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Ausbildungsmarkt

Pfister warnt vor Fachkräftemangel - Ziele "gut erreicht"

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) sieht das Land trotz der Wirtschaftskrise auf einen Fachkräftemangel zusteuern. Die «drohende Lücke an Fachkräften» könne schon ab dem Jahr 2011 ein «Hemmschuh» werden, sagte der Minister nach einem Spitzengespräch zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt am Montag, 09.11.2009, in Stuttgart.

Die Betriebe müssten die Jugendlichen dann «mit dem Lasso einfangen». Ernst Pfister präsentierte eine erfolgreiche Bilanz des Ausbildungsmarkts 2009. Zum 30. September seien noch 2600 Lehrstellen unbesetzt, aber nur 401 Bewerber unversorgt. Der DGB hingegen sprach von fast 12 000 unversorgten Bewerbern.

Pfister sagte, trotz der Wirtschaftskrise müsse dem Fachkräftemangel bereits im nächsten Jahr gegengesteuert werden. Unter anderem sollen Jugendliche mit Migrationshintergrund künftig stärker in Ausbildung gebracht werden. Noch bestehe bei dieser Gruppe im Vergleich zu Deutschen ein «eklatantes Missverhältnis». Zudem sollen Mädchen verstärkt für technische Berufe begeistert werden, in denen Fachkräftebedarf entsteht. In Baden-Württemberg gibt es laut Pfister 250 anerkannte Ausbildungsberufe. Die Hälfte der Mädchen stürze sich aber auf nur zehn davon.

Für 2010 erwartet der Minister ein «schwieriges Jahr» mit noch mehr Insolvenzen als 2009. Trotz der Krise habe aber der «Schutzschirm für Auszubildende» bislang «gut funktioniert», betonte er. Kein einziger Lehrling aus einem insolventen Betrieb stehe auf der Straße. Zwar seien bislang in diesem Jahr 6000 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen worden als im Vorjahr, zugleich sei aber auch die Zahl der Schulabgänger und Altbewerber deutlich zurückgegangen. 10 000 neue Ausbildungsplätze seien geschaffen und 4000 Betriebe neu für eine Ausbildung hinzugewonnen worden.

Die Leiterin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Eva Strobel, sprach von einer «stabilen» Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Von den erfassten Bewerbern hätten 47 Prozent eine Ausbildung begonnen, wobei unter diesen der Anteil der geförderten Ausbildungen zugenommen habe. Knapp 22 Prozent der Bewerber hätten sich für eine Schul- oder Hochschulausbildung entschieden, knapp sechs Prozent seien in Fördermaßnahmen der Arbeitsagentur. Dieser Anteil sei fast gleich geblieben. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen habe um 2,7 Prozent auf 65 665 abgenommen, die Zahl der gemeldeten Bewerber um 7,5 Prozent auf 66 218.

Claus Munkwitz als Vertreter der Handwerkskammern im Land sagte: «Uns fehlen schon jetzt junge Leute.» Mangel bestehe etwa bei Metall- und Elektroberufen sowie Körperpflege- und Nahrungsmittelberufen.

Der DGB forderte eine «ehrliche Ausbildungsplatzbilanz». Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Marion von Wartenberg kritisierte, wenn die Partner des Ausbildungspakts in ihrer Bilanz von nur 401 «unversorgten Jugendlichen» zum 30. September sprächen, spiegele diese Zahl nicht die Realität der Jugendlichen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen wider. Nur 38,3 Prozent der bei den Agenturen für Arbeit gemeldeten Bewerber hätten direkt eine ungeförderte Berufsausbildung begonnen. Im Vorjahr waren es noch 40,6 Prozent.

(Redaktion)


 


 

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