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Knackpunkt: Wird die Webseite bei Suchabfragen von Google & Co gefunden?

In der Zusammenarbeit von Industriedienstleistern und Werbeagenturen knirscht es oft. Denn viele „Kreative“ sind zwar in grafischen Dingen fit, doch leider haben sie vom Vertrieb und der Suchmaschinenoptimierung wenig Ahnung. Deshalb erfüllen die von ihnen gestalteten Webseiten oft ihre Funktion im Marketing- und Vertriebssystem ihrer Kunden nicht.

„Warum wird die Webseite meines Mitbewerbers bei Google-Suchabfragen so weit vorne angezeigt, während man meine Seite nicht findet?“ Das fragen sich Industriedienstleister wie Unternehmens- oder IT-Berater, Wirtschaftsprüfer oder -juristen oft, wenn sie für ihr Unternehmen relevante Begriffe bei Google & Co als Suchbegriffe eingeben. Denn dann stellen sie häufig fest: Die (optisch grauenvollen) Webseiten ihrer Mitbewerber stehen in der Trefferliste weit vorne. Und ihre eigene Webseite, für deren textliche und grafische Gestaltung sie Tausende von Euro ausgaben? Sie findet man bestenfalls im Nirwana.

Die einfache Erklärung hierfür ist: Viele Werbeagenturen, die auch Webseiten konzipieren und gestalten, sind zwar grafisch fit, sie haben aber von der Suchenmaschinenoptimierung keine Ahnung – selbst wenn sie sich im World-wide-web (wie üblich) auch als SEO-Spezialisten präsentieren. Faktisch sind sie dies aber oft nicht.

Schöne, aber wirkungslose Seiten
Davon kann sich jeder, sofern gewünscht, meist binnen Sekunden selbst überzeugen. Zum Beispiel, indem er sich den Quelltext der von den „Kreativen“ konzipierten Webseiten anschaut. Steht dort zum Beispiel im „title“ der Webseite einer Personalberatung nur der Name des Unternehmens, ist sofort klar: Die Werbeagentur hat von Suchmaschinenoptimierung wenig Ahnung. Denn damit die Personalberatung auch unter dem Begriff Personalberatung gut gefunden wird, müsste dieser Begriff auch im „title“ der Webseite stehen. Doch nicht nur dort, sondern auch in der „Description“. Auch dies ist häufig nicht der Fall. Stattdessen findet man dort vielfach einen Text, der für das Gefunden-werden von Google & Co keinerlei Relevanz hat.

Die Folge: Der Kunde der Werbeagentur – also zum Beispiel der Unternehmensberater, Rechtsanwalt oder Wirtschaftsprüfer – hat zwar eine wunderschöne Webseite. Doch leider finden dessen potenzielle Kunden diese nicht, weshalb die in das Texten und Gestalten der Webseite investierten Euro weitgehend eine Fehlinvestition sind.

Vom Vertrieb wenig Ahnung
Doch nicht nur diesbezüglich hakt es oft in der Zusammenarbeit zwischen Werbeagenturen und im B-to-B-Bereich aktiven Unternehmen – insbesondere solchen, deren Geschäft primär ein Projektgeschäft ist. Ein weiteres Kernproblem ist: Die meisten Werbeagenturen haben wenig Ahnung vom Vertrieb. Oder anders formuliert: Ihnen ist nicht ausreichend bewusst, dass der Vertrieb von Industrieprodukten und -dienstleistungen anders als der Vertrieb von Konsumgütern wie Bratwürsten und Bratpfannen an „Consumer“ funktioniert – unter anderem, weil sich der Kaufentscheidungsprozess bei ihnen oft über Monate, wenn nicht gar Jahre erstreckt.

Also fragen sich die Kreativen vor dem Konzipieren der Webseite auch nicht ausreichend: Welche Teilfunktion kann die Webseite im Marketing- und Vertriebssystem unseres Kunden überhaupt erfüllen? Und wie sollte sie konzipiert sein, damit sie genau diese (Teil-)Funktion erfüllt? Stattdessen beschäftigen sie sich endlos mit solchen „Nebensächlichkeiten“ wie: Soll das Firmenlogo nun rund oder eckig, dunkel- oder hellgrün sein? Fragen, die für den Vertriebserfolg im B-to-B-Bereich von völlig untergeordneter Bedeutung sind. Die Folge: Das Unternehmen hat am Schluss eine „tolle“ Webseite, mit der sich zwar Badeschlappen und Wellness-Produkte vermarkten ließen, doch leider keine Industriegüter und -dienstleistungen.

Schönheit allein nutzt nichts
Entsprechend sorgsam sollten im B-to-B-Bereich tätige Unternehmen und Dienstleister, bevor sie einer Werbeagentur den Auftrag erteilen, eine Webseite für sie zu konzipieren, prüfen, ob diese für sie der richtige Partner ist. Zum Beispiel, indem sie sich von der Agentur einige Musterkunden nebst den „Keywords“, auf die deren Webseiten optimiert wurden, nennen lässt. Dann können sie selbst checken, wie gut oder schlecht die Werbeagentur-Kunden bezogen auf diese „Keywords“ im Netz dastehen.

Und keinesfalls sollten sie sich davon bluffen lassen, wie „schööön“ die von der Agentur gestalteten Webseiten sind. Denn selbstverständlich ist es wichtig, dass die Webseite eines Unternehmens die Zielkunden, die sie besuchen, auch optisch anspricht (beziehungsweise ihnen das Gefühl vermittelt „Hier bin ich auf der Webseite eines Profis und echten Spezialisten für ‚......’“). Aber noch wichtiger ist, dass die Webseite im Netz gefunden wird. Denn was nutzt Ihnen eine Webseite, die niemand bei Google-Suchabfragen findet? Ebenso viel wie ein wunderschönes Prospekt, das in Ihrer Schublade verstaubt. Nichts! Text:BKuntz

Zum Autor: Bernhard Kuntz ist Geschäftsführer der PRofilBerater GmbH, Darmstadt. Er ist u.a. Autor der Marketing- und PR-Ratgeber „Die Katze im Sack verkaufen“, „Fette Beute für Trainer und Berater“ sowie „Warum kennt den jeder?“ (Telefon: 06151/896 59-0; E-Mail: [email protected]; Homepage: www.die-profilberater.de).

(Redaktion)


 


 

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