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Ravensburger nur indirekt von Krise betroffen

Das Spiele- und Medienunternehmen Ravensburger fürchtet wegen der Wirtschaftskrise um seine Handelskunden. Die Probleme des Handels seien eine «große Herausforderung» für das Unternehmen, sagte Vorstandssprecher Karsten Schmidt bei der Bilanz-Pressekonferenz kürzlich in Stuttgart. So seien im Ausland bereits große Partner wie Woolworth in England weggebrochen. In Deutschland sei Karstadt ein wichtiger Partner, der «eine beträchtliche Summe» in der Bilanz ausmache.

Es «tut uns weh», sollte Karstadt «ausfallen», sagte Schmidt. Für das Unternehmen selbst sei die Finanzkrise «kein Problem».

Ravensburger «braucht keine Bank» und habe eine Eigenkapitalquote von fast 60 Prozent. Zudem sei die Nachfrage bei den Konsumenten groß. «Spielwaren sind das letzte, woran man spart», betonte der Vorstandssprecher. «Gerade in der Krise» gehe er davon aus, dass der Markt «eher wachsend» sei, weil die Menschen mehr zu Hause blieben. Zudem sei der Markt für Computerspiele rückläufig, so dass Kaufkraft frei werde. Bislang sei der Markt in Deutschland 2009 stabil. Im vergangenen Jahr blieb der Gewinn bei einem gestiegenen Umsatz mit  24,3 Millionen Euro etwa 1,5 Millionen Euro unter der Marke von 2007.

Die Schwierigkeiten des Unternehmens mit dem Handel werden den Angaben zufolge zusätzlich befeuert durch »erheblich höhere Risiken bei der Belieferung der Kunden». Versicherungen träten für immer weniger Handelspartner ein, so dass für Lieferungen von Ravensburger Zahlungsausfälle drohten. An problematische Kunden werde daher nicht mehr ausgeliefert, sagte Schmidt. 2008 habe sich dies nur leicht bemerkbar gemacht. «Richtig massiv ist es in diesem Jahr.» Zudem senkten manche Handelspartner ihren Bestand.

2008 verzeichnete Ravensburger einen Umsatz von 287,8 Millionen Euro und damit 0,7 Prozent mehr als 2007. Das operative Geschäft vor Steuern ging um 6,4 Millionen Euro auf 33,6 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis wurde den Angaben zufolge belastet durch Währungsschwankungen vor allem beim Dollar und dem britischen Pfund sowie durch gestiegene Einkaufspreise, die Ravensburger nicht an die Konsumenten weitergab. Weil der Konzern durch eine Neuregelung der Körperschaftssteuer aber weniger Steuern zahlen musste, lag der Gewinn nur leicht unter dem des Vorjahres. Für 2009 rechnet Schmidt insgesamt mit einem Gewinn, der «moderat» unter dem von 2008 liegt.

Die Preise will Ravensburger stabil halten. Die Unternehmensgruppe gründete zudem in München das Startup -Unternehmen Ravensburger Digital GmbH. Für Kinder soll das Unternehmen Spiele im Internet, auf Spielekonsolen und für Handys anbieten.

Die Ravensburger AG ist erstmals seit 1999 wieder Marktführer auf dem deutschen Spielemarkt sowie Marktführer Puzzle in Westeuropa. 2008 arbeiteten 1487 Menschen für die Gruppe. Der Spiele- und Puzzlemarkt macht etwa 80 Prozent des Umsatzes aus, der Büchermarkt 20. Zum Konzern gehört auch der Freizeitpark Ravensburger Spieleland in Meckenbeuren, der 2008 rund 318 000 Gäste anzog. Die Besucherzahlen brachen um fast zehn Prozent ein, um etwa ebenso viel stieg aber der Umsatz. Der Freizeitpark hatte die Eintrittspreise erhöht und die Besucher hatten zudem mehr im Park eingekauft.

(Redaktion)


 


 

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