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Telekom spitzelte auch Intimsphäre aus

Die von der Spitzelaffäre erschütterte Deutsche Telekom hat nach einem Bericht des «Handelsblatts» (Mittwochausgabe, 20. Mai 2009) auch das Intimleben künftiger Mitarbeiter im Ausland durchleuchten lassen. In einem Bericht mit dem Aufdruck «Konzernsicherheit Personalscreening» vom 22. April 2004 sei seitenweise über eine Managerin eines kroatischen Telekomunternehmens berichtet worden, welche Liebhaber sie hatte und ihren «vorzüglichen Umgang mit älteren Männern».

Weiter heißt es dort blumig: «In ihrem persönlichen Umfeld wird sie als weibliches Raubtier mit einem erheblich erhöhten Sexbedürfnis beschrieben.» Sogar der Ruf ihrer Schwester als «aktive Vertreterin der freien Liebe» fand Eingang in die Telekom-Akten.

Die Frau, deren Intimleben in den Akten der Telekom-Konzernsicherheit landete, sollte eine Führungsposition bei der kroatischen Tochter einnehmen. Der Bericht wurde von einer deutschen Detektei erstellt. Bei der Ausforschung von Personen im Ausland setzte die Deutsche Telekom aber nicht nur auf die
Privatwirtschaft, wie die Zeitung berichtet. Den Akten der Konzernsicherheit zufolge war auch der Bundesnachrichtendienst eine Quelle.

Die Telekom versicherte auf Anfrage der Zeitung, dass sie generell keine Analysen zum privaten Umfeld von Bewerbern durchführe. Allerdings habe die Konzernsicherheit der Personalabteilung Ende 2004 ein Bewerberprofil als Beispiel für mögliche Personalscreenings präsentiert, das auch private Informationen enthalten habe. «Der Vorschlag, diese Art Screenings als Standard einzuführen, wurde von der Personalabteilung abgelehnt», heißt es bei der Telekom.

(Redaktion)


 


 

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