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Fachkräftemangel? Frauenpower!

Fachkräfte sind rar... viele Frauen haben gleichzeitig jedoch Probleme familiengerechte Arbeitsplätze zu finden. Was können Frauen selber tun um dem entgegenzuwirken? Fragen denen sich Dr. Mechthild Wolber, Dr. Birgit Buschmann, Christine Moser, Simone Zeller und Judith Skudelny im Rahmen einer Podiumsdiskussion stellten.

Viele Unternehmer sind äußerst besorgt, wie sie ihren Fachkräftebedarf sichern können. Gleichzeitig haben viele Frauen im technischen Bereich große Probleme, familiengerechte Arbeitsplätze zu finden. Passen Lebensentwürfe und Lebensläufe von Frauen eigentlich überhaupt in die betriebliche Praxis? Was müssen die Frauen selbst tun, was die Unternehmen und wo kann die Politik helfen, damit die Potentiale von Frauen als Fachkräfte besser genutzt werden können? Diesen und weiteren Fragen stellten sich Dr. Mechthild Wolber, Dr. Birgit Buschmann, Christine Moser, Simone Zeller und Judith Skudelny im Rahmen einer Podiumsdiskussion des Liberalen Mittelstands und der Liberalen Frauen.

Dr. Mechthild Wolber, Innovationscoach und stv. Landesvorsitzende des Liberalen Mittelstandes, verdeutlichte das liberale Lebensgefühl „Selbstbestimmt in allen Lebenslagen“: Frauen sollen als Fachkräfte ihren Beruf frei wählen können, aber sich auch frei entscheiden können für oder gegen eine Familiengründung, zu welchem Zeitpunkt und mit wie viel individuellem Engagement für die Familie.

Judith Skudelny, Insolvenzanwältin und Vorsitzende der Liberalen Frauen BW, legte in ihrem Einführungsreferat dar, dass angesichts der demographischen Entwicklung in der Zukunft deutlich mehr Erwerbstätigkeit erforderlich ist, um in der gesamten Gesellschaft unseren derzeitigen Lebensstandard zu halten.

Einigkeit bestand auf dem Podium darüber, dass eine hierdurch ausgelöste Nachfrage nach weiteren Fachkräften vielen Frauen sehr zugute kommen würde, da viele bestens ausgebildete Frauen derzeit nicht oder nur in geringem Umfang und in vergleichsweise wenig verantwortlichen Positionen am Erwerbsleben teilnehmen. 

Kontrovers diskutiert wurde die Frage, ob der in Politik und Medien zitierte Fachkräftemangel überhaupt bereits in der Realität angekommen ist. Simone Zeller, Geschäftsführerin des Jobcenters Landkreis Rottweil verneinte dies ebenso wie Dr. Birgit Buschmann, Ministerialrätin im Landesministerium für Finanzen und Wirtschaft. Dass viele Frauen mit technischer Ausbildung nicht nur aus familiären Gründen aus männerdominierten Umfeldern etwa in den Dienstleistungssektor wechseln, machte Dr. Buschmann gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. Ihre Erfahrung aus Wiedereinstiegsprojekten: Frauen, die aus dem Beruf ausgestiegen sind, sind fachlich wieder sehr schnell up-to-date; schwieriger ist es, ihr Selbstbewusstsein aufzubauen.

Der Rat von Christine Moser, Coach für Stärken und Talente an Frauen, die einen Lebenslauf mit Ecken und Kanten vorweisen: mehr herausstellen, was in jedem Lebensabschnitt gelernt wurde und welchen Input auch Auszeiten und fachfremde Tätigkeiten auf die heutige berufliche Qualifikation bringen. So kann auch Familienarbeit – nicht nur Elternzeit, wie einem schwäbischen Großunternehmen praktiziert - als "Karrierebaustein" dienen. Judith Skudelny fasste nochmals zusammen: Firmen müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass qualifizierte Frauen da sind, das steigert ihre Handlungsoptionen. 

Dass dieses Bewusstsein fehlt, konnte Dr. Buschmann aus dem Projekt „Frauen in Gremien“ berichten: In einer vom Land Baden-Württemberg geförderten Datenbank finden Firmen eine große Anzahl an qualifizierten Frauen für Aufsichtsgremien, allerdings besteht derzeit von Seiten der Firmen kaum Nachfrage.

(Redaktion)


 


 

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