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VW will Porsche-Chef angeblich aus Aufsichtsrat drängen - Wird Michael Macht Nachfolger?

Der Aufsichtsrat des Volkswagenkonzerns will Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der Sitzung am Donnerstag angeblich aus dem Präsidium des Gremiums drängen. Das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtete vorab, die Mehrheit gegen Wiedeking in dem sechsköpfigen Gremium stehe bereits fest. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), VW-Betriebsratsboss Bernd Osterloh, sein Stellvertreter Bernd Wehlauer sowie Ex-IG-Metall-Chef Jürgen Peters wollten für die Entlassung Wiedekings votieren.

Dem Blatt zufolge bereiten der Porsche- Betriebsrat und die Stuttgarter IG Metall Protestaktionen vor, falls der Sportwagenbauer seinen Chef und seine Eigenständigkeit verlieren sollte. Die Beschäftigten wollten die Werke in Zuffenhausen und Weissach besetzen. Sogar unbefristete Streiks seien vorgesehen. Die Produktion solle solange ruhen, bis die Eigentümerfamilien Porsche und Piech auf die Forderungen der Belegschaft eingehen.

Porsche hatte sich bei dem Versuch, Volkswagen zu übernehmen, finanziell übernommen und sucht nun nach Investoren, um seine Verbindlichkeiten zu senken. Das Unternehmen hält 51 Prozent an Volkswagen und möchte seine Unabhängigkeit wahren. VW hat seinerseits angeboten, 49,9 Prozent der Porsche-Anteile zu kaufen.

Wulff verteidigte sein starkes Engagement für Volkswagen als Standortpolitik. «Es geht um unsere Beschäftigten, unsere Steuereinnahmen», sagte er der «Wirtschaftswoche» laut Vorabbericht. «Niedersachsen ist meine Aufgabe, da bin ich quasi der Vorstandsvorsitzende.»

Im Machtkampf zwischen dem größten europäischen Autokonzern Volkswagen und seinem hoch verschuldeten Mehrheitsaktionär Porsche nehmen die Spekulationen über einen Abgang des Sportwagen-Chefs Wendelin Wiedeking zu. Mehreren Magazinberichten vom Freitag zufolge soll Produktionsvorstand Michael Macht neuer Porsche-Vorstandsvorsitzender werden und Deutschlands bestbezahlten Manager ablösen. Porsche dementierte die Berichte allerdings erneut.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Porsche Automobil Holding, Wolfgang Porsche, wies die Spekulation um Michael Macht entschieden zurück, wie Porsche-Sprecher Albrecht Bamler in Stuttgart sagte. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Hück sowie alle acht Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sprachen von «gezielten Falschmeldungen», um eine Ablösung Wiedekings zu erreichen. «Dr. Wiedeking ist Vorstandsvorsitzender, und er wird es auch bleiben», betonte Hück. Hück machte unmissverständlich klar, dass es «keinen neuen Vorstandsvorsitzenden gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat geben werde».

Bereits in den vergangenen Tagen war wiederholt in verschiedenen Medien über einen bevorstehenden Abgang Wiedekings berichtet worden. Wiedeking selbst hatte erst am Donnerstagabend gesagt, seinen bis 2012 laufenden Vertrag erfüllen zu wollen. Mit einem Jahreseinkommen von rund 80 Millionen Euro im vergangenen Jahr gilt er als Deutschlands bestbezahlter Manager.

Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» auf seiner Internetseite nd die «Wirtschaftswoche» berichteten, einigten sich die orsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piech auf den 48-jährigen acht, der in der Branche als hochqualifizierter Fertigungsexperte ilt und in der Porsche-Produktion jährlich große Effizienzsteigerungen erreicht habe. Außer ihm sei im Porsche-Vorstand niemand für die Wiedeking-Nachfolge in Betracht gekommen. Über die Modalitäten des Ausscheidens Wiedekings werde bereits verhandelt.

Der Porsche-Aufsichtsrat will am 23. Juli über die Zukunft des hoch verschuldeten Sportwagenherstellers entscheiden. An diesem Tag kommt in Stuttgart auch das Kontrollgremium von VW zu einem außerordentlichen Treffen zusammen. Auf der Tagesordnung des Porsche-Kontrollgremiums steht Aufsichtsratskreisen zufolge der Einstieg des Emirats Katar bei Porsche sowie der Verkauf von Optionen auf VW-Stammaktien an den Wüstenstaat. Das könnte rund sieben Milliarden Euro in die Kassen der Stuttgarter spülen, die derzeit mit
rund neun Milliarden Euro verschuldet sind.

Zudem soll der Aufsichtsrat den Kreisen zufolge die Offerte der Wolfsburger, 49,9 Prozent der Anteile an Porsche zu übernehmen, diskutieren. Der Sportwagenbauer hatte dies bislang abgelehnt. Der Einstieg eines Investors wäre ein Wendepunkt für Porsche, wo bislang die Familien Porsche und Piech zu 100 Prozent das Sagen hatten. Porsche ist mit knapp 51 Prozent größter Aktionär bei VW vor dem Land Niedersachsen mit rund einem Fünftel der Anteile. Die Stuttgarter halten zudem Optionen zum Erwerb von weiteren rund 20 Prozent VW.

Porsche hatte sich jedoch bei dem Versuch verhoben, die Dreiviertelmehrheit an VW zu übernehmen und damit Zugriff auf die Firmenkasse zu haben. Dafür hatte sich durch den Einstieg bei dem DAX-Konzern der Schuldenberg auf gut neun Milliarden Euro verdreifacht, und die Verhandlungen mit den Banken zur Verlängerung von Darlehen erwiesen sich in der Finanzkrise als zunehmend
schwierig.

(Redaktion)


 


 

Der Aufsichtsrat des Volkswagenkonzerns will Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der Sitzung am Donn

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