01.02.2012  18:59 Uhr

Social Media
Die 5 größten Facebook-Fehler von Unternehmen

SaarLorLux. Richtig ein­ge­setzt ist Facebook ein her­vor­ra­gen­des Instrument für die Kundenbindung. So errei­chen Bitburger, Globus oder Gerolsteiner mit jedem Posting über 20.000 Fans. Andere Unternehmen haben nicht ein­mal 500 Fans. Das liegt zum einen an Image, Zielgruppe und Unternehmensgröße. Andererseits set­zen viele Firmen Facebook schlicht­weg falsch ein.

1. Nicht als Unternehmen posten 

Kunden und Interessenten wollen mit einem Menschen kommunizieren, nicht mit einem Sprachorgan der Firma. Deshalb ist es kontraproduktiv Pinnwand-Einträge im Namen der Firma zu platzieren. Postings mit dem Namen des Mitarbeiters sind persönlicher und ver­lieren außer­dem den offi­zi­el­len Charakter. 

Welcher Facebook-Beauftragte hat sich nicht schon gefragt, darf ich das jetzt schrei­ben? Ist das die offi­zi­elle Meinung des Senders? Sicherlich sind offi­zi­elle Statements manch­mal not­wen­dig, soll­ten aber eher die Ausnahme blei­ben. Schließlich ist Facebook kein Presseportal.

2. Potential von Facebook wird nicht ausgenutzt

Viele Unternehmen ken­nen anschei­nend nur die Pinnwand von Facebook. Dabei las­sen sich viele Inhalte ohne gro­ßen Aufwand in wei­te­ren Reitern inte­grie­ren: Teamseite, Referenzen, Produktinfos, Bildergalerie und Firmenvideos. Mit einfachen Mitteln lässt sich so für Interessenten und Kunden ein Mehrwert für die Facebook-Seite schaffen.

3. Facebook als rei­nes PR-Instrument

Mit Facebook erreichen Firmen  eine interessante Zielgruppe. Immerhin sind alle Fans mehr oder weniger an dem Unternehmen interessiert. Wichtig: Nicht mit Produktinfos, Aktionen und News übertreiben!

Besser: Diskussionen anregen, Fragen an die Community stel­len und auch mal als Mitarbeiter eine Meinung haben; Position bezie­hen. (Es heißt nicht umsonst Social Media)

Die Internet-Community durchschaut sehr schnell, wenn Facebook-Seiten nur der Eigenpromotion dienen. So kommen bspw. klassische Imagevideos (sehr werblich) weniger gut an. Besser geeignet sind Testimonials oder Multimedia-Reportagen.

4. Facebook isoliert betrachtet

Facebook ist wie Twitter ein PR-Instrument von vielen. Es macht erst wirklich Sinn, wenn Sie Social-Media-Dienste mit anderen PR-Maßnahmen (Print, Radio, Flugblätter, etc.) abstimmen. So kann eine Print-Kampagne durch Facebook ergänzt werden und umgekehrt. 

Wichtig: Überlegen Sie sich bei jeder Kampagne einen eigenen Dreh für Facebook. Es reicht nicht zum Start einer Printanzeige ein Bild auf Facebook zu posten. Nutzen Sie Social-Media nicht nur als "Steigbügelhalter" für andere Aktionen. 

Facebook ist ein schnelles Medium. Jeder User kann weltweit Texte, Audio und Videobeiträge posten. Warum nutzen Sie die Möglichkeit nicht? Nicht nur ein Weltunternehmen wie Villeroy & Boch kann daraus eine Idee entwickeln, bspw. um die abgelegensten Orte der Welt zu finden, die die berühmte V&B Keramik beheimaten. Auch Autohäuser können Ihre Fans dazu aufrufen, den schönsten Motorsound zu posten. 

Oder eine klassische Umfrage unter Berufseinsteigern: Welche Eigenschaften eines Unternehmens sind Euch besonders wichtig? Das Ergebnis kann man dann in die Tat umsetzen und mit Mitarbeiter-Videos (Testimonials) ergänzen. Das macht das Thema auch nachvollziehbar, ehrlich und transparent.

5. Falsche Krisenkommunikation

Wie wich­tig eine rich­tige Krisenkommunikation zeigen ist, zeigen immer wieder sog. Shitstorms, also massenhafte unzufriedene Postings von Usern. 

Das macht deut­lich wie wich­tig es ist, auf nega­tive Postings rich­tig zu rea­gie­ren. Unzufriedene Nutzer kön­nen Ihren Unmut näm­lich schnell auch Facebook mel­den. Die Kritik wird i.d.R. nicht über­prüft, ob sie gerecht­fer­tigt ist oder nicht. Schlimmstenfalls wird die Facebook-Seite dann abgeschaltet.

Wichtig ist des­halb, dass ein Community-Manager des Unternehmens alle Postings im Blick hat, Diskussionen mode­riert und auf Kritik sehr schnell rea­giert. Mit einer geschickte Krisenkommunikation ist es sogar mög­lich aus zunächst unzu­frie­de­nen Fans, treue Stammkunden zu gewinnen.

Über den Autor: Sascha Baron ist gelernter Journalist und Wirtschaftsinformatiker und arbeitet seit Jahren für öffentlich-rechtliche und private Radiosender. Er ist Herausgeber eines Wirtschaftsmagazins und berät Unternehmen in Sachen Social Media.


 

(FN)

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Bild Nr. 1 © Franco Bouly / FlickrCC



 


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