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Landesgartenschau 2012

LGS: Selbst der Fluss Nagold wird zur Ausstellungsfläche: „Floating Elements“

Für die Landesgartenschau wird derzeit nun an einem außergewöhnlichen Projekt gearbeitet: lebende Weidenskulpturen, die in und auf dem Wasser stehen: das ist innovativ! Und wer dem Wasser versehentlich zu nahe kommt: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist während der Landesgartenschau zuständig für die medizinische Versorgung der Besucher.

Die Weiden sind frisch geschnitten und verwandeln sich in den Händen der Schülerinnen in Muscheln und Körbe. „Ganz schön anstrengend“, lacht eines der Mädchen, „aber dieses Projekt will ich nicht missen.“ Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da, alle Beteiligten sind hingerissen. Und Siegfried Katz kennt auch den Grund: „Solche Installationen gibt es sonst nirgends.“ Die zwei Entwürfe stammen von Studenten des internationalen Masterprogramms „Integral Studies“ der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, und sie tragen die klingenden Namen „Lebensrhythmus“ und „Windtreiben“. „Sie repräsentieren Grundelemente der Natur“, erklärt Semestersprecherin Christine Böhler, „das Wachstum und den Wind.“ Denn die Skulpturen sind nicht aus totem Material, sondern aus lebenden Weiden, die im Wasser weiter wachsen, Form, Farbe und Volumen verändern und grüne Blätter austreiben. Außerdem sind sie nicht fest verankert, sondern der Wind spielt mit ihnen und treibt sie wie Bojen auf der Nagold.

Doch nicht nur die „Floating Elements“ selbst sind etwas Besonderes, sondern auch ihr Entstehungsprozess: Schülerinnen der Staatlichen Berufsfachschule für Flechtgestaltung sind von Lichtenfels nach Nagold gereist, um in der Flechtmöbel-Manufaktur von Siegfried Katz die Entwürfe in die Tat umzusetzen. Tagelang arbeiten sie die Körbe, Muscheln und Blätter aus. „Flechten ist Handarbeit – das braucht Zeit“, weiß die Lehrerin Henny Riedl. Voll motiviert seien die Mädchen dabei, lobt Siegfried Katz, der die Handwerkerinnen unter seine Fittiche nimmt. Doch nicht nur die Schülerinnen sind fleißig, sondern auch die Studenten: An ihnen liegt es nun, die Objekte mit Details wie stehenden Blätter aus Weiden oder Fahnen aus Stahl zu Kunstwerken zu vollenden. Während der Landesgartenschau sollen die lebenden Strukturen bei der neuen Brücke in der Nähe des Otto-Hahn-Gymnasiums im Wasser treiben.

Vom gemeinsamen Projekt der Flechtmanufaktur Katz, der Staatlichen Berufsschule, dem Bundesinnenverband des Deutschen Flechthandwerks, des CJD Altensteig Metall und Holz und der Akademie der Bildenden Künste profitieren alle Akteure. Die Studenten sind stolz, dass sie ihre Entwürfe in die Tat umsetzen können – und dazu noch für eine Landegartenschau. „Unsere Ideen landen allzu oft in der Schublade, hier in Nagold wurde sie glücklicherweise realisiert“, freut sich Christine Böhler. Die Schülerinnen nehmen mit, dass Flechten mehr ist als alltägliches Handwerk, sondern daraus auch interessante Kunst entstehen kann. Für Siegfried Katz ist das Projekt nicht nur „ein lebendiger Dialog zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen Nachwuchstalenten und erfahrenen Fachspezialisten“, sondern weit mehr. „Das Resultat begeistert durch seine Einzigartigkeit und Vielseitigkeit.“

Besucher sind in sicheren Händen

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist während der Landesgartenschau zuständig für die medizinische Versorgung der Besucher. Damit das optimal klappt, machten sich rund 50 Mitglieder schon einmal mit den Besonderheiten des Geländes vertraut.

Das Markt-Restaurant Riedbrunnen kann 800 Gäste verköstigen, das Hauptzelt umfasst 1.500 Stehplätze – zwei Orte, auf die LGS-Geschäftsführer Manfred Wenninger bei seiner Führung spezielles Augenmerk richtete. Denn dort halten sich während der Landesgartenschau viele Menschen auf, und so sind sie für das DRK besonders interessant. „Für uns ist es viel einfacher, wenn wir das Areal schon vor der Eröffnung kennen“, unterstrich DRK-Kreisbereitschaftsleiter Holger Maischenbacher, der zusammen mit den zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Helfern den Ausführungen aufmerksam lauschte. Das DRK besetzt an den Wochenenden, feiertags und bei größeren Veranstaltungen jeweils mit drei Personen im Riedbrunnenpark und im Stadtpark Kleb eine Sanitätsstation. Doch auch an anderen Tagen, wenn beispielsweise schwüles Wetter vorhergesagt ist, sorgt das DRK für die Gesundheit der Besucher. „Wir freuen uns, dass wir den Zuschlag bekommen haben“, sagte der DRK-Kreisverbandsvorsitzende Walter Beuerle. Denn: „Wir leisten gerne unseren Beitrag für dieses tolle Event!"

(Redaktion)


 


 

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