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Universität Stuttgart/Masterplan

Studentenverbände gegen "Kahlschlag bei Geisteswissenschaften"

In Stellungnahmen zeigen der RCDS und die LHG Verständnis für die gestrigen Studentenproteste, die sich gegen die Pläne des Rektors der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Wolfram Ressel, richten, nach denen zahlreiche Lehrstühle an der Universität gestrichen werden sollen, um einseitig Ingenieur- und naturwissenschaftliche Studienfächer zu fördern. Zugleich sprechen sich die Verbände gegen den Masterplan in der gestern vorgestellten Form aus.

Der RCDS Baden-Württemberg positioniert in seiner Mitteilung deutlich: "Es ist daher nur nachvollziehbar und absolut verständlich, dass sich die Studenten an der Universität Stuttgart gegen diese absurden Umstrukturierungsmaßnahmen zur Wehr setzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Studentinnen und Studenten an der Stuttgarter Universität genügend Ausdauer und Kraft haben werden, um diese Auseinandersetzung mit dem Rektorat zu Ende zu führen."

Wie die Stuttgarter Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 02. Juni 2009 berichtet hatten, laufen an der Universität Stuttgart Vorbereitungen, einen sogenannten Masterplan umzusetzen. Zwischen 24 und 27 Professuren überwiegend der Philosophisch-Historischen Fakultät 9 und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaflichen Fakultät 10 stünden demnach zur Disposition. Sowohl der Ring Christlich-Demokratischer Studenten Baden-Württemberg (RCDS) als auch die Liberale Hochschulgruppe Stuttgart (LHG) lehnen diese Pläne ab.

RCDS-Landesvorsitzender Thomas Volk: „Die Ankündigung des Rektors der Stuttgarter Universität, zahlreiche Lehrstühle an der Universität zu streichen um einseitig Ingenieur- und naturwissenschaftliche Studienfächer zu fördern ist unglaublich. Diese Ankündigung spricht für keinen sonderlich nachhaltigen sogenannten `Masterplan´ der Stuttgarter Universitätsleitung. Eine Universität sollte ein möglichst breit gefächertes Angebot an Studienfächern bieten können, eine sture Konzentration auf technische Fächer verkennt die Bedeutung geisteswissenschaftlicher sowie Betriebs- und volkswirtschaftlicher Fächer. Die Universität Stuttgart würde durch eine solche einseitige Fächerorientierung schnell an Reputation verlieren. Vielfalt zeichnet Exzellenz aus, nicht Einseitigkeit.

Doch nicht nur die Pläne an sich, auch die Art des Vorgehens stößt auf Kritik: Alexander Schopf, Vorsitzender der LHG Stuttgart: " Wie bei der Zukunftsoffensive der Uni Stuttgart von 2003 auch, agiert die Hochschulleitung komplett im Verborgenen. Nun sind Informationen durchgesickert und Rektor Ressel muss sein Vorhaben erklären, tut dies aber nur in allergröbsten Zügen: Die Zahlen schwanken täglich oder Bestimmte Professuren und Institute werden, wenn sie frei werden, umgebildet. Nichts Genaues weiß man nicht oder will es schlichtweg nicht sagen. Aber warum nur hat die Unileitung immer wieder Angst vor dem öffentlichen Diskurs?"

Und die stellvertretende Vorsitzende der LHG Stuttgart, Muiriel Thierhoff, ergänzt: "Völlig unverständlich, dass ein solcher Kahlschlag in den Geisteswissenschaften auf Kosten der Studiengangvielfalt geplant wird, nachdem vor 2 Jahren Studiengebühren zur Verbesserung der Lehre eingeführt wurden." Wenn wirklich Lehramtsstudiengänge wegfallen sollten, so die Liberale weiter, wo sollten dann die im Land gebrauchten Lehrer ausgebildet werden? Die LHG hofft, dass diese und andere Punkte Berücksichtigung finden in einer Diskussion vor einer Entscheidung. Denn sollte der Uni-Leiter auf die Idee kommen, seinen Masterplan "im Alleingang mit dem Unirat" durchzudrücken, könnte es - so mutmaßen sie -  Wolfram Ressel ähnlich ergehen wie seinem Vorgänger Prof. Fritsch: Der war nach den von ihm mit verursachten Turbulenzen erst gar nicht mehr zur Wiederwahl als Rektor angetreten.

Was sich die LHG vielmehr wünscht, ist ein Masterplan für die überbordende Verwaltung der Uni Stuttgart: "Diese gehört dringlichst reformiert! Nicht auf Kosten von Forschung und Lehre dürfen Reformen gehen. Geld spart man ein, wenn man Bürokratie abbaut, so die LHG Stuttgart.

(Redaktion)


 


 

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