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Wirtschaft

Jahresrückblick 2009: Was war in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik wichtig?

Wirtschaftskrise - Pleiten - aufkeimende Zuversicht - das Jahr 2009 zählt nicht zu den Jahren, in denen die Wirtschaft und die Wirtschaftspolitik mit schönen Zahlen und knalligen Erfolgsmeldungen glänzen konnte. WAS passierte und WANN es passierte, entnehmen Sie dem Jahresrückblick 2009.

Januar

6. Januar

Der schwäbische Industrielle Adolf Merckle begeht Selbstmord. Er war durch die Finanzmarktkrise in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten. Zu seinem Firmenimperium gehörte unter anderem der Pharmakonzern Ratiopharm.

8. Januar

Die Commerzbank wird zu mehr als einem Viertel verstaatlicht. Die Bank will mit den staatlichen Hilfen offenbar die Risiken absichern, die durch die fünf Milliarden Euro teure Übernahme der Dresdner Bank drohen.

22. Januar

Der Staats- und Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Holding erhält weitere Staatshilfen in Höhe von 12 Milliarden Euro. Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung gewährt dem Institut damit Garantien von insgesamt 42 Milliarden Euro.

23. Januar

Der Chiphersteller Qimonda ist pleite. Der Insolvenzantrag der Infineon-Tochter betrifft die Standorte München und Dresden mit zusammen rund 4500 Mitarbeitern.

26. Januar

Das Landgericht Bochum verurteilt den früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe von einer Million Euro. Der 65-Jährige hatte insgesamt 970 000 Euro Steuern hinterzogen.

Februar

12. Februar 

Der neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird im Bundestag vereidigt. Guttenbergs Vorgänger Glos war überraschend zurückgetreten.

13. Februar

Deutschland Wirtschaft ist im vierten Quartal 2008 stärker eingebrochen als von Experten erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Oktober bis Dezember um 2,1 Prozent. Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 1,8 Prozent gerechnet.

18. Februar 

Das Bundeskabinett macht mit der Novelle des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes den Weg für einen Einstieg beim schwer angeschlagenen Staats- und Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate frei. 

20. Februar

Der Bundesrat verabschiedet das mit 50 Milliarden Euro größte staatliche Konjunkturprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Programm beinhaltet öffentliche Investitionen in Ländern und Kommunen, Steuern- und Abgabensenkungen sowie Anreize zum Autokauf. 

27. Februar

Der Autohersteller Opel will sich teilweise von seinem Mutterkonzern General Motors abkoppeln. Den sich daraus ergebenden Kapitalbedarf beziffert der Opel-Aufsichtsratschef Peter Forster auf 3,3 Milliarden Euro, die von den europäischen Staats- sowie Landesregierungen erbracht werden müssten. 

März

3. März

Der US-Autohersteller General Motors ist zum Verkauf eines Mehrheitsanteils an der Tochter Opel bereit. Dieser Schritt ist laut GM-Vorstandschef Fritz Henderson Teil der Bemühungen, Finanzhilfen von Deutschland und anderen europäischen Ländern zu erhalten.

10. März

Seit Einführung der Abwrackprämie im Januar sind über 400 000 Kaufverträge abgeschlossen worden. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe korrigiert seine Jahresprognose für Neuzulassungen von Pkw von 2,8 Millionen auf rund 3 Millionen. 

26. März

Die Heidelberger Druckmaschinen AG wird bis Ende des Jahres weitere 2.500 Mitarbeiter weltweit entlassen. Erst Mitte 2008 hatte der Maschinenbauer den Abbau von 2.500 Stellen weltweit angekündigt. 

29. März

Der Bund steigt bei dem angeschlagenen Staats- und Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate ein und wird 20 Millionen Aktien für insgesamt 60 Millionen Euro kaufen. Geplant ist die vollständige Kontrolle durch den Bankenrettungsfonds SoFFin oder den Bund. 

30. März

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, tritt von seinem Amt zurück. Der 66-jährige langjährige Bahnvorsitzende war im Zuge der Ausweitung der Datenaffäre bei der Bahn immer stärker unter Druck geraten. 

April

8. April

Das Bundeskabinett beschließt, die Fördersumme für die Abwrackprämie auf fünf Milliarden Euro aufzustocken. Bislang war für den offiziell als Umweltprämie bezeichneten Bonus eine Gesamtsumme von 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. 

Der Autobauer Karmann stellt wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag. Karmann hatte Anfang März die Entlassung von 1340 der 3315 Beschäftigten angekündigt und das mit der Stilllegung des Fahrzeugbaus begründet.

14. April

Die Warenhauskette Woolworth gibt ihre Zahlungsunfähigkeit bekannt und stellt einen Insolvenzantrag. 

17. April

Die Bundesfinanzaufsicht BaFin genehmigt das Übernahmeangebot des staatlichen Rettungsfonds SoFFin für die Hypo Real Estate Holding. Der SoFFin kündigt an, je Aktie 1,39 Euro zahlen und mit der Bundesregierung einen «Rettungserwerb» anstreben zu wollen.

