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Umwelt/Schwäbische Alb

Schwäbische Alb erhält UNESCO-Siegel als Biosphärengebiet

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist von der UNESCO in den Kreis der weltweit bedeutendsten Kulturlandschaften aufgenommen worden. Wie der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Dienstag (26. Mai 2009) in Stuttgart mitteilte, entschied der für das UNESCO-Biosphärenprogramm zuständige Koordinierungsrat bei einer Sitzung auf der koreanischen Insel Jeju, das Gebiet als UNESCO-Biosphärenreservat anzuerkennen.

Sowohl Hauk als auch Umwelt- und Naturschutzorganisationen werteten die
Anerkennung als großen Erfolg. Allerdings bedeutet das UNESCO-Siegel auch in Zukunft noch viel Arbeit. Es müssen dauerhaft strenge Kriterien erfüllt werden.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb liegt rund 50 Kilometer südöstlich von Stuttgart und erstreckt sich vom Albvorland bis an die Donau. Es ist mit einer Gesamtfläche von rund 85 000 Hektar das erste großflächige Schutzgebiet in Baden-Württemberg. Bewerbungen aus 17 Ländern lagen der UNESCO diesmal vor. 22 neue Biosphärenreservate wurden ernannt. Aus Deutschland erhielt außer der Schwäbischen Alb auch die saarländische Region Bliesgau die Anerkennung. Damit gibt es in der Bundesrepublik nun insgesamt 15 UNESCO-Biosphärenreservate, weltweit sind es 553.

Hauk betonte, die Ernennung der Schwäbischen Alb zum UNESCO-Biosphärenreservat bedeute Anerkennung und Herausforderung sowohl für das Land als auch für die beteiligten Kreise und Kommunen. «Wir werden die Möglichkeiten, die sich uns nun bieten, nutzen», versprach der Minister und räumte zugleich ein, dass die Messlatte «sehr hoch» liege. Alle Biosphärenreservate werden auf der Basis internationaler Leitlinien im Zehn-Jahres-Rhythmus überprüft, in Deutschland durch das deutsche Komitee des UNESCO-Programms «Der Mensch und die Biosphäre».

Hauk verwies darauf, dass ein Teil der Vorgaben bereits umgesetzt werde. So werde ein Verwaltungs- und Informationszentrum realisiert. Außerdem seien erste Forschungsaktivitäten angelaufen. Ein ebenfalls verlangtes Rahmenkonzept, in dem unter Einbeziehung der Bevölkerung Ziele und Leitlinien für das Biosphärenreservat festgelegt werden sollen, werde demnächst in Auftrag gegeben. Primär gehe es jetzt aber darum, die Menschen für das Gebiet zu begeistern, betonte der Minister.

Die Umweltschutzorganisationen BUND und NABU sowie der Landesnaturschutzverband begrüßten in einer gemeinsamen Erklärung, dass das Gebiet nun unter dem Schutz der UNESCO steht. Sie forderten alle Beteiligten dazu auf, neben dem Tourismus und der Landwirtschaft auch den Verkehr, die Energieversorgung und den Klimaschutz einzubeziehen. Dies sei eine große Herausforderung, weil es in dem Gebiet sowohl ländliche Gegenden als auch Ballungszentren gebe, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß.

Für die vielfältigen Aufgaben, die noch bevorstehen, trägt die Biologin Petra Bernert die Hauptverantwortung. Sie war im März im Rahmen eines bundesweit ausgeschriebenen Auswahlverfahrens zur Leiterin des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ernannt worden und hatte sich dabei gegen mehr als 100 Mitbewerber durchgesetzt. Die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets befindet sich in Münsingen. Dort soll ab Mitte 2009 in voller Personalstärke gearbeitet werden. Die jährlichen Verwaltungskosten belaufen sich auf 730 000 Euro. Bis
2011 ist das Land für die Finanzierung zuständig, anschließend sollen sich die Kommunen beteiligen.

(Redaktion)


 


 

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