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Agrar/Wein

Riesling und Trollinger für Brasilien - Neues Exportkontor nimmt Arbeit auf

Baden-Württembergische Weine sollen in Zukunft auch in Südamerika noch beliebter werden. Dazu starten Winzer und Weingärtner aus Baden und Württemberg in diesen Tagen ihr schon vor geraumer Zeit beschlossenes Weinexportgeschäft nach Brasilien. Neun Weine aus dem Südwesten Deutschlands, darunter die bekannten Sorten Trollinger und Riesling, sollen in das südamerikanische Land geschickt werden.

Das «Weinexportkontor Baden-Württemberg» residiert in Möglingen bei Ludwigsburg unter dem Dach von Weingärtner-Servicegesellschaft und WZG-Zentralgenossenschaft. Seit einem knappen Jahr führt der Export-Fachmann Michael Dilewski als «Director International Key According» die Geschäfte. Der 57-jährige ehemalige Vice-President des Racke-Konzerns in Bingen am Rhein wird von brasilianischer Seite durch Fabiana Cherubim unterstützt.

An der Wand im Büro in Möglingen hängt eine große Landkarte von Brasilien. Rote Stecker markieren die Städte in dem 190-Millionen-Einwohner-Land, in denen die Weingärtner aus dem Südwesten schon Fuß fassen konnten, und in denen sechs Importeure auf die Einfuhr deutscher Premium- und Spitzengewächse warten. Diese Weine kommen zunächst aus 16 Weingärtnergenossenschaften und Weingütern in Württemberg und Baden.

Die eleganten, schmalen 0,7-Liter-Flaschen haben ein grafisch gestaltetes Etikett. Darauf steht der Begriff «Dyade 52», darunter die Zeile «The German Wine». Dyade steht, aus dem Griechischen abgeleitet, für den Begriff «zwei», das Grafik-Symbol zeigt die drei verschlungenen Löwenköpfe aus dem württembergischen Staatswappen. Die Zahl 52 steht für das Jahr 1952, in dem das Land Baden-Württemberg gegründet wurde. Im unteren Feld der Etiketten sind die Namen der Weine zu lesen, die in den vergangenen Tagen abgefüllt wurden. Neben Trollinger und Riesling gehören dazu auch Meuniers, Samtrot und Pinot Grigio.

Von 5. bis 7. Mai findet in Sao Paulo die «Expo vinis» statt. Die Messe ist der «Eintritt in den Markt», wie Dilewski sagt. Bewusst sei das Starter-Angebot der baden-württembergischen Weine auf neun Produkte beschränkt worden. Es handle sich ausschließlich um Originalabfüllungen badischer und schwäbischer Genossenschaften oder Weingüter. Die Namen der Genossenschaften sind auf dem Rückseiten-Etikett zu finden. Dilewski will noch nicht sagen, welche neun der insgesamt 16 Partnernamen zunächst draufstehen werden. "Es könnte aber sein, dass der Lemberger aus Brackenheim kommt», verrät er dann doch. Sein Konzept ist es «zu zeigen, wo der Wein herkommt». Bei den Premium-Weinen starte man mit Preisen von etwa acht Euro pro Flasche.

In Brasilien gab es bis vor einigen Jahren gerade mal etwa 15 Weingüter. Meist wurden Importweine aus Chile und Argentinien getrunken. Inzwischen sind die Brasilianer aber mehr auf den Weingeschmack gekommen, und die Zahl der Weingüter hat sich vervielfacht. Alleine im Süden des Landes gibt es nun ein Vielfaches der vor Jahren existierenden 15 Weingüter. Dilewski rechnet dennoch mit einer längeren Zeit, um im Land mit deutschen Weinen Fuß zu fassen. «Wir werden einige Jahre langsames kontinuierliches Wachstum brauchen», betont er.

Die nächsten Events, bei denen die Weine präsentiert werden, finden am 8., 11. und 13. Mai in Rio de Janeiro, in Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft, sowie in Blumenau, im Süden Brasiliens, statt. Auf diese Region setzen die Weinexporteure große Hoffnungen, den dort leben rund 2,7 Millionen deutschstämmige Brasilianer.

(Redaktion)


 


 

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