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Sind Problemhunde theraphierbar - 97 Prozent anscheinend schon.

Simone Baars ist Spezialistin für Hunde mit problematischem Verhalten. SIe als Spezialistin für Hunde sagt: „97 Prozent der Hunde sind therapierbar, natürlich gibt es auch Sorgenkinder.“

Die meisten Besitzer haben ihre Hunde im Griff, aber es gibt auch Sorgenkinder.
Fragt man Jogger, Radfahrer und so manche Mütter kleiner Kinder, bekommt man reihenweise Geschichten über problematische Hunde zu hören, die nicht nur Herrchen oder Frauchen Kummer bereiten, sondern auch ihrer Umwelt. Zwar haben die meisten Hundebesitzer ihre vierbeinigen Lieblinge im Griff, es gibt aber auch vierbeinige Sorgenkinder.

Die Spezialistin sagt: „97 Prozent der Hunde sind therapierbar"
Sie sind bei Simone Baars in guten Händen, wobei die Therapeutin bei Problemhunden eine kleine Einschränkung macht: „Es gibt auch Fälle, wo ich sage das geht nicht, aber 97 Prozent der Hunde sind therapierbar.“ Oft sind es bereits kleine Änderungen, die zu ersten Erfolgen führen. Wenn die Halter zum Umdenken bereit sind, kann innerhalb kurzer Zeit im Verlauf einer Therapie auch schweres Problemverhalten abgebaut werden.

„Ich vermittle den Haltern eine Rückbesinnung zum Wesen des Hundes, der immer noch ein Raubtier ist. Das heißt, der Mensch muss seine menschliche Sicht auf den Hund aufgeben“, sagt die Schmidenerin. Als Beispiel nennt sie auf den Hund einredende Halter. Zwar versteht ein Hund kurze Befehle, „aber es gehört immer die Körpersprache dazu“, sagt Simone Baars. Langatmige Erklärungen sind für den Hund wenig hilfreich, denn das Tier lerne dadurch nichts und stumpfe ab, zumal sein Fehlverhalten aus Hundesicht keine Konsequenzen habe.

Nonverbal, lieber mit Körpersprache, Gesten und Belohnungen
Die 47-Jährige arbeitet nonverbal, lieber mit Körpersprache, Gesten und Belohnungen: „Hunde sind stark darin, Mimik, Gestik und Körpersprache zu lesen. Der Hund weiß genau, wie der Mensch tickt.“ Gewaltsame Methoden, auch den weit verbreiteten Leinenruck, lehnt sie strikt ab. Einerseits aus Liebe zu den Tieren, andererseits aber auch weil sie die Gefahr sieht, dass sich aufgestauter Frust beim Hund irgendwann in einer unkontrollierbaren Reaktion entlädt.

Zu ihrer neuen Berufung kam die hauptberuflich als Produktionerin für Direktmailings Tätige über ihren ersten Hund Artus, einen Golden Retriever. Als vielseitig interessierte Frau wollte Simone Baars tieferes Wissen über Hunde sammeln und belegte zunächst einen Schnupperkurs an einem Ausbildungsinstitut für Problemhundetherapeuten. Bevor sie jedoch ihre ersten Erkenntnisse in die Praxis umsetzen konnte, starb Artus hochbetagt. Seine Nachfolgerin wurde die aus einem Tierheim stammende Malinois-Mischlingshündin Anima. Bei ihr war in der Prägephase viel schief gelaufen. Offenbar war Anima bereits mit sechs Wochen, also viel zu früh, von der Mutter getrennt worden. Zahlreiche Auffälligkeiten waren die Folge, bis hin zu einer Beeinträchtigung des Familienlebens von Frauchen und Herrchen. Simone Baars zählt ihren Vierbeiner sogar zu den wenigen nicht vollständig therapierbaren Hunden. Selbst bei Anima hat sie aber deutliche Verbesserungen festgestellt.

