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Porsche-Betriebsrat kündigt Widerstand gegen Volkswagen an

Im Machtkampf zwischen Porsche und Volkswagen geht der Betriebsratschef des Sportwagenherstellers, Uwe Hück, erneut in die Offensive. In der «Bild am Sonntag» kündigte er Widerstand gegen die sich abzeichnende Übernahme von Porsche durch Volkswagen an. «Mit Polo-Teilen können Sie keinen Porsche bauen», sagte er. Nach übereinstimmenden Medienberichten planen Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft IG Metall Werksbesetzungen und unbefristete Streiks, um die Forderungen der Porsche-Belegschaft umzusetzen. Laut «Spiegel» will der Wolfsburger Konzern Porsche in zwei Schritten übernehmen. Damit hätte VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piech den Machtkampf für sich entschieden.

Die Belegschaft fordere anstelle eines Verkaufs, dass die Familien Porsche und Piëch das Kapital um 2,5 Milliarden Euro erhöhen, sagte Hück dem Onlineportal der «Süddeutschen Zeitung». Weitere 2,5 Milliarden Euro sollen von anderen Aktionären kommen. Zudem soll ein Investor mit mehreren Milliarden einsteigen. Dann wäre Porsche laut Hück gerettet. Zugleich attackierte er den VW-Aufsichtsratschef. Piech wolle «Alleinherrscher» über VW und Porsche sein. Ob das «bei uns Arbeitsplätze kostet, interessiert ihn nicht», sagt Hück.

   Eine Übernahme durch VW würde die 11 000 Arbeitsplätze bei Porsche gefährden und einzig dazu dienen, den Traum von Piëch zu erfüllen, sagte Hück, der bei Porsche auch Vize-Aufsichtsratschef ist. «Die Porsche-Mitarbeiter haben in den vergangenen 14 Jahren galaktische Gewinne erzielt und werden jetzt auch galaktisch um die Eigenständigkeit von Porsche kämpfen.»

   Porsche hatte sich bei dem Versuch, seinerseits Volkswagen zu übernehmen, finanziell übernommen und sucht Investoren, um seine Verbindlichkeiten zu senken, die sich mittlerweile auf mehr als neun Milliarden Euro belaufen. Unter anderem wurde mit dem Emirat Katar verhandelt. Porsche hält derzeit 51 Prozent an Volkswagen. VW wiederum hat angeboten, 49,9 Prozent der Porsche-Anteile zu kaufen.

   Nach Informationen des «Spiegel» will VW später auch die restlichen Porsche-Anteile erwerben und die Sportwagenfirma als zehnte Marke in den Konzern integrieren. An dem vereinten Unternehmen würden dann die Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch mehr als 50 Prozent der Anteile halten, das Land Niedersachsen 20 und Katar bis zu 19,9 Prozent. Durch die Integration in den Volkswagenkonzern flössen Porsche rund acht Milliarden Euro zu.

   In Kreisen der Porsche-Familie heißt es laut «Bild am Sonntag», dass die Idee einer gemeinsamen Holding des Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking umgesetzt worden sei - nur eben nicht vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Porsche Automobil Holding, Wolfgang Porsche, sondern von dessen Cousin Piech. «Die anderen waren besser und hatten die besseren Kontakte. Sie haben gewonnen», zitiert die Zeitung aus dem Familienumfeld.

   Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zeigten die Verhandlungen, dass Unternehmen in der Wirtschaftskrise auch ohne staatliche Hilfe zu zukunftsfähigen Lösungen kommen können. «Wären im Fall staatlichen Eintretens die Dämme gebrochen, hätte man auch im Fall Porsche andere Optionen womöglich gar nicht mehr geprüft», sagte er laut «Handelsblatt»(Montagausgabe, 20.07.2009). Porsche hatte Ende Juni von der staatlichen Förderbank KfW einen ablehnenden Bescheid für einen Kreditantrag in Höhe von 1,75 Milliarden Euro erhalten.

   Am kommenden Donnerstag wollen sich die Aufsichtsräte von Porsche und Volkswagen mit den vorliegenden Plänen befassen. Zugleich geht es wohl auch um die Abfindung für den vor der Ablösung stehenden Wiedeking. Dabei sei in Anlehnung an sein Gehalt - rund 80 Millionen Euro im vergangenen Jahr - eine Summe von bis zu 100 Millionen Euro im Gespräch, wird in verschiedenen Medien spekuliert.

(Redaktion)


 


 

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