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Stuttgart 21

Ist Neubaustrecke nach Ulm wirtschaftlich ein "Nullsummenspiel"?

Die "Stuttgarter Zeitung" berichtet ihrer heutigen Ausgabe (11. 11. 2010), dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Projekts der Neubaustrecke Wendlingen - Ulm vom Bundesverkehrsministerium mit 1,0 angegeben wurde. Das ist der Mindestwert, den die Bundeshaushaltsordnung verlangt, um Projekte mit Steuergeldern zu finanzieren.

Somit bestehen auch von staatlicher Seite Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der im Rahmen von "Stuttgart 21" geplanten Neubaustrecke Wendlingen - Ulm.  Schon gestern hatte die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf das Bundesverkehrsministerium das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Projekts mit 1,2 angegeben.  

Heute will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den "Bedarfsplan Schiene" vorstellen, der eine Neubewertung der Infrastrukturprojekte enthält. Dem Bericht zufolge gibt es andere Projekte, die eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit aufweisen als die Neubaustrecke über die Schwäbische Alb. Die 60 Kilometer lange Neubautrasse zwischen Wendlingen und Ulm soll die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm beinahe halbieren und rund 2,9 Milliarden Euro kosten. 

Die Neubaustrecke steht in direktem Zusammenhang mit dem umstrittenen Bahnprojekt "Stuttgart 21", bei dem der Stuttgarter Hauptbahnhof von einem Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden soll. Die Kosten für das Projekt werden derzeit mit 4,1 Milliarden Euro angesetzt. Seit Monaten gibt es massive Proteste gegen das Projekt. 

Aber auch die Befürworter melden sich stärker zu Wort: Die Befürworter des milliardenschweren Bahnhofsumbaus in Stuttgart planen heute erneut einen "Lauf für Stuttgart 21". Bereits zum zehnten Mal treffen sich die Demonstranten am Staatstheater (19.00 Uhr), um zum Marktplatz zu laufen, zu radeln oder zu skaten, wie die Veranstalter mitteilten. Am Marktplatz soll es wieder eine Kundgebung unter dem Motto "Zeit zu reden" geben. Erwartet werden unter anderem die Ansprachen von Stuttgarts Oberbürgermeister Schuster und von der ehemaligen baden-württembergischen Justizministerin Werwigk-Hertneck.

Die Industrie- und Handelskammer Ulm (IHK) spricht sich eindeutig für Stuttgart 21 als Gesamtprojekt aus: "Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm sind als ein untrennbares Gesamtprojekt zu betrachten: Ohne Stuttgart 21 endet die Neubaustrecke von Ulm kommend in Wendlingen sprichwörtlich auf dem Acker." Erst durch die Tieferlegung und Drehung des Stuttgarter Hauptbahnhofes würde eine neue Trassenführung über die Fildern ermöglicht, die in Wendlingen an die Neubaustrecke anschließt. Stuttgart 21 stelle somit auch mehr als die bloße Umgestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofes dar: "Mit Stuttgart 21 werden der Flughafen Stuttgart und die Stuttgarter Messe in die Verbindungstrasse Stuttgart–Ulm integriert".

(Redaktion)


 


 

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