Sie sind hier: Startseite Stuttgart Aktuell News
Weitere Artikel
NATO-Gipfel

"Logo-Streit" um NATO-Gipfel beendet

Offiziell findet der NATO-Gipfel im April ohne die Kurstadt Baden-Baden statt. Zumindest das Logo des Jubiläums-Gipfels des Verteidigungsbündnisses listet nur Straßburg in Frankreich und Kehl in Deutschland auf - die ursprünglich geplanten Gipfel-Orte. Doch wird Kehl jetzt eigentlich ausgespart und der Hauptteil auf deutscher Seite stattdessen in Baden-Baden stattfinden. Lange Zeit hatte dies zu teils erbitterten Wortgefechten geführt. Drei Wochen vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs anlässlich des 60. Jahrestages der NATO erklären nun beide Kommunen den «Logo-Streit» für beendet - und werben mit ihren Stärken.

Kehls Oberbürgermeister Günther Petry (SPD) hat gut Lachen. Denn nicht nur im Logo taucht seine Stadt weiterhin allein auf, auch das offizielle Gipfel-Foto wird wohl seine 35 000-Einwohner-Kommune zeigen, wenn die Staats- und Regierungschefs der NATO am 4. April zu Fuß über die 387 Meter lange «Passerelle» von Deutschland nach Frankreich gehen. So erklärt Petry, dessen Stadt nun doch nicht wie einst geplant den NATO-Gipfel auf deutscher Seite beherbergen wird, kurz und knapp: «Dieser Streit ist für uns uninteressant.»

Selbstbewusst erhebt Petry den nur wenige Minuten dauernden Aufenthalt des Gipfels zur «Auszeichnung für Kehl und sein Friedenswerk». Schließlich war Kehl wie auch das auf der französischen Rhein-Seite liegende Straßburg mal Teil des einen Landes, mal des anderen. Erst Ende 1953 zogen die letzten Franzosen aus der Stadt ab, die nach dem Zweiten Weltkrieg Frankreich zugeschlagen wurde. Möglich machte dies nicht zuletzt die NATO-Gründung. «Insofern ist der NATO-Gipfel an diesem Punkt am Rhein genau richtig», freut sich Petry. Zudem habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Bauwerk über den Rhein schon einen neuen Namen gegeben: «Friedensbrücke».

Baden-Baden indes sieht den «grafischen Ausschluss» vom Gipfel mittlerweile entspannt. «Wir haben mit dem Arbeitsessen am Abend des 3. April die wichtigste Veranstaltung auf deutschem Gebiet», betont der Oberbürgermeister der Stadt an der Oos, Wolfgang Gerstner (CDU). Und er erinnert daran, dass sich seine Stadt schon im 19. Jahrhundert als «Sommerhauptstadt Europas» einen Namen gemacht habe. Nicht vergessen werden sollte zudem, dass hier 1863 schon ein «Drei-Kaiser-Gipfel» stattfand, als Österreichs Kaiser Franz Joseph, Russlands Zar Alexander und Frankreichs Kaiser Napoleon III. nach
Baden-Baden kamen, um die Weltlage zu erörtern.

«Jetzt wird die Stadt wieder in den Fokus der Weltpolitik rücken», sagt Gerstner zufrieden, und will den leidigen Logo-Streit nicht weitertreiben. «Dazu ist doch alles gesagt.» Er verweist darauf, dass zwar das NATO-Gipfellogo nicht verändert wird, «aber die Bilder vom ersten Besuch Barack Obamas in Deutschland kommen von hier». Gleichzeitig verspricht er, «dass die Bilder, die um die Welt gehen werden, anders sind als die von Heiligendamm». Denn mit dem neuen US-Präsidenten werde es für US-Gegner deutlich komplizierter als zu Bush-Zeiten. «Die Mobilisierung gegen ein Feindbild wird hier schwierig.»

Lang wird der NATO-Jubiläumsgipfel auf deutscher Seite ohnehin nicht dauern. Am 3. April nachmittags kommen die Staats- und Regierungschefs an, erleben abends im Kurhaus von Baden-Baden ein Kulturprogramm und haben anschließend ihr erstes Arbeitsessen. 14 Delegationen werden auf deutscher Seite übernachten, die andere Hälfte wird zurück nach Frankreich fahren, wo am 4. April die politische Hauptveranstaltung stattfindet. Zwischendurch ist am
Morgen des 4. April der Gang über die Rheinbrücke von Kehl nach Straßburg geplant. So versprechen die vor einigen Wochen noch fast verfeindeten Oberbürgermeister Petry und Gerstner jetzt mit gleichlautend friedlichen Worten: «Wir werden gute Gastgeber sein.»

(Redaktion)


 


 

NATO-Gipfel
Weltkrieg
Kurstadt
Baden-Baden
Logo-Streit
Günther Petry
Wolfgang Gerstner
Jubiläums-Gip

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "NATO-Gipfel" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: