Sie sind hier: Startseite Stuttgart Marketing Unternehmen
Weitere Artikel
Unternehmen/Daimler

Radikales Daimler-Sparpaket: 2 Milliarden Euro

Der Autokonzern Daimler weitet angesichts der sich weiter verschärfenden weltweiten Absatzkrise sein Sparprogramm drastisch aus. Auf Betriebsversammlungen sind am Mittwoch (02. April 2009) die bundesweit rund 168 000 Mitarbeiter auf weitere Einschnitte eingestellt worden. Das Unternehmen will die Personalkosten in Deutschland in diesem Jahr um zwei Milliarden auf zehn Milliarden Euro senken. Dabei seien auch Kündigungen nicht ausgeschlossen, sollte sich die Lage nicht bessern, sagte Personalvorstand Günther Fleig. Zunächst müssten jedoch alle freiwilligen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Stellenstreichungen seien nicht Teil der Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Daimler zwar bis Ende 2011 ausgeschlossen. Doch bezieht sich der Kündigungsschutz nur auf die Beschäftigten, die zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung im Juli 2004 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis standen.

Da sich die Lage weiter dramatisch verschlechtert habe und eine schnelle Erholung nicht in Sicht sei, reichten die im vergangenen Jahr angekündigten Sparmaßnahmen nicht aus, sagte Fleig. Die Verkäufe von Mercedes-Benz und dem Kleinwagen Smart seien im Februar um 40 Prozent eingebrochen. Dies resultiere in deutlich weniger Einnahmen. «Das Problem brennt uns unter den Nägeln», sagte Fleig.

Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche hatte bereits angekündigt, dass der Autokonzern im ersten Jahresviertel in die roten Zahlen rutschen werde. «Wir brauchen einen substanziellen Sparbeitrag von allen Beteiligten, um unsere Kosten anzupassen», sagte Fleig.

In Folge der Absatzflaute bei Neuwagen sind bei den Stuttgartern seit diesem Monat 68 000 Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit. Eine Ausweitung sei denkbar. Die Gehälter der verbliebenen Mitarbeiter könnten um 14 Prozent gekürzt werden, sagte Fleig. Zudem solle die für Mai geplante Tariferhöhung um 2,1 Prozent bis Dezember verschoben werden. Der Betriebsrat hatte die Verschiebung noch im Februar strikt abgelehnt. Fleig zufolge summiere sich die Ersparnis dadurch auf «mehr als 100 Millionen Euro».

Darüber hinaus plant der Automobilkonzern, die Auszahlungen einer Gewinnbeteiligung für 2008 zu verschieben. Dadurch könne Daimler weitere rund 280 Millionen Millionen Euro einsparen, sagte Fleig. Ursprünglich sollte jeder Angestellte rund 1900 Euro Gewinnbeteiligung erhalten. Dieses Geld soll nun auf eine Art Sparkonto fließen, wobei es verzinst werden soll. Weitere Angaben wollte Fleig dazu nicht machen.

Im Gespräch sei zudem eine Verringerung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden pro Woche. Zudem könnten Einmalzahlungen an die Mitarbeiter eingespart werden. Alle Maßnahmen würden nun mit dem Betriebsrat diskutiert. Einen Abschluss soll es bis Ende April geben.

Im Ausland setzt Daimler bereits umfassende Sparmaßnahmen um. Dazu gehören Einsparungen bei der Vertriebsorganisation, sowie der US-amerikanischen Lkw-Tochter Freightliner und der japanischen Lkw-Tochter Fuso. In der Lkw-Sparte sollen die Kosten im «vierstelligen Millionen-Euro-Bereich» gesenkt werden, hatte der der Vorstand von Daimler Trucks, Andreas Renschler, am 20. März gesagt.

(Redaktion)


 


 

Autokonzern
Daimler
Freightliner
Fuso
Mercedes-Benz
Günther
Smart
Vorstandsvorsitzender
Dieter Zetsc

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Autokonzern" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: