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Mehdorn tritt zurück

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, tritt von seinem Amt zurück. Das erklärte der 66-Jährige am Montag (30. März 2009) auf der Bilanzpressekonferenz des Staatsunternehmens in Berlin. Der langjährige Bahnvorsitzende war im Zuge der Ausweitung der Datenaffäre immer stärker unter Druck geraten. Gewerkschaften wie Oppositionsparteien hatten seinen Rücktritt gefordert. Mehdorn steht seit Ende 1999 an der Spitze des Unternehnmens.

Bahnchef Hartmut Mehdorn ist zurückgetreten. Jetzt richtet sich der Blick der Bundesregierung nach vorn: Wer soll Mehdorn nachfolgen und den Staatskonzern in schwieriger Lage übernehmen? Hinter den Kulissen ist seit langem über einen möglichen Nachfolger diskutiert worden. Offen war bis zuletzt, auf was für eine Art von Kandidaten die Regierungskoalition sich einigen kann: Soll er eine Dauerlösung sein, oder den Posten nur übergangsweise, bis zur Bundestagswahl im September, besetzen?Beim Schaulaufen um den Posten als «Germany's next Bahnchef» tauchten zuletzt vor allem folgende sechs Kandidaten auf:

Norbert Bensel (61): Er ist im Vorstand der DB Mobility Logistics AG und leitet das Gütertransportgeschäft bei der Bahn. Zuvor war er Personalvorstand. Für ihn spricht, dass er die Deutsche Bahn seit Jahren von innen kennt. Bensel gilt jedoch intern als nicht besonders führungsstark und als SPD-nah. Es ist unwahrscheinlich, dass die Unionsparteien und die FDP, die auf eine Regierungskoalition nach der Bundestagswahl im Herbst hoffen, auf Dauer mit einem solchen Bahnchef leben möchten. Außerdem hält sich unter Gewerkschaftern die Sorge, dass er mit Datenaffäre zu tun haben könnte.

Nikolaus Breuel (49): Der Sohn der einstigen Treuhand -treuhand-die-uebertragung-von-rechten-an-dritte-_id43347.html'>Treuhand -Chefin Birgit Breuel leitet den Fernverkehr. Der Jurist ist seit 1993 bei der Bahn, leitete dort zeitweise die Konzernentwicklung und hat Mitte 2004 als Vorstandschef des Fernverkehrs einen schwierigen Posten übernommen. In Bahnkreisen wird betont, Breuel habe den Fernverkehr saniert und in die Gewinnzone geführt. Für ihn spricht auch, dass er als unionsnah gilt. Die könnte zumindest nach der Bundestagswahl ein wichtiges Kriterium sein.

Thilo Sarrazin (64): Der Berliner Finanzsenator ist eigentlich
schon auf dem Weg in den Bundesbankvorstand. Doch die Führung des
DB-Konzerns dürfte auch für Sarrazin eine verlockende Herausforderung
sein. Das Unternehmen kennt er sehr gut. Von Anfang 2000 bis Ende
2001 war er für die Konzernrevision zuständig. Anschließend wurde er
Vorstand der DB Netz AG und war dort verantwortlich für Planung und
Investitionen. An Kenntnissen, Kompetenzen und am nötigen
Durchsetzungsvermögen für den Job des Bahnchefs zweifelt bei Sarrazin
kaum jemand. Allerdings wäre er ein SPD-Kandidat. Außerdem hat er als
Finanzsenator oft bewiesen, dass er einen eigenen Kopf hat und sich
um Kritik im Zweifelsfall nur wenig kümmert. Die Frage ist, ob sich
die nächste Bundesregierung nach der Mehdorn-Erfahrung soviel
Eigenständigkeit schätzt.

Utz Claassen (45): Der frühere Chef des Energieversorgers EnBW
tauchte in der Vergangenheit als angeblicher Favorit von
Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller für die Mehdorn-Nachfolge auf.
Er hatte bei EnBW einen kräftigen Sanierungskurs durchgesetzt und das
Unternehmen auf Renditekurs gebracht. Claassen gilt als guter Freund
von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Stefan Garber (54): Er ist im Vorstand der DB AG für Infrastruktur zuständig. Garber, der seit dem Jahr 2000 im Unternehmen ist, galt zeitweise als Kronprinz Mehdorns. Er ist zuletzt in der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen worden. Bahninsider weisen darauf hin, dass er an Mehdorn «dicht dran» war und von den Auswirkungen der Datenaffäre noch erfasst werden könnte.

Andreas Meyer: Er wäre ein Kandidat von ganz außen, der die Deutsche Bahn dennoch hervorragend kennt. Derzeit führt der 1961 geborene Meyer die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die als erfolgreich gelten und der Deutschen Bahn von Kritikern immer wieder als Positiv-Beispiel vorgehalten wurden. Der Eisenbahnersohn gilt unter anderem als kommunikationsstark und sozial kompetent. Solche Eigenschaften könnten für den künftigen Bahnchef mindestens ebenso wichtig sein, wie Managementqualitäten und Branchenkenntnis. Beides bringt Meyer mit. Er hat von 1997 bis 2006 bei der Deutschen Bahn gearbeitet. Bei der DB Energie wurde er im Jahr 2000 Vorsitzender der Geschäftsführung, später wurde er Chef von DB Stadtverkehr, Mitglied der Geschäftsführung der DB Personenverkehr GmbH und gehörte zur
Konzernleitung. Im Jahr 2006 berief ihn der SBB-Verwaltungsrat auf seinen gegenwärtigen Führungsposten.

(Redaktion)


 


 

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