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Landesgartenschau 2012

Nagold: Karges Gemäuer trifft Blumenzauber

Erstmals auf einer baden-württembergischen Landesgartenschau, ja vielleicht sogar überhaupt, werden die wechselnden Blumenschauen in einem ehemaligen Brauerei-Gebäude veranstaltet. Ein noch nie dagewesenes optisches Potenzial!

Man kann sich verirren in der stillgelegten Anker-Brauerei in der Innenstadt von Nagold. Wie bei den meisten alten Industrie-Gebäuden sind ihre Räume unterschiedlich groß, erzählen von den verschiedensten Nutzungen und Beanspruchungen, und die Durch- und Übergänge sind verwinkelt und eng. 

Schwer vorstellbar, dass hier eine große Blumenausstellung auf die Beine gestellt werden soll – geschweige denn zwölf verschiedene, die zudem den Anspruch haben, nicht nur schnöden Standard, sondern Sternstunden des Gärtner- und Floristen-Handwerks zu präsentieren. Und tatsächlich erklärt Ulrike Wannenmacher, die bei der Landesgartenschau Nagold 2012 GmbH für die gärtnerischen Ausstellungsbeiträge verantwortlich ist: „Das Pflanzenmaterial hinein- und herauszubringen, ist ausgesprochen schwierig. Vor allem, weil wir über drei Ebenen operieren – dafür müssen wir extra einen Außenaufzug anmieten. Jeden zweiten Montag ist Wechseltag, die Ausstellung muss dann leider geschlossen bleiben. Da wird schon in der Nacht die alte Blumenschau abgebaut, damit wir den ganzen Tag Zeit haben, um die neue aufzubauen.“

Doch die größte Erschwernis ist im Fall der Blumenschauen auch ihre größte Chance. Denn in den insgesamt zehn Räumen können die Themen, die an sich schon eine enorme Tiefe und Strahlkraft haben, nochmals eine Fülle von unterschiedlichen Facetten entfalten. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass solch alte Gemäuer die Blumenpracht besonders gut zur Geltung kommen lassen. „Normalerweise muss man vorsichtig sein, dass das Gebäude die Blumenschauen nicht überdeckt“, sagt Gabriele Haufe, eine der leitenden Floristinnen. „Aber hier entfaltet die Blume ihren Zauber automatisch besonders intensiv.“ Bei der Gesamtkonzeption habe man sich übrigens von vielerlei Einflüssen inspirieren lassen, verrät die Floristmeisterin und Dozentin an der Universität Hohenheim. „Da gibt es etwa die Schau ‚Mittelalter trifft Gegenwart‘, die der Stadt Nagold und ihrem Wahrzeichen, der Burgruine Hohennagold, Tribut zollt; Schauen wie ‚Hopfen und Malz, Gott erhalt’s‘ und ‚ErnteDank‘, die den Jahreszeiten obliegen; und eine Reihe von besonderen Themen wie ‚Traumhaft, Fabelhaft, Märchenhaft‘ oder ‚Zeitliches und Ewiges‘, die sich aus der großen Symbolik ergeben, die jede Blume in sich trägt.“

Noch etwas anderes macht die Blumenschauen in der ehemaligen Anker-Brauerei einzigartig: Sie sind der letzte Akt in der über hundertjährigen Geschichte des Gebäudes. Denn nach der Landesgartenschau Nagold 2012 wird es abgerissen und macht einer neuen, modernen Wohn- und Geschäftsbebauung Platz. Ein Wermutstropfen ist das für die Macher aber nicht, schließlich sind Blumen ja an sich schon etwas ebenso Wunderbares wie Vergängliches. „Es ist doch schön“, findet Ulrike Wannenmacher, „dass ein Bauwerk, das so viel erlebt hat, vor seinem Ende noch einmal aufblühen darf.“

Die Themen aller zwölf Blumenschauen

27. April bis 6. Mai 2012: Traumhaft, Fabelhaft, Märchenhaft

8. bis 20. Mai 2012: Pflanzen im Blickpunkt der Wohnkultur

22. Mai bis 3. Juni 2012: Erfahrungen mit Blumen

5. bis 17. Juni 2012: Florale Blütenobjekte beleben den Anker

19. Juni bis 1. Juli 2012: Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose

3. bis 15. Juli 2012: Blattwerk-Kunstwerk

17. bis 29. Juli 2012: Flora aus nah und fern

31. Juli bis 12. August 2012: Mittelalter trifft Gegenwart

14. bis 26. August 2012: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s

28. August bis 9. September 2012: Die natürliche Melodie der Blüten, gespielt auf technischen Saiten

11. bis 23. September 2012: Zeitliches und Ewiges

25. September bis 7. Oktober 2012: ErnteDank 

(Redaktion)


 


 

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