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Manfred P: Nie wieder S-Bahn!

Auf die INTERGASTRA auf der Messe am Flughafen hat es von Berufs wegen Manfred P. aus Gültstein gezogen. Morgens um kurz nach 8 schien die Welt noch in Ordnung. Zwar waren die Temperaturen mit minus 9 Grad eisig, doch nach rund einer Stunde Reisezeit mit dem ÖPNV konnte er auf der Landesmesse einchecken - nicht jedoch auf der Rückfahrt: Die dauerte nämlich geschlagene zwei Stunden, und das bei zweistelligen Minustemperaturen...

Die führende Fachmesse für den gesamte Gastrobereich INTERGASTRA dauert vom Samstag, 11. Februar bis einschließlich Mittwoch, 15. Februar 2012, und findet auf der neuen Messe am Stuttgarter Flughafen statt. Dort trifft sich alles, was Rang und Namen hat in der der Branche, denn auf der er INTERGASTRA präsentieren sich Marktführer, Spezialanbieter sowie junge, innovative Unternehmen der Branche. Die Besucher der Messe dürfen sich auf zahlreiche Neuheiten und ein vielfältiges Rahmenprogramm freuen. Dazu vermittelt die INTERGASTRA einen vollständigen Überblick über die Bereiche Hotelerie, Gastronomie, Catering, Konditorei und Café. Die INTERGASTRA ist zudem die ideale Plattform um Kontakte zu knüpfen und um das eigene Netzwerk zu pflegen.

Manfred P. hatte sich dazu den Samstag ausgesucht. Und was liegt also näher, bequem mit dem ÖPNV direkt vor die Messe zu fahren und dann die acht Hallen zu durchqueren? So dachte - und tat es auch auch Manfred P., der den Tag bis zur Schließung der Messe um 18 Uhr ausnutzte, um sich über Neues zu informieren, mit Kollegen zu sprechen und den Meister- und Fernsehköchen zuzuschauen. 

Doch mit der Rückreise nach Gültstein, einem Teilort von Herrenberg im Kreis Böblingen, begann eine Wartensreise, denn aus einer Stunde Reisezeit wurden glatt zwei Stunden - und das für eine Straßenentfernung von sage und schreibe 37 km, die an einem Samstag-Abend mit einem Auto gut in 25 Minuten zu schaffen sind.

Nehmen wir den S-Bahnhof Stuttgart-Rohr: Dort mit der S-Bahn angekommen, konnte Manfred P. die Ansage lesen "S 1 Richtung Herrenberg in 22 Min." Es war eiskalt bei deutlichen Minusgraden, es war dunkel und es gab keinen Hinweis auf einen geschützten Fahrgastwarteraum - Manfred P. sah sich sibirischen Verhältnissen ausgesetzt...

Mit gefühlt tiefgefrorenen Füßen konnte Manfred P. nach dieser Wartezeit bibbernd die S 1 besteigen, die zwar warm war - aber auch laut. Offensichtlich durch das 5:0 des VfB Stuttgart gegen die Herthaner aus Berlin beflügelt, sangen jugendliche Fußballfans und grölten. Doch es eskalierte zum Beklemmenden - sie randalierten in der Bahn, indem sie sich gegenseitig auf die Sitzbänke warfen und auch gegen die Innenwand der S-Bahn, dass die Reisenden es mit der Angst zu tun bekamen: "Hoffentlich passiert jetzt nichts - denn das würde Ärger für alle bedeuten - und die Fahrzeit weiter verlängern", dachte Manfred P. bei sich.

Doch wenig später lief die S-Bahn so gegen Viertel nach sieben in Herrenberg ein - Sitzbänke und Innenwände hatten den Herausforderungen der Fußballfreunde offenbar standgehalten, und Manfred P.'s Anlitz hellte sich auf, als er auf dem Bahngleis schräg gegenüber die Ammertalbahn sah. Das ist ein "Privatzügle", das zwischen Herrenberg und Tübingen hin und her pendelt und das Richtung Tübingen fahren sollte. Eine Haltestation musste er mit der Bahn fahren, dann konnte er ein heißes Bad nehmen - oder vielleicht stand auch schon das warme Nachtessen auf dem Tisch?

Also machte er sich eiligen Fußes auf den Weg und eilte zum Privatbähnle hinüber, schließlich sollte es ihm ja nicht vor den Nase wegfahren. Froh darüber drückte er den "Öffnen-Knopf" und bestieg die Bahn, deren Motor schon lief.

Doch was passiert denn da? Nichts! Manfred P. wartete. Und wartete. Und wartete. Er hatte zwar seinen MP3-Player und die aktuelle Ausgabe der FAZ bei sich, doch es passierte nichts! Manfred P. war versunken in die Lektüre der FAZ, als plötzlich ein lauter Knall ihn erschreckte: Narrete, Fasnetsfreunde. Faschingsfreaks hatten Platz genommen und eine Frau hatte wohl das WC aufgesucht und die Türe laut knallend hinter sich geschlossen - was ihren Begleiter wohl dazu animierte, nochmals laut mit mit seinem Stiefel gegen die Türe zu treten. Warum tut er das? Was soll das bringen?, fragte sich Manfred P. interessiert - als er die Antwort bekam: Betrunken lallte er vor sich hin und als seine Begleiterin "erleichtert" aus dem WC kam, begann eine lautstarke Unterhaltung zwischen den beiden, auf deren Sinn oder Unsinn der Leser wohl wenig Wert legen dürfte...

Wieder der FAZ zugewandt bemerkte Manfred P., dass sich die Innentemperaturen trotz laufenden Motos immer mehr an die Außentemperaturen anzugleichen schienen - die Finger wurden klamm, die Nase wurde "zu" und er begann zu frieren. Ursache: Die Zugtüren schlossen nicht automatisch, sondern nur "von Hand", 

Nach über einer halben Stunde Wartens in der öden Bahn begann diese sich schließlich um 19:51 Uhr in Bewegung zu setzen, Ankunft Gültstein 19:56, Fußmarsch rund zehn Minuten - Ankunft im warmen Zuhause um 20:07 Uhr - GESCHAFFT - doch Halt: die TAGESSCHAU lief und war fast schon verpasst!

Eines schwor sich Manfred P. an diesem Abend: Nie wieder ÖPNV! Oder aber der VVS passt sich den Bedürfnissen der Menschen endlich besser an: An einem Messe-Samstag dürfen 37km einfach keine zwei Stunden dauern, resümmierte er für sich, biss in seine heiße Pizza und sah in die glücklichen Augen seiner Frau, die sich freute, dass ihr Mann daheim war...

(Redaktion)


 


 

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