23. April

Deutschland befindet sich nach Ansicht führender Wirtschaftsforschungsinstitute in der tiefsten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik. Die Experten prognostizieren für 2009 einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,0 Prozent.

Mai

8. Mai

Die meisten Antragsteller der Abwrackprämie müssen noch Monate auf die Auszahlung warten, da der Käufer beim neuen Onlineantrag das Geld erst nach Auslieferung des Neuwagens erhält. Zudem müssen derzeit rund 1,4 Millionen Anträge bearbeitet werden.

13. Mai

Die Finanzierungsbedingungen für deutsche Unternehmen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verschlechtert. Vor allem Betriebe des Einzelhandels sowie des Dienstleistungsbereiches berichten über Probleme bei der Kreditvergabe.

15. Mai

Das Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Berechnung amtlicher Quartalsergebnisse 1970. Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 3,2 Prozent gerechnet.

20. Mai

Die Bundesregierung beschließt die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Statt bisher 18 Monate kann Kurzarbeitergeld nun bis zu 24 Monate lang bezogen werden. Ziel der Maßnahme ist es, Entlassungen in der Wirtschaftskrise zu vermeiden.

27. Mai

Der US-Konzern General Motors (GM) überträgt europäische Fabriken, Rechte an den Technologien sowie Patente an Opel. Damit ist der Weg frei für eine Eigenständigkeit von Opel

Juni  

1. Juni

Der einstmals weltgrößte Autohersteller General Motors meldet Insolvenz an. Der Opel-Mutterkonzern ist mit 27 Milliarden US-Dollar verschuldet. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen umzustrukturieren.

2. Juni

Der angeschlagene Autobauer Opel erhält die erste staatliche Finanzspritze in Höhe von 300 Millionen Euro. 

9. Juni

Der Handelskonzern Arcandor meldet Insolvenz an, nachdem die Bundesregierung Hilfen in Höhe von 437 Millionen Euro abgelehnt hat. Bis zuletzt hatten sich die Eigentümer geweigert, mehr Geld in die Rettung zu investieren. 

26. Juni

Die Hoffnung auf ein Überleben des Warenhauskonzerns Hertie zerschlägt sich. Bei einem Treffen zwischen dem Eigentümer der Hertie-Liegenschaften, Mercatoria Acquisitions, der Deutschen Bank und den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen kann keine Einigung über eine Fortführung des Unternehmens erzielt werden.

30. Juni

Die Europäische Kommission genehmigt den von der Bundesregierung zugesagten Notkredit von 50 Millionen Euro für das insolvente Versandhaus Quelle

Juli

8. Juli

Die Bundesregierung weist Spekulationen über eine abermalige Aufstockung der Abwrackprämie zurück. Nach Angaben der Regierung zeichne sich ab, dass der auf fünf Milliarden Euro angehobene Fonds bereits im September ausgeschöpft sein könne.

10. Juli

Der Bundesrat stimmt der Einrichtung sogenannter Bad Banks zu. Banken können künftig risikobehaftete Wertpapiere an Zweckgesellschaften übertragen. Im Gegenzug sollen sie vom staatlichen Bankenrettungsfonds garantierte Anleihen erhalten.

23. Juli

Der Volkswagen-Konzern übernimmt nach einem monatelangen Machtkampf den Sportwagenbauer Porsche. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking tritt daraufhin zurück. Er erhält eine Abfindung von 50 Millionen Euro.

29. Juli

Für deutsche Unternehmen hat sich der Zugang zu Krediten im Juli deutlich erschwert. 45,1 Prozent der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen schätzen die Kreditvergabe durch die Banken als restriktiv ein. Im Juni sagten dies noch 42,4 Prozent. 

31. Juli

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone erreicht im Juni den höchsten Stand seit zehn Jahren. Die Quote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat von revidiert 9,3 auf 9,4 Prozent.

August

6. August

In Deutschland zeichnet sich ein Ende der Rezession ab. Der Auftragseingang der Industrie stieg im Juni überraschend stark. Es war bereits die vierte Zunahme in Folge. Die Bestellungen legten gegenüber Mai preis- und saisonbereinigt um 4,5 Prozent zu. 

20. August

Die Staatsanwalt Stuttgart ermittelt gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und den früheren Finanzvorstand Holger Härter wegen des Verdachts der Marktmanipulation und der unbefugten Weitergabe von Insiderinformationen. Das Emirat Katar ist bei Porsche eingestiegen. 

21. August

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat erstmals seit 1987 wieder gefallen. Sie sanken gegenüber um 0,5 Prozent. 

28. August

Die Deutsche Lufthansa kann nach Genehmigung durch die Europäische Kommission die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines(AUA) übernehmen.

31. August

Die Sparkasse Frankfurt muss ein Opfer der Pleite der US-amerikanischen Lehman-Bank in voller Höhe entschädigen. Der Anleger sei von der Bank nicht ausreichend über die Risiken seiner Anlage beraten worden, urteilt das Landgericht in Frankfurt am Main. 