Von grundsätzlicher Bedeutung für eine stabile Beziehung ist für die Fachfrau die Hinwendung des Halters zu seinem Hund: „Er ist ein Lebewesen, um das man sich kümmern muss.“ Das gilt übrigens für jede Situation. Gassigehen mit überlangen Aufrollleinen steht Simone Baars beispielsweise kritisch gegenüber. Bei Begegnungen mit anderen Hunden stellen die dünnen Leinen eine Verletzungsgefahr für die Tiere dar. Vor allem aber verhindern sie ein direktes Einwirken auf den Hund.
Ihre im Mai 2014 gegründete Firma will die Jungunternehmerin weiter ausbauen

Ihre im Mai 2014 gegründete Firma will die Jungunternehmerin weiter ausbauen. Inzwischen hat sie die Ausbildung zur zertifizierten Problemhunde-Therapeutin nach S.D.T.S. (Speechless Dogtrainingsystem) erfolgreich abgeschlossen, erhielt die Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz und hat umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Zudem besitzt sie die Qualifikation als Ernährungsberaterin für Hunde und veranstaltet Trainingsangebote die verhindern sollen, dass ein Hund zum Beispiel Giftköder frisst. Simone Baars ist also längst eine Expertin für Extrem-Felle.

Anmerkung der Redaktion
Vor der Entscheidung einen Hund in die Familie zu integrieren sollten Sie sich einige Gedanken dazu machen. Ihnen sollte klar sein: Es geht hier nicht um eine Autorennbahn oder einen Schlitten, den man einfach mal schnell zurückgeben kann – es geht um ein Lebewesen!

Nicht zu vergessen: Mit einer Hundehaltung gehen nicht nur ethische, sondern auch gesetzliche Pflichten (Landeshundeverordnungen) einher. So müssen Hundehalter in einigen Bundesländern eine Hundehaftpflicht für ihren Vierbeiner abschließen und eine Sachkundeprüfung bestehen.

Die folgenden Punkte sollen Ihnen zeigen, was Sie bei der Anschaffung eines Hundes beachten müssen. Gerade wenn Sie Neuland betreten, werden wichtige Aspekte gerne vernachlässigt. Die Checkliste kann Ihnen jedoch nur eine Hilfestellung bei der Bewertung leisten – die Entscheidung liegt letztlich bei Ihnen. Soll ein Hund verschenkt werden, verlangen folgende Fragen eine ehrliche Antwort:

  1. Besteht eine nachhaltige Bereitschaft, sich um den Vierbeiner dauerhaft zu kümmern oder handelt es sich bei dem Wunsch nur um eine spontane Laune?
  2. Erlaubt das aktuelle Mietverhältnis überhaupt die Haltung von Hunden? Unter bestimmten Bedingungen können Vermieter die Haltung eines Hundes verbieten.
  3. Ist wirklich genügend Zeit vorhanden, um das Tier artgerecht zu betreuen? Abhängig von der Rasse benötigt das Tier täglich Auslauf und Beschäftigung.
  4. Können wir uns den Hund wirklich leisten? Neben den einmaligen Anschaffungskosten fallen Haltungskosten an. Die Kosten für Futter, Tierarzt, Hundesteuer, Pflege etc. werden leicht unterschätzt.
  5. Ist ausreichend Platz für das Tier vorhanden? Die Haltung eines Hundes in einer Stadtwohnung ist durchaus möglich, jedoch spielen auch hier Größe und Rasse des Hundes eine Rolle.
  6. Ist die Betreuung während eines Urlaubs oder bei Krankheit gesichert?
  7. Ändern sich vielleicht in absehbarer Zeit die Lebensumstände, sodass eine artgerechte Betreuung nicht gewährleistet werden kann? Beispielsweise könnte ein Umzug oder ein Arbeitsplatzwechsel eine Haltung unmöglich machen.
  8. Ist jemand aus der Familie gegen Hundehaare allergisch? Das kann und sollte im Vorfeld medizinisch geklärt werden.
  9.  Ist wirklich jedes Familienmitglied mit der Anschaffung des Hundes einverstanden? Es bringt niemandem etwas, wenn ein Tier zu Unstimmigkeiten innerhalb der Familie führt.
  10. Notfall: Was passiert mit dem Tier, wenn trotz aller Bemühungen eine Haltung fehlschlägt?

Wenn Sie tatsächlich auf alle Fragen eine ehrliche und nachhaltige Antwort haben, steht einem Hund als Familienmitglied nichts im Weg. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Haltungskosten bezahlbar sind, genügend Platz und Zeit zur Verfügung stehen und das Tier das bekommt, was sich auch jedes menschliche Familienmitglied wünscht – Geborgenheit und Zuneigung!

Wichtig: Laut Experten eignet sich prinzipiell jede Hunderasse für Familien mit Kindern. Ein Haushund ist von Natur aus ungefährlich – es komme einzig auf die Haltung und Erziehung an!

(Redaktion)


 


 

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