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Lohnsteuer

I want my Money back...

„Ich will mein Geld zurück“ singt die Australierin Lenka. Und spricht damit (sicher nicht nur) tausenden angehenden Steuerzahlern aus der Seele: Wer jetzt eine Ausbildung beginnt, das Studium aufnimmt oder eine zweite Ausbildung in Angriff nimmt – der sollte sich auch mit seinen Steuern beschäftigen: „Wer sich nicht kümmert, verliert womöglich viel Geld“, sagt Sigurd Warschkow von der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V.

Jeden Tag um 6.30 Uhr aufstehen, jeden Tag Vorlesungen überstehen – wer sich bildet hat wenig Zeit. Der Alltag für Berufseinsteiger wie für Studenten ist hart. Und trotz all der Arbeit bleibt am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig.

„Gerade deshalb rate ich jungen Leuten, sich mit der finanziellen Seite ihres Alltags zu beschäftigen“, mahnt Sigurd Warschkow. „Wer in der Ausbildung ist, kann oft so viel steuerlich absetzen, dass er praktisch keine Steuern zahlt. Bei bestimmten Ausbildungsstufen können junge Erwachsene sogar heute schon dafür sorgen, dass sie morgen viel Steuergeld sparen.“

Sigurd Warschkow benennt die wichtigsten Merkmale:

  • Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag – er gilt auch für Auszubildende - liegt aktuell bei 8.354 € (2013: 8130 €). Werden keine Steuern gezahlt, dann können die Eltern die abgeführten bzw. gezahlten Kranken- u. Pflegeversicherungsbeiträge des Auszubildenden geltend machen.
  • Lohnsteuerabzug : Auszubildende, die Lohnsteuer zahlen mussten, sollten für das betreffende Jahr immer eine Einkommensteuererklärung abgeben.
  • Berufseinsteiger: Wenn der Abschluss der Ausbildung und der Beginn der beruflichen Tätigkeit in einem Jahr liegen und Lohnsteuer fällig wurde, dann lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung in den meisten Fällen.
  • Werbungskosten : Der Pauschbetrag liegt aktuell bei 1000 € pro Jahr. Wer höhere Ausgaben hat, muss alle Kosten belegen. Dann lohnt sich die Steuererstattung in der Regel richtig. Was zum Beispiel abgesetzt werden kann:
  • Fachbücher, Schreibmaterialien, Ausgaben für die Bewerbung, auch für Fahrtkosten zum Bewerbungsgespräch;
  • Berufskleidung: Kostüm oder Anzug werden nicht anerkannt, wohl aber Uniformen, Schutzkleidung oder etwa der Arzt- bzw. Pfleger-Kittel.
  • Fahrkosten: 0,30 € pro Kilometer sind pauschal für Fahrt zum Ausbildungsbetrieb absetzbar. Bei Fahrten zur Berufsschule kann auch der Rückweg geltend gemacht werden. Für den Schultag können auch Verpflegungsmehraufwendungen berechnet werden, je nach Unterrichtsdauer.
  • Kosten für einen berufsbedingten Umzug : dazu gehören auch Maklergebühren, Ausgaben für Möbeltransport, Handwerkerkosten für den ersten Anstrich. Außerdem gibt es für sonstige Umzugskosten eine Pauschale von 657 €.
  • Kindergeld 1: Eltern haben weiterhin Anspruch auf das Kindergeld (bis zum 25. Lebensjahr), solange der Nachwuchs in der Ausbildung ist. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist dabei unerheblich. Ist der volljährige Auszubildende ausgezogen, können die Eltern den Ausbildungsfreibetrag von 924 € in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Dies gilt auch wenn der Auszubildenden eine Nebenwohnung am Ort der Ausbildung oder in der Nähe hat.
  • Kindergeld 2: Das Kindergeld ist bei deutschen Gerichten ein beliebtes Streitthema. Immerhin gibt es zahlreiche Sonderregelungen, nach denen das Kindergeld weiter gezahlt wird. Selbst für verheiratete Studenten können Eltern diese Förderung unter bestimmten Voraussetzungen erhalten. Kindergeld muss für Kinder ab 18 Jahre immer beantragt werden.
  • Zweitausbildung bzw. Studium nach einer erstmaligen Ausbildung: Hierbei können alle Kosten, also Ausgaben für ihre ‚Studentenbude‘ (wenn diese der Zweitwohnsitz ist), für Fahrten, Materialien oder Gebühren als Werbungskosten einsetzen. Über den sogenannten „Verlustvortrag“ können diese Kosten steuerlich geltend gemacht werden, sobald der Jung-Akademiker in das Berufsleben einsteigt.
  • Die wohnungsmäßige Anmeldung bei dem alleinerziehenden Elternteil hat auch Auswirkungen darauf ob der alleinstehende Elternteil den Freibetrag für Alleinerziehende ( Steuerklasse 2) bekommt oder nicht.
  • Für Auszubildende oder Studenten über 25 Jahre, für die kein Kindergeld gezahlt wird, die keine oder nur geringe Einkünfte haben, können die Eltern (auch Großeltern) die Unterstützung bedürftiger Personen geltend machen.

Verlustvortrag, Berufskleidung oder Werbungskosten: „Wer diese Begriffe für Böhmische Dörfer hält, der kann sich zum Beispiel an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Der erledigt dann die Arbeit“, sagt Sigurd Warschkow, Beratungsstellenleiter der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V. in Eberdingen.

Über die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck
Die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer ist einer der führenden Lohnsteuerhilfevereine. Sie ist deutschlandweit aktiv mit rund 300 Beratungsstellen. 2013 wurden bundesweit über 50.000 Mitglieder steuerlich betreut. 1991 ist das Gründungsjahr des Lohnsteuerhilfevereins.

(Redaktion)


 


 

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