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Woolworth Deutschland ist insolvent

Das Warenhauskette Woolworth Deutschland ist zahlungsunfähig. Einen Antrag auf Insolvenz habe die Gesellschaft am Samstag (11. April 2009) beim Amtsgericht Frankfurt am Main gestellt, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag (14. April 2009) auf Anfrage. Daraufhin habe das Gericht die vorläufige Verwaltung des Vermögens zum Schutz der Gläubiger angeordnet. Weitere Details zu den Gründen der Insolvenz und dem weiteren Vorgehen wollte der Sprecher nicht nennen. Er sagte lediglich, dass der Verkauf derzeit in den Geschäften weitergehe.

Bislang sei kein Insolvenzverfahren eröffnet worden, teilte das Amtsgericht mit. Hierüber wolle das Insolvenzgericht «zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden». Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde den Angaben zufolge der Anwalt Ottmar Hermann bestellt. In gleicher Funktion arbeitet Hermann derzeit auch für den Osnabrücker Automobilbauer Karmann.

Woolworth Deutschland verfügt nach eigenen Angaben über 323 Filialen in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen beschäftigt im laufenden Geschäftsjahr etwa 11 000 Mitarbeiter. Das Sortiment besteht aus Textilien, Food-, Nonfood- und Drogerieartikeln. Woolworth handelt mit rund 50 000 Artikeln. Finanzchef Dieter Stukenbrok leitet die Warenhauskette derzeit kommissarisch.

Das Unternehmen ist seit 1998 von der US- Muttergesellschaft unabhängig und seit 2007 im Besitz der britischen Beteiligungsgesellschaft Argyll.

Die Historie des Unternehmens Woolworth:

- 1879: Frank W. Woolworth eröffnet im US-amerikanischen Utica seinen ersten Laden. Er dekoriert die Waren offen und bietet alles für fünf Cent an.

- 1913: Bau des Woolworth-Buildings in New York. Mit 241 Metern und 60 Stockwerken ist es über viele Jahrzehnte das größte Gebäude weltweit. Die Baukosten von 13,5 Millionen Dollar bezahlt Frank W. Woolworth wie immer bar.

- 1926: Die deutsche Tochtergesellschaft wird im Berliner Hotel Adlon gegründet.

- 1927: Gut ein halbes Jahr nach der Gründung wird in Bremen das erste Woolworth-Geschäft eröffnet. Jeder Artikel kostet 25 oder 50 Pfennige.

- 1954: Von den 70 im Krieg zerstörten Filialen werden 53 bis Mitte des Jahres wieder aufgebaut oder neu errichtet. Die Deutschland-Zentrale befindet sich in der Filiale auf der Frankfurter Zeil.

- 1995: Woolworth übernimmt elf Kaufhäuser von Quelle in Österreich.

- 1998: Das deutsche Tochterunternehmen löst sich von der amerikanischen Muttergesellschaft. Der britische Investor Electra Flemming, heute Electra Partners Europe, hält die Mehrheit.

- 2007: Im Oktober übernimmt ein Unternehmen der britischen Investment- und Beratungsgesellschaft Argyll Partners das operative Geschäft vom bisherigen Hauptgesellschafter Electra Partners.

- April 2009: Woolworth Deutschland stellt einen Insolvenzantrag. Zu dem Zeitpunkt verfügt das Unternehmen über 323 Filialen in Deutschland und Österreich und beschäftigt etwa 11 000 Mitarbeiter.

(Redaktion)


 


 

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