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1. Europa-Forum der Baden-Württembergischen Wirtschaft

„Nach Schätzungen gehen 80 Prozent aller Vorschriften im Bereich der Wirtschaft auf EU-Vorgaben zurück. Das trifft besonders kleine und mittlere Unternehmen, die 99 Prozent der rund 460.000 Unternehmen in Baden-Württemberg ausmachen und keine Spezialabteilung zur Umsetzung der regulativen Vorgaben haben.

Jeder Arbeitsplatz dieser Unternehmen ist rechnerisch mit rund 3.500 Euro Bürokratiekosten belastet. Wenn aber kleine und mittlere Unternehmen die Mehrheit der Unternehmen darstellen, müssen auch die rechtlichen Vorgaben diesen Unternehmen gerecht werden.“ Mit diesen Worten eröffnete der Amtschef des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums Dr. Hans Freudenberg am 27.10. das 1. Europa-Forum der Wirtschaft in Stuttgart.

Thematisch im Vordergrund der Veranstaltung standen die Vorschläge der Kommission zum „Small Business Act“. Die Mittelstandsinitiative des „Small Business Act“, den die Europäische Kommission am 25. Juni dieses Jahres präsentiert hat, umfasst eine Palette von 92 Maßnahmen, mit denen die EU kleine und mittlere Betriebe entlasten und stärken will. Die Spannbreite der Maßnahmen reicht von Finanzierungserleichterungen über einen besseren Zugang zu öffentlichen Vergabeverfahren bis zur Senkung von Verwaltungslasten. Thematisiert wurden auch die Einführung einer neuen Gesellschaftsform in Gestalt einer supranationalen europäischen Privatgesellschaft und ein Vorschlag zur Ermäßigung des Mehrwertsteuersatzes für lokal erbrachte Dienstleistungen.

In der folgenden Diskussion, die der Europabeauftragte des Wirtschaftsministers, Prof. Norbert Höptner, moderierte, wurde deutlich, dass der Binnenmarkt in der EU ein riesiges Potenzial für die europäischen kleinen und mittleren Unternehmen darstellt. Bürokratie, komplizierte Antragsverfahren und unklare Zuständigkeiten stellen sich aus Sicht der Unternehmen aber immer wieder als Hemmnisse dar, die sich bei einer Steigerung ihrer Internationalität und Innovationsfähigkeit nachteilig auswirken. Immerhin erzielen nur 8 Prozent aller europäischen kleinen und mittleren Unternehmen Umsätze im Exportgeschäft.

Das neue europäische Beratungsnetzwerk für die Unternehmen Enterprise Europe hat es sich zur Aufgabe gemacht, zur Überwindung dieser Schwierigkeiten beizutragen. Es umfasst mittlerweile 600 Organisationen in 40 Länder, bündelt so das Expertenwissen in den verschiedensten Tätigkeitsbereichen und stellt es den Unternehmen zur Verfügung. Das Beratungsnetzwerk steht flächendeckend in Baden-Württemberg zur Verfügung.

Das Europa-Forum Baden-Württemberg begleitet die Arbeit des neuen europäischen Beratungsnetzwerks Enterprise Europe, zu dem sich Handwerk International, sieben Industrie- und Handelskammern, das Steinbeis-Europa-Zentrum und das Wirtschaftsministerium zusammengeschlossen haben. Das Europa-Forum versteht sich auch als Dialogplattform, das der Kommission ein Feedback über Vorstellungen, Erfahrungen und Beobachtungen der Wirtschaftsorganisationen sowie über Probleme der Unternehmer vor Ort liefert. Künftig soