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Interview

Mit Netzwerken werden die deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen noch erfolgreicher

Seit Jahren pflegen Unternehmen in Deutschland und in der Türkei rege Wirtschaftskontakte. Gleichwohl besteht nach Ansicht von Experten weiterhin ein großes Potenzial für zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten in beiden Staaten. Dieser Aufgabe hat sich auch der Deutsch-Türkische Wirtschaftsdialog (DTW) verschrieben - eine Initiative türkischer und deutscher Unternehmen, die sich als Wirtschaftsbrücke zwischen den beiden Gesellschaften sehen: Hier gibt es große Potenziale, die besser genutzt werden können.

Business-on.de: Herr Söhret, Sie sind einer der Initiatoren des DeutschTürkischen Wirtschaftsdialogs (DTW)– worin sehen Sie die Hauptaufgabe dieser Organisation? 

Tarkan Söhret: Wir verstehen uns als Wirtschaftsbrücke zwischen den beiden Communities. Durch unsere breit gefächerten Kontakte bieten wir zum Beispiel den Deutschen Unternehmen den direkten Zugang in die Türkische Community und umgekehrt. Hier gibt es große Potenziale, die besser genutzt werden müssen. 

Business-on.de: Herr Schwarz: Können Sie – um das zu konkretisieren – uns die drei wichtigsten Aufgaben dieser Initiative nennen?

Matthias Schwarz: Die DTW ist eine Empfehlungsplattform, die als Ratgeber und Ansprechpartner rund um die deutsch-türkische Community fungiert. Wir werden uns auch für wohltätige Organisationen einsetzen und soziale Projekte unterstützen. 

Business-on.de: Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Ein deutsches Industrieunternehmen sucht Abnehmer für seine Produkte in der Türkei – können Sie hier unterstützen? Und wenn ja, auf welche Weise?

Tarkan Söhret: Durch unsere DTW-Filiale in der zweitgrößten türkischen Stadt -  in Izmir -, haben wir sehr gute Kontakte vor Ort. Wir kennen uns im türkischen Markt bestens aus. Somit können wir durch unser Netzwerk die richtigen und vor allem zielführenden Kontakte in der Türkei herstellen. 

Business-on.de: … und was verspricht sich hiervon der DTW ?

Matthias Schwarz: Wir wollen unseren Mitgliedern einen Mehrwert bieten und das Bindeglied zwischen den deutsch-türksichen Medien und der Politik werden. 

Business-on.de: Was ist Ihrer Meinung nach der größte Vorteil für deutsche Unternehmen, sich in der Türkei wirtschaftlich zu engagieren, beispielsweise um dort einen Produktionsbetrieb zu gründen?

Tarkan Söhret: Viele große deutsche Unternehmen haben es schon erfolgreich vorgemacht und sind schon lange in der Türkei präsent. Wir wollen durch unser Netzwerk auch den kleineren Unternehmen die Möglichkeit geben, sich in neuen Märkten zu etablieren und zusätzliche Umsatzpotenziale zu nutzen. Das trägt dann gleichzeitig auch zur Arbeitsplatzsicherung in unserer Region bei.

Business-on.de: … und andersherum: Was spricht dafür, dass sich türkische Unternehmen besonders in Deutschland aktiv betätigen?

Tarkan Söhret: Die türkischen Unternehmen haben sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und sind finanziell stabil. Diese Unternehmen wollen in den Wirtschaftsstandort Stuttgart und Umgebung investieren. Wir haben schon einige Anfragen und wollen hier als Ratgeber zur Verfügung stehen.

Business-on.de: Diese Organisation „DTW“ wurde erst Anfang dieses Jahres von Ihnen und anderen Gleichgesinnten gegründet – warum gerade zum jetzigen Zeitpunkt, gibt es hierfür einen besonderen Grund? 

Matthias Schwarz: Seit vielen Jahren arbeiten die beiden Communities schon erfolgreich zusammen. Jetzt war es uns wichtig, diese Verbindungen noch professioneller zu organisieren und zu fördern. Aus diesem Grund war solch eine Organisation unserer Meinung nach schon längst überfällig.

Business-on.de: Was bewegt Sie dazu, sich federführend im und für den "DeutschTürkischen Wirtschaftsdialog" einzusetzen – worin liegt für Sie persönlich der Anreiz hierzu?

Matthias Schwarz: Wir möchten den Wirtschaftsstandort Stuttgart stärken und  intensive Verbindungen in die Türkei schaffen. Solch ein Projekt gab es in unserer Region bisher noch nicht, somit ist es für uns auch eine neue Herausforderung, diesen Weg zu gehen.

Business-on.de: Auf der Homepage ist unter anderem ein Verweis auf die Türkische Gemeinde Baden-Württemberg zu lesen – welche Verbindung besteht zwischen dem DTW und der TGBW ?

Tarkan Söhret: Die Türkische Gemeinde -  TGBW -  ist einer unserer Verbandspartner. Wir stehen der TGBW als Ansprechpartner zu Wirtschaftsthemen zur Verfügung. Der Dialog zwischen dem einflussreichsten türkischen Verband TGBW und uns wird die Partizipation der Türkeistämmigen neben dem sozialen Bereich auch den wirtschaftlichen Bereich qualitativ erhöhen.

Business-on.de: Herr Söhret, Sie haben doch sicherlich ganz konkrete Visionen und Ziele, die Sie in Ihrer Funktion beim DeutschTürkischen Wirtschaftsdialog verwirklichen möchten – verraten Sie uns diese?

Tarkan Söhret: Eines unserer Highlights ist das DTW-Magazin. Als erste deutsch-türkische Organisation werden wir in einer deutschen Tageszeitung unser eigenes Medium haben. Hier werden wir interessante Projekte und Unternehmen vorstellen. Gleichzeitig über Erfolgsstories berichten und Informationen zu Kultur, Bildung und Wirtschaftsthemen veröffentlichen.

Business-on.de: Herr Söhret: Nun sind Sie selbstständiger Unternehmer, Mitglied im Vorstand der Türkischen Gemeinde Baden-Württemberg, Initiator des DeutschTürkischen Wirtschaftsdialogs – und haben dabei noch eine Familie. Wie bringen Sie das alles „unter einen Hut“? 

Tarkan Söhret: Das ist zwar nicht immer ganz einfach, aber mir ist es sehr wichtig, ausreichend Zeit für meine Familie zu haben und an Wochenenden möglichst wenig ins Büro zu gehen. Ich sehe es aber für uns Unternehmer auch als eine Verpflichtung an, uns für die Belange der Gesellschaft einzusetzen und etwas zurückzugeben.

Business-on.de: Sehr geehrte Herren, wir danken Ihnen und wünschen Ihnen bei Ihrer Arbeit und Ihren Projekten viel Erfolg!

(Hasso Kraus)


 


 

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