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Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz kommt zum 1. Januar - was ändert sich für Unternehmer?

Das heute, 18.12.2009, vom Bundesrat beschlossene Wachstumsbeschleunigungsgesetz wirkt sich laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart positiv auf die Unternehmen aus. Demnach treten, unter Berücksichtigung bereits vorab beschlossener Gesetzesänderungen, zum 1. Januar 2010 wichtige Veränderungen in Kraft.

Diese Änderungen können zur steuerlichen Erleichterungen der Betriebe beitragen.

Im Einzelnen gibt es folgende Änderungen: 

1. Einkommensteuer

Zum Jahresbeginn wird der Grundfreibetrag von 7.834 auf 8.004 Euro angehoben. Auch die Grenze, ab welcher der Höchststeuersatz von 42 Prozent veranschlagt wird, verschiebt sich von derzeit 52.552 auf 52.882 Euro. Der Reichensteuersatz von 45 Prozent wird künftig ab 250.731 Euro (derzeit 250.401 Euro) bei Alleinstehenden veranschlagt. Bei Zusammenveranlagung verdoppelt sich der Betrag.

2. Abschreibungen

Die Grenze für die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird wieder auf 410 Euro angehoben. Alternativ kann oberhalb der 150 Euro-Grenze eine Abschreibung mit einer Laufzeit über mehrere Jahre gewählt werden. Außerdem können Wirtschaftsgüter zwischen 150 und 1.000 Euro in einem Pool zusammengefasst und über fünf Jahre abgeschrieben werden.

3. Zinsschranke

Zinsaufwendungen sind unter bestimmten Voraussetzungen in begrenzter Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. Zur Abmilderung dieser Begrenzung, der sogenannten Zinsschranke, sieht das neue Gesetz eine dauerhafte Erhöhung der Freigrenze auf drei Millionen Euro vor. Nichtabzugsfähige Zinsaufwendungen dürfen dann als Zinsvortrag für das Folgejahr eingestellt werden. Außerdem werden verbesserte Möglichkeiten des Eigenkapitalvergleichs geschaffen. 

4. Erbschaftsteuer

Der Gesetzgeber will Unternehmer begünstigen, die ein ererbtes Unternehmen fortführen. Die Nachfolger erhalten einen Abschlag auf angefallene Erbschaftsteuer. Diese Verschonung hängt ab von der Anzahl der Jahre, die das Unternehmen fortgeführt wird und von der Aufrechterhaltung eines bestimmten Prozentsatzes der Lohnsumme des Betriebes: Rückwirkend zum 1. Januar 2009 genügen 400 Prozent der Lohnsumme in fünf Jahren, damit Unternehmenserben eine 85-prozentige Verschonung erwirken können, 700 Prozent in sieben Jahren für 100 Prozent Verschonung. Die Lohnsummenregelung greift ab einer erhöhten Beschäftigtenzahl von 20 Mitarbeitern. Die Behaltefristen, innerhalb derer das Unternehmen oder wichtige Teile daraus unveräußerlich sind, werden auf fünf beziehungsweise sieben Jahre verkürzt. Der Tarif für Erbschaften und Schenkungen in der Steuerklasse II wird ab dem 1. Januar 2010 wieder progressiv von 15 bis 43 Prozent steigen und damit deutlich gemindert (bisher: 30 Prozent). 

5. Verlustnutzung

Wenn ein Unternehmen bisher seine Anteile an einer Kapitalgesellschaft verkaufte und die neuen Eigner mehr als 50 Prozent erlangten, entfiel der Verlustvortrag. Zum Jahresbeginn werden die Beschränkungen der Verlustnutzung bei Beteiligungserwerben gemildert: Eine Konzernklausel sichert künftig, dass bei internen Umstrukturierungen der Verlustvortrag nicht verloren geht. Das neue Gesetz hebt außerdem die Befristung der Sanierungsklausel auf. Das heißt, es erlaubt die Verlustnutzung zum Zwecke der Unternehmenssanierung bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Außerdem bleibt der Verlustvortrag in Höhe der stillen Reserven gestattet. 

6. Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbssteuer berücksichtigt die Umstrukturierungsnotwendigkeiten der Unternehmen: Grundstücksübergänge bei Umwandlungen können zukünftig unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei bleiben.

7. Umsatzsteuer

Im Zuge der Gesetzesänderung wird der Umsatzsteuersatz für Beherbergungsleistungen von derzeit 19 auf sieben Prozent gesenkt.

8. Erneuerbare-Energien-Gesetz

Damit bereits bestehende Technologien für die Energiegewinnung aus Wind, Sonne und Wasser erhalten bleiben, erhöht das Erneuerbare-Energien-Gesetz die Vergütung für Anlagen, die vor dem 1. Januar 2009 in Betrieb genommen wurden und sichert den wirtschaftlichen Weiterbetrieb.

(Redaktion)


 


 

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