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ver.di bereitet sich auf «schnelle Eskalation» im Handel vor

Nach den zähen Tarifverhandlungen im Einzelhandel im vergangenen Jahr bereitet sich die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di diesmal auf eine «schnelle Eskalation» vor. ver.di-Chef Frank Bsirske und Gewerkschafts-Vize Margret Mönig-Raane kündigten am Freitag in Stuttgart an, in den bevorstehenden Tarifverhandlungen im Einzel- sowie im Großhandel schon im April oder spätestens im Mai erste Protestaktionen einzuleiten, falls die Arbeitgeber nicht gleich ein «verhandlungsfähiges Angebot» vorlegen. Die Gewerkschaft stelle sich auf eine «konfliktreiche Auseinandersetzung» ein.

Sowohl im Einzel- als auch im Großhandel finden die Tarifverhandlungen auf Bezirksebene statt. Im Einzelhandel macht Hessen am 3. April den Anfang, gefolgt von den großen Bezirken Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern Ende April. Im Großhandel beginnen die Tarifverhandlungen am 1. April in Baden-Württemberg und Bayern. Bundesweit sind derzeit im Einzelhandel
nach Gewerkschaftsangaben 2,7 Millionen Menschen und im Groß- und Außenhandel 1,2 Millionen Menschen beschäftigt.

Im Einzelhandel fordert ver.di im Schnitt 6,5 Prozent mehr Geld, im Großhandel eine Aufstockung der Monatsgehälter um Festbeträge zwischen 140 und 180 Euro. Mönig-Raane betonte, das Geld wäre als «Konjunkturpaket» für die Beschäftigten «gut investiert». Sie forderte die Arbeitgeber auf, schon in der ersten Runde in ernsthafte Verhandlungen einzutreten. ver.di werde nicht mehr die dritte Runde abwarten, bevor es erste Aktionen gebe, warnte die Gewerkschafterin.

Zuletzt war im Einzelhandel erst nach rund anderthalbjährigem Stillstand ein Abschluss erzielt worden. Der damalige Arbeitskampf war aus Gewerkschaftssicht unter anderem durch den Einsatz von Leiharbeitskräften erschwert worden, die einige Unternehmen als Ersatz für Streikende angefordert hatten. ver.di hat vor diesem Hintergrund einen Strategiewechsel eingeleitet, der am Freitag bei einer Konferenz von mehreren Hundert Betriebsräten aus ganz Deutschland in Stuttgart beraten wurde.

Bsirske kündigte als Konsequenz an, die sich anbahnende Auseinandersetzung diesmal von vornherein «breit anzulegen» und auch Gewerkschaftsmitglieder aus anderen Branchen in Aktionen einzubinden. Arbeitsniederlegungen sollen als Reaktion auf den «Streikbrecher»-Einsatz flexibler erfolgen. Mönig-Raane gab das Ziel vor, bis Sommer einen Tarifabschluss zu erzielen.

(Redaktion)


 


 

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