Sie sind hier: Startseite Stuttgart Marketing Unternehmen
Weitere Artikel
Unternehmen/Porsche/

Pfister plädiert für Erhalt von Porsches Selbstständigkeit - SPD, CDU und FDP fordern Berücksichtigung von Landesinteressen

Im Machtkampf zwischen Porsche und Volkswagen hat Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) Zurückhaltung von der Politik gefordert. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) würden die Politik der Selbstständigkeit von Porsche «hintertreiben», sagte Pfister am Dienstag (21. Juli 2009) im Deutschlandfunk. Beide hätten «keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die Selbstständigkeit nicht wollen».

Pfister plädierte hingegen für einen Erhalt der Selbstständigkeit des Stuttgarter Sportwagenherstellers. Dafür sei notwendig, dass sich die Politik zurücknehme, die an Porsche beteiligten Familien sich einigten und eine «Geldspritze aus Katar kommt». Im Falle einer Liquiditätslücke sei zudem ein «marktüblicher Kredit» der
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) denkbar.

Auch die drei Landtagsfraktionen von CDU, SPD und FDP fordern in einem gemeinsamen Brief an die Porsche-Aufsichtsräte: «Porsche muss als eigenständige Marke mit klarer eigener Verantwortung und ungeschmälertem Entscheidungsspielraum erhalten bleiben.» Die Einsortierung als zehnte neben neun anderen Marken gefährde die Interessen von Porsche.

Unter Bezug auf die niedersächsische Landesregierung heißt es in dem Schreiben weiter: «Wir fühlen uns jetzt, nachdem die landespolitische Karte von einem anderen Bundesland sehr offensiv gespielt wird, dazu aufgefordert, auch als Parlament entschieden und deutlich die baden-württembergischen Interessen zu markieren.» So müsse die «verantwortungslose Eskalations-Strategie um die Porsche AG» umgehend beendet werden.

Pfister schloss eine Beteiligung des Landes Baden-Württemberg aus. Von Merkel forderte er, «dass sie zur Kenntnis nimmt, was aus der Europäischen Union kommt», die eine Abschaffung des «mittelalterlich anmutenden» VW-Gesetzes fordere. Dieses sichert dem VW-Groß aktionär Niedersachsen ein Vetorecht im Aufsichtsrat .

Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking müsse seine «starken Sprüche» zurücknehmen, sagte Pfister. Dieser habe sich mit der geplanten VW-Übernahme verhoben. Wiedeking habe seine Verdienste, «aber er hat natürlich auch in einer Liga gespielt, die zwei Klassen zu hoch war».

Unterdessen forderen die Fraktionen von CDU, SPD und FDP im Landtag die Porsche-Aufsichtsräte dazu auf, Porsche als eigenständige Marke mit klarer eigener Verantwortung und ungeschmälertem Entscheidungsspielraum zu erhalten

Die Fraktionschefs: "Die Entscheidungsautonomie von Porsche aufzugeben und das Unternehmen einzusortieren in die Nischen neun anderer Modellpaletten, wäre ein unverzeihlicher Fehler mit unabsehbar negativen Folgen für Porsche und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter"

Die drei Landtagsfraktionen CDU, SPD und FDP fordern in einem gemeinsamen Brief auf Vorschlag von SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel die Aufsichtsräte der Porsche Holding SE dazu auf, bei ihrer Entscheidung zur Zukunft des Konzerns die baden-württembergischen Interessen zu berücksichtigen. Unter Bezug auf die niedersächsische Landesregierung heißt es in dem Schreiben: "Wir fühlen uns jetzt, nachdem die landespolitische Karte von einem anderen Bundesland sehr offensiv gespielt wird, dazu aufgefordert, auch als Parlament entschieden und deutlich die baden-württembergischen Interessen zu markieren." Vor diesem Hintergrund formulierten die Fraktionschefs Stefan Mappus, Claus Schmiedel und Dr. Hans-Ulrich Rülke drei Positionen:

1. "Die verantwortungslose Eskalations-Strategie um die Porsche AG, die seit Wochen tagtäglich verschärft wird, ist umgehend zu beenden. Der eingetretene Schaden für die Reputation der Porsche AG ist längst zu groß, als dass eine weitere Zuspitzung riskiert werden darf. Wer immer als ,Sieger' aus der momentanen Situation herausgehen mag, die Unversehrtheit der Porsche AG liegt in aller Interesse.

2. Porsche muss als eigenständige Marke mit klarer eigener Verantwortung und ungeschmälertem Entscheidungsspielraum erhalten bleiben. Die Einsortierung als zehnte neben neun anderen Marken bringt Porsche in den Zusammenhang mit einer Sachzwangpolitik, die gar nicht anders kann, als die Interessen von Porsche zu gefährden und ihnen zu schaden.

3. Die Erfolgsgeschichte der Porsche AG im vergangenen Jahrzehnt hat ihren Ausgangspunkt in der ungeteilten und unbestrittenen Entscheidungsautonomie der Unternehmensleitung. Sie aufzugeben und das Unternehmen z. B. einzusortieren in die Nischen neun anderer Modellpaletten, wäre ein unverzeihlicher Fehler mit unabsehbar negativen Folgen für Porsche und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Die Fraktionschefs baten die Aufsichtsräte, sich dafür einzusetzen, dass diese Positionen "Grundlage aller weiteren Beschlüsse" werden sollten.

(Redaktion)


 


 

Porsche und Volkswagen
Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister
FDP
Niedersachsens Minis

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Porsche und Volkswagen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: