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Mit TARZAN durch den Dschungel schweben

Moderatorin Miriam Pielhau traf TARZAN, den Held des gleichnamigen Disney Musicals im Stuttgarter Apollo Theater. Ein gemeinsamer Flug an der Liane krönte ihren Backstage-Besuch.

Die Geschichte des kleinen Jungen, der im Dschungel von Gorillas großgezogen wurde, kennt Miriam Pielhau natürlich schon von klein auf. Jetzt stattete die 41-jährige TV-Moderatorin und Schauspielerin auch dem Stuttgarter TARZAN-Musical einen eintägigen Besuch ab. „Schon als kleines Kind haben mich Musicals begeistert und TARZAN ist aktuell das wohl aufregendste Musical überhaupt. Die akrobatischen Flugeinlagen und die einzigartige Inszenierung entführen einen sofort in die Dschungelwelt“, schwärmt sie. "Musical ist meine heimliche Leidenschaft und heute die Welt von TARZAN zu erkunden, ist ein kleiner Traum von mir, der wahr wird."

Miriam Pielhau durfte einen ganzen Tag lang hinter die Kulissen des Musicals schauen und einen detaillierten Eindruck gewinnen von den 80 unterschiedlichen Kostümen, den 160 Perücken und den maßangefertigten Fluggeschirren, die in der Fachsprache „Harnesse“ heißen. Anschließend bekam sie ein Warm-Up mit dem TARZAN-‚Dance Captain‘ Gianluca Passeri auf der Probebühne. Dabei erlernte sie die typischen „Ape Movements“, durch die die Musical-Darsteller auf der Bühne die Affen so täuschend echt darstellen. Danach ging es auf die Seitenbühne. Dort nahm Pielhau Flugstunden bei ‚Aerial Captain‘ Matt Farci, der der Schauspielerin die verschiedenen Flugpositionen beibrachte.

Das Highlight des Tages war als Abschluss ihr großer Auftritt auf der Showbühne. Mutig schwebte Miriam Pielhau an der Liane in rund zwölf Metern Höhe durchs das leere Stuttgarter Apollo Theater. Gesichert nur durch einen Bauchgurt und die starken Arme von TARZAN-Hauptdarsteller Gian-Marco Schiaretti, 30. Von ihm bekam die mutige Miriam hinterher ein dickes Lob: "Für die Flüge muss man körperlich fit sein und viel trainieren. Miriam hat das richtig super gemacht. Man merkte, dass sie Spaß dabei hatte."

Dass die Moderatorin, bekannt durch die Pro-Sendung „taff“ oder die ARD-Vorabendserie „Verbotene Liebe“, dieses anstrengende Programm durchhielt, grenzt eigentlich an ein kleines Wunder. 2008 erkrankte sie erstmals an Brustkrebs, 2014 kehrte die Krankheit in aggressiverer Form mit aller Wucht zurück. Die Prognosen der Ärzte waren düster. Doch die alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter kämpfte und hat durch Meditation, Optimismus, Ernährungsumstellung und mühsam erlernter Eigenliebe den Krebs erneut überwunden und die Krankheit in ihrem Ratgeberbuch „Dr. Hoffnung“ (Allegria, 18,00€) verarbeitet. „Mir geht es gut – körperlich und seelisch. Ich lebe jetzt intensiver und möchte unterschiedliche Dinge ausprobieren und genießen“, sagt sie hinterher im Kurz-Interview mit Business-on.

Respekt für Ihre Flugkünste. Sie scheinen ja eine richtige Draufgängerin zu sein…

Als Jugendliche war auf der Kirmes keine noch so rasante Achterbahn vor mir sicher. Mit dem Alter und auch durch die Geburt meiner Tochter bin ich vorsichtiger geworden, denn es entstehen durchaus Ängste. Inzwischen habe ich jedoch wieder einen fast kindlichen Mut und ein Urvertrauen zurückgewonnen und denke mir: Es wird schon klappen.

Also haben Sie Ihren Lianen-Flug genossen?

„Das Fliegen war wunderschön, aber es hat mich doch einiges an Überwindung gekostet. Anfangs waren tatsächlich ein Schweißausbruch, schnellere Atmung und Herzrasen dabei. Aber ich bin froh, dass ich den inneren Schweinehund für diese Grenzerfahrung überwunden habe“

Fiel es Ihnen schwer, sich dem Tarzan-Darsteller so bedingungslos anzuvertrauen?

Das war nicht schwer, denn für mich ist das Glas immer halbvoll. Ich sehe die Dinge positiv, deshalb kann ich auch leichter vertrauen als Menschen, die mit einer negativen Grundhaltung durchs Leben gehen.

Wie anstrengend waren diese Flugübungen für Sie?

Als Joggerin und ehemalige Ballett-Tänzerin und Kunstturnerin bin ich sportlich durchtrainiert, dennoch war dies eine ganz besondere körperliche Anstrengung, weil die schnell ermüdende Bauchmuskulatur extrem gefordert ist. Gut, dass ich nicht auch noch singen musste… Die Darsteller haben meinen vollen Respekt für diese Leistung.

Was gefällt Ihnen an der Figur Tarzan?

Bis heute ist unklar, ob es Tarzan nicht sogar wirklich gab. Deshalb gefällt mir die Vorstellung, dass es einem menschlichen Wesen gelungen sein muss, im Laufe seines Lebens seine Sinne so zu schärfen und seine Fähigkeiten so auszubauen, dass er in einer derart harmonischen Symbiose mit der Natur und wilden Tieren leben konnte.

Ihre größte Gemeinsamkeit mit der Figur Tarzan ist wohl Ihr Überlebenswille, oder?

Es stimmt, in mir ist ein enorm hoher Überlebenswille, den ich über lange Zeit nie so wahrgenommen hatte. Ohne ihn hätte ich die vergangenen zwei Jahre nicht geschafft.

(Patricia Leßnerkraus Freie Journalistin)


 


 

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