung das Stadtbild wiedererobert. Und mit der Schaffung von Sichtachsen sind die Innenstadt, die Grünflächen und die Burgruine Hohennagold auf dem Schlossberg wieder näher zusammengerückt.
Doch das ist längst noch nicht alles. „Viele Hunderttausend Besucher aus nah und fern haben im vergangenen halben Jahr Nagold als lebendige und moderne Stadt kennengelernt – und viele davon werden wiederkommen“, ist sich Oberbürgermeister Jürgen Großmann sicher. Nagold habe während der Ausstellung sein Profil als reizvolle Einkaufsstadt mit hervorragender Gastronomie geschärft. Außerdem hätten zahlreiche Firmen aus der Region das Großereignis als Sponsoren unterstützt und das Mittelzentrum dadurch als wichtigen und attraktiven Wirtschaftsstandort geadelt. „Einen besseren nachhaltigen Werbeeffekt“, lautet das Fazit des Stadtoberhaupts, „kann es für eine Stadt nicht geben.“

Was bleibt…
Riedbrunnenpark
Dieser Bereich macht den Anspruch einer nachhaltigen Stadtentwicklung, der jeder Landesgartenschau zugrunde liegt, besonders deutlich. Zunächst wurde die einstige Brachfläche am Fuß des Viadukts im Zuge des Großprojekts erschlossen; während der Landesgartenschau bildete sie mit Hauptbühne, Haupt- gastronomie und den vielen Attraktionen gewissermaßen deren Herzstück; und nach dem Festival wird sie zum neuen Wohngebiet für rund 300 Bewohner. Dabei bleiben einige der zum Teil spektakulären Ausstellungselemente erhalten: Der „Platanenkubus“ und die
„Forstkugel“ haben genauso Bestand wie die „Historische Bahn Altensteigerle“, der Spielplatz im Oval und der ANGELS-Bolzplatz. Dazu wird der Landkreis-Pavillon Calw künftig von der Jugend-kunstschule genutzt, und der Treffpunkt Baden-Württemberg wird zur Kindertagesstätte mit Kleinkindbetreuung umgewandelt. So füllt sich das Areal bereits vor der Bebauung, die voraussichtlich 2013/2014 beginnt, mit jungem Leben.

Stadtpark Kleb
Der traditionelle Freizeit- und Begegnungsort der Stadt am Fuß des Schlossbergs ist für die Landesgartenschau komplett umgestaltet und aufgewertet worden. Und seine zentralen Elemente bleiben nach dem Ende des Großereignisses erhalten. Bei der Schaffung des Sparkassen-Erlebnisparks ist der bestehende Spielplatz nicht nur um die dreifache Fläche vergrößert, sondern auch nach den neuesten Gesichtspunkten der Spielpädagogik ausgestattet worden. Vollständig erneuert worden ist auch die Minigolfanlage samt Kiosk. Im Klebspitz sind Spielfelder für Beachvolleyball, Streetbasketball und Tischtennis entstanden. Mit dem FRIEDRICH-BOYSENForum
hat der Park eine attraktive Freiluftbühne gewonnen. Außerdem bleibt die intensiv bepflanzte Schlossbergterrasse ebenso erhalten wie und ein Drittel der Schmuckbeete. In ihnen sind auch künftig Stauden und Frühlings- und Sommerblumen zu bewundern.

Krautbühlpark
Aus der früheren Verkehrszone im Süden der Innenstadt ist im Zuge des Großprojekts eine neue Parklandschaft geschaffen worden. Und auch hier hört die Entwicklung nicht auf: An ihrem Rand entsteht nach der Landesgartenschau eine neue Wohnbebauung mit fünf hochwertigen Punkthäusern.
Das Gartenband mit seinen sechs heckenumsäumten Parzellen bleibt als deren „grünes Vorzimmer“ erhalten, genauso wie die „Wachsende Kirche“ aus 24 Linden als Ort der Besinnung
und Zeichen gelebter Ökumene fortbesteht. Beständig ist auch die neue Rolle des 2.500 Jahre alten „Krautbühls“, des keltischen Fürstengrabhügels, der dem Park seinen Namen gibt. Durch die
landschaftsarchitektonische Umgestaltung hat das imposante Denkmal die ihm zustehende Bedeutung gewonnen.

Neue Uferpromenade
Aus dem schattigen, schlecht zugänglichen Bereich zwischen der Altstadt und dem Ufer der Nagold ist ein Erlebnis- und Tummelplatz für die ganze Familie geworden. Besonders deutlich wird das am
neu gestalteten Longwyplatz, dessen Sitzstufen bis zum Wasser hinunterreichen und den Fluss erlebbar machen. An der Stelle des alten Kiosks ist das „Dock Bar & Restaurant“ entstanden, das
auch nach der Landesgartenschau die gastronomische Landschaft Nagolds bereichert. Die Uferpromenade mit ihren perlenschnur- artigen Baumreihen und Beeten lädt weiterhin zum Flanieren ein – und ist im Übrigen nur der erste Schritt bei der Verwandlung des Areals der ehemaligen Anker-Brauerei in eine neue Stadtkante. Das Brauerei-Gebäude, in der die wechselnden Blumenschauen stattfanden, wird vorrausichtlich noch 2012 abgerissen. Ein Ideenwettbewerb über die künftige Bebauung und Gestaltung des Platzes ist ausgelobt.

Burgruine Hohennagold
Das 1.000 Jahre alte Schmuckstück ist für das Großereignis aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden – und wird wohl nie wieder in diesen zurückfallen. Der behutsame Rückschnitt des Schlossbergwalds bringt Burg und Innenstadt auch künftig näher zusammen. Die neuen Fußwege bleiben genauso erhalten wie der liebevoll angelegte Burggarten. Und auch die neue Gastronomie behält in den Sommermonaten auf der Burgruine ihren festen Platz

(Redaktion)


 


 

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