September

1. September

Für den Essener Handelskonzern Arcandor wird vom Essener Amtsgericht offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet. Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick legt daraufhin sein Amt nieder.

2. September

Die fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie von Pkw sind ausgeschöpft. Für alle noch nicht abschließend entschiedenen Fälle wurde eine Reserve gebildet und eine Warteliste für 15.000 weitere Antragsteller eingerichtet. 

10. September

Der US-Autohersteller General Motors (GM) verkauft seine Tochter Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna. Magna kündigt daraufhin an, rund 4.000 Stellen bei Opel in Deutschland streichen zu wollen.

25. September

Die G-20-Staaten vereinbaren strengere Regeln für Banken. Unter anderem sollen Manager-Boni an langfristigen Erfolg geknüpft sein. Außerdem sollen die G 20 zentrales Gremium für globale Wirtschaftsfragen werden.

29. September

Die ThyssenKrupp-Schiffbausparte TKMS beschließt den Verkauf der Emder Nordseewerke an den Windanlagenbauer Siag Schaaf Industrie. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

Oktober

4. Oktober

Bertelsmann-Patriarch Reinhard Mohn stirbt im Alter von 88 Jahren. Mohn hatte das Unternehmen 1947 in fünfter Generation übernommen und es zu einem der größten Medienkonzerne der Welt entwickelt. 

12. Oktober

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson aus den USA. Ostrom ist die erste Frau, die den Preis erhält. Beide Forscher werden für ihre Arbeit auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Steuerung geehrt.

16. Oktober

Die Bundesregierung hebt ihre Prognose für die Wirtschaftsentwicklung an. 2009 wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,0 statt bislang 6,0 Prozent erwartet. Für 2010 rechnet die Regierung mit einem Plus von 1,2 statt bisher 0,5 Prozent. 

19. Oktober

Der Versandhändler Quelle ist pleite. Der Verkauf des zur Arcandor-Gruppe gehörenden Unternehmens ist gescheitert. 5.000 der 7.000 Mitarbeiter in Deutschland droht die Kündigung. Im November startet der Ausverkauf von rund 18 Millionen Waren.

28. Oktober

Das Verfahren gegen den ehemaligen Infineon-Vorstandschef Ulrich Schumacher wird gegen Zahlung von 200 000 Euro vorläufig eingestellt. Die Staatsanwaltschaft warf dem 51-Jährigen Bestechlichkeit, Untreue, versuchten Betrug und Steuerhinterziehung vor.

November

3. November

Der US-Autobauer General Motors (GM) gibt bekannt, seine Tochter Opel nun doch nicht an den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna zu verkaufen, sondern in Eigenregie restrukturieren zu wollen.

13. November

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) erwartet für 2010 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,6 Prozent. Für 2009 gehen die «Wirtschaftsweisen» von einem BIP-Rückgang von 5,0 Prozent aus.

18. November

Mehrere Energieversorger kündigen Strompreiserhöhungen an und begründen den Schritt mit steigenden Kosten durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Betroffen sind unter anderem die Kunden von Vattenfall, EnBW und EWE.

25. November

Der US-Autokonzern General Motors (GM) will in Deutschland knapp 4.900 Stellen streichen und kündigt an, alle vier deutschen Opel-Werke zu erhalten. Für die Sanierung des Konzerns rechnet GM mit Gesamtkosten von 3,3 Milliarden Euro. 

Das Bundeskabinett beschließt die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Für Kurzarbeit, die 2010 beginnt, kann bis zu 18 statt 6 Monate Kurzarbeitergeld gezahlt werden. 

Dezember

2. Dezember

Trotz heftiger Proteste der Belegschaft verlagert der Autokonzern Daimler die Produktion seiner Mercedes-C-Klasse-Fahrzeuge aus Sindelfingen nach Bremen. Die Beschäftigung im Sindelfinger Werk bleibt aber erhalten, da im Gegenzug die SL-Montage dorthin verlagert wird. Zusätzlich werde die C-Klasse in den USA gefertigt.

14. Dezember

Erste «Bad Bank» wird gegründet. Der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) errichtet die «Bad Bank» für die WestLB. In die Abwicklungsanstalt sollen Aktiva in Höhe von 85 Milliarden Euro ausgegliedert werden. 

Österreicht übernimmt von der BayernLB die marode Kärtner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) und rettet das Institut damit vor dem Untergang. Die Landesbank des Freistaates Bayern kostet das Abenteuer mit der Kärtner Bank 3,75 Milliarden Euro.

15. Dezember

Nach Einschätzung der Stiftung Warentest ist die Beratung der Banken «so schlecht wie ihr Ruf». Von 21 auf ihre Anlageberatung getesteten Banken habe nicht eine einzige die Note «gut» erhalten, berichtet die Zeitschrift «Finanztest».

20. Dezember

Das insolvente Versandhaus Quelle ist Geschichte. Die verbliebenen rund 30 Technik-Center schließen nun für immer ihre Türen. Ursprünglich hatte Quelle einmal 10.000 Mitarbeiter.

(Redaktion)


 


 

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