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Stefan Mappus - vom CDU-Hardliner zum Landesvater

Stefan Mappus: Die Wandlung vom CDU-Hardliner zum Landesvater. Stefan Mappus übernimmt jetzt nach und nach die Macht von Günther Oettinger - erst in der CDU und danach als Ministerpräsident des Südweststaates - und arbeitet zugleich an einem Imagewandel. Nämlich an seinem Image und dem der CDU.

Schon zu Schulzeiten prophezeite ihm der Politik-Lehrer eine Karriere als «Ministerpräsident oder Bundeskanzler», weil Stefan Mappus meist das letzte Wort behielt. Mit 43 Jahren übernimmt der Pforzheimer nun die Macht in Baden-Württemberg - als künftiger Ministerpräsident, CDU-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011.

Sein Ehrgeiz und seine Zielstrebigkeit haben sich ausgezahlt und Mappus eine steile Karriere beschert. Nun arbeitet der bislang als konservativer Haudrauf geltende Politiker an seinem Image als Landesvater.

Mappus, 1,78 Meter groß und von einer kräftigen Statur «knapp über dem Idealgewicht», wie er sagt, wurde als Sohn eines Schuhmachers in Mühlacker (Enzkreis) geboren. Ursprünglich wollte er Feuerwehrmann werden und streifte sich, um dies zu veranschaulichen, für einen TV-Beitrag schon mal eine Einsatzuniform samt Helm über. Er mag die Rolling Stones und spielte seit der E-Jugend Fußball beim FC Viktoria Enzberg. Rechter Verteidiger war Mappus' Position dort. Der Industriekaufmann studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Hohenheim und blieb fünf Jahre lang als Assistent am Lehrstuhl für Politische Wissenschaft. Ab 1995 arbeitete er bei Siemens in Stuttgart.

Seine politische Karriere verlief rasant. 1983 ging Mappus zur Jungen Union, mit 23 Jahren saß er im Gemeinderat. Er zog 1996 in den Landtag ein. Zwei Jahre danach kam er als Staatssekretär ins Landesumweltministerium, wurde später Umweltminister. 2005 setzte er sich in einer Kampfabstimmung gegen Peter Hauk als CDU-Fraktionschef durch. Das Amt gilt in Baden-Württemberg traditionell als Sprungbrett für die Ministerpräsidenten-Nachfolge.

Die Baden-Württemberger indes haben Mappus in den vergangenen Jahren nur bedingt wahrgenommen. In einer Umfrage Ende Oktober gab jeder Zweite an, ihn nicht zu kennen oder beurteilen zu können. 38 Prozent der Befragten rechneten mit einem Rechtsruck in der Landes-CDU unter Mappus. Der verzieht bei dem Wort das Gesicht: Er wolle einen modernen Kurs fahren, der auf Werten basiert. Gegen den Vorwurf, politisch rechts zu stehen, ging er schon einmal gerichtlich gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Knapp vor. Gelassener sah er Spitznamen aus den Reihen der FDP wie «Mappi-Schnappi, das kleine Krokodil».

Mappus gilt als streitbarer Hardliner. Er ging bei dem Anspruch, «klare Kante» zu zeigen, in seinen politischen Auseinandersetzungen nicht zimperlich vor. Dies bekam auch Ministerpräsident Günther Oettinger bisweilen zu spüren, dessen bevorstehender Wechsel nach Brüssel als EU-Kommissar Mappus nun den Weg zur Macht ebnet. So sprach sich Mappus für Steuerentlastungen für Bürger aus, während Oettinger gegen Entlastungen «auf Pump» ankämpfte. Mappus grenzte sich mehrfach auch vom Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab, forderte immer wieder ein konservativeres Profil der Union.

Mappus hat sich etwa früh für ein Betreuungsgeld für Eltern ausgesprochen, als dies in der Union noch umstritten war. Er hat selbst zwei Kinder mit seiner Frau Susanne, die er als damalige Landesgeschäftsführerin der Südwest-CDU kennenlernte. Das Paar heiratete 2001. Die Söhne Christian Leon und Benedikt Lukas kamen 2002 und 2004 auf die Welt.

Als von Oettinger vor vier Wochen der Anruf kam, er gehe nach Brüssel und Mappus könne seine Nachfolge antreten, wollte die Familie gerade in einen Wochenendausflug starten. Mappus, seit Kindertagen FC-Bayern-Fan, wollte ins Fußballstadion. In einem Interview wenig später stellte der designierte Ministerpräsident diplomatisch klar, dass sein Herz natürlich auch für die vielen guten Mannschaften im Südwesten schlägt: «Ich bin ein Fan des FC Baden-Württemberg.»

(Redaktion)


 


 

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des Landes und von sich selbst.

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