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Banken/Finanzkrise

Roland Berger: Kreditmittelverknappung setzt sich fort - DGB: Banken haben nichts gelernt

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) werfen Vorständen deutscher Banken vor, keine Lehren aus der Finanzkrise gezogen zu haben. «Einige haben aus der Krise ganz offensichtlich nichts gelernt», sagte Aigner der «Süddeutschen Zeitung» (Samstagausgabe, 25.07.2009). Auf die Mitarbeiter in den Filialen werde zum Teil noch stärker Druck ausgeübt als vor der Krise. «Sie sollen möglichst viele Produkte verkaufen», sagte die Ministerin. «Man hat offenbar nicht verstanden, dass es darum geht, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.»

Nach Ansicht Aigners ist es zwar legitim, wenn die Banken sich Renditeziele setzen. "Und natürlich ist es auch legitim, wenn sie diese Ziele von oben nach unten weiterreichen.» Aber daraus dürften keine konkreten Verkaufsvorgaben für den einzelnen Mitarbeiter entstehen. «Solche Zielvorgaben verhindern nur, dass den Kunden das für sie am besten geeignete Produkt verkauft wird», sagte Aigner.

Mit einem standardisierten Produktinformationsblatt will Aigner die Anleger künftig besser schützen. Es soll in zehn Punkten knapp und verständlich die Vor- und Nachteile des jeweiligen Anlageprodukts auflisten und dem Anleger ausgehändigt werden.

Das DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki sagte der Zeitung «Rheinpfalz am Sonntag»: «Das globale Finanzcasino hat die Türen schon wieder weit offen.» Es werde bereits fleißig gezockt. Er nannte es «ungeheuerlich, dass die Brandstifter von einst erneut mit den Zündhölzern spielen». Ausgerechnet die Finanzjongleure hätten sich als die großen Profiteure der Krise erwiesen. Während die Unternehmen dringend frisches Kapital benötigten, erschwerten die Banken immer weiter die Kreditvergabe und verdienten kräftig daran.

Der DGB verlangte als Konsequenz aus der Krise die Einführung einer Steuer auf alle Finanzmarktgeschäfte. Das würde besonders die Spekulanten treffen, betonte Matecki. Je öfter ein Investor Wertpapiere verkaufe oder kaufe, desto häufiger müsse er in die Tasche greifen. Langfristig orientierte Anleger würden dagegen nur wenig belastet.

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger setzt sich die Kreditmittelverknappung angesichts der Krise fort. Für die nächsten sechs bis zwölf Monate erwarteten die meisten Unternehmen, dass es noch schwieriger wird, Fremd- und Eigenkapital zu beschaffen, teilten die Unternehmensberater am Wochenende mit. Banken gäben nur noch Kredite, wenn ihr Ausfallrisiko überschaubar ist. Allerdings könnten sich Firmen durch Gläubigerschutzmechanismen wie Financial Covenants weiterhin Zugang zu Fremdkapital sichern. Solche Vereinbarungen verpflichten den Kreditnehmer zum Beispiel, während der Kreditlaufzeit bestimmte Kennzahlen zum Eigenkapital, zur
Verschuldung, zum Ertrag oder zur Liquidität einzuhalten. Für die Studie befragte Roland Berger Strategy Consultants insgesamt 500 Finanzchefs von führenden Unternehmen.

(Redaktion)


 


 

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner
Unternehmensberatung Roland Berger
Deutsche Gewerkschaftsbun

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