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Trotz zahlreicher Spekulationen - Zukunft von Opel weiter unklar

Die Bundesregierung will Berichte über einen möglichen Einstieg des italienischen Autoherstellers Fiat bei Opel nicht kommentieren. Zu einzelnen Interessenten, «die da im Moment in den Medien genannt werden», wolle er sich nicht äußern, sagte der Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums, Steffen Moritz, am Freitag (24. April 2009) in Berlin. Weiter teilte er mit, dass Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann zu Gesprächen über Opel nach Washington gereist sei. Laut Regierungssprecher Ulrich Wilhelm gibt es für den Einstieg eines Investors bei Opel noch keine Vorfestlegung und auch keinen Zeitrahmen. Unterdessen wächst der Widerstand gegen einen möglichen Einstieg der Italiener.

Am Donnerstag hatte «Spiegel Online» berichtet, dass Fiat an einem
Einstieg interessiert ist. Zudem befinde sich der
österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna in aussichtsreichen
Verhandlungen mit dem Konzern, hatte es weiter geheißen.

Wilhelm sagte, Opel und die angeschlagene US-Konzernmutter General
Motors (GM) redeten mit unterschiedlichen Interessenten. Die
Beteiligten seien untereinander im Gespräch und die Bundesregierung
habe diese Sondierungen «in sehr engem Schulterschluss mit Opel» und
ohne Vorfestlegungen begleitet. Der Bundesregierung sei allerdings
wichtig, dass die Wirtschaftssubstanz an den Opel-Standorten erhalten
bleibt.

Nach Ansicht von Moritz sollte ein möglicher Investor gemeinsam
mit dem Konzern ein Konzept entwickeln, das darstellt, wie der
Konzern zukunftsfähig bleibe. Dabei spielten auch Fragen nach
Verkaufserwartungen und den Marktentwicklungen in den nächsten Jahren
eine Rolle. Es gehe darum, «ein plausibles, nachprüfbares Konzept»
vorzulegen, sagte er.

Der Opel- Aufsichtsrat und Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin
Schild lehnte einen möglichen Einstieg Fiats erneut ab. Damit hätte
Opel «zwei kranke Mütter», sagte er im ZDF-«Morgenmagazin». Zudem
seien Synergieeffekte nur zu erreichen, wenn Arbeitsplätze abgebaut
würden.

Auch EU-Kommissar Günter Verheugen zeigte sich skeptisch. «Fiat
ist nicht gerade der europäische Autobauer, dem es am besten geht»,
sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Mit Blick auf die derzeitigen
Kooperationsverhandlungen zwischen Fiat und dem angeschlagenen
US-Autohersteller Chrysler sagte er weiter: «Ich frage mich, woher
soll dieses hochverschuldete Unternehmen die Mittel hernehmen will,
um gleichzeitig zwei solche Operationen zu stemmen?»

Gegen eine Übernahme durch Fiat sprach sich auch der Verband
Deutscher Opel- und Chevrolet-Händler (VDOH) aus. Der italienische
Autobauer habe genügend eigene Probleme und betreibe zudem eine wenig
kooperative Händlerpolitik, sagte VDOH-Vorstandssprecher Thomas
Bieling «Focus Online». Zugleich bekräftigte Bieling die Bereitschaft
der Händler, bis zu 20 Prozent von Opel zu übernehmen.

Für eine Prüfung des Angebots sprach sich der
Bochumer-Betriebsratschef Rainer Einenkel aus. «Grundsätzlich ist es
ja erst mal gut festzustellen, dass es viele Interessenten gibt»,
sagte er im WDR. Daher dürfe man keinen Vorschlag von vornherein
ablehnen. Dennoch bleibe natürlich die Skepsis auf unserer Seite,
sagt er.

Weitaus positiver beurteilte der Betriebsrat des Eisenacher
Opel-Werkes die Übernahmegerüchte. Es gebe gute Erfahrungen aus einer
früheren Zusammenarbeit mit Fiat, sagte Harald Lieske im
RBB-Inforadio. Mit Blick auf die guten Absatzzahlen beider Konzerne
sagte er, dass offensichtlich für beide Fahrzeuglinien im Moment ein
Markt vorhanden sei. Zudem könnte das Fiat-Angebot dazu beitragen,
dass die Übernahmeangebote und Arbeitsplatzgarantien der anderen
Interessenten besser für Opel ausfallen.

(Redaktion)


 


 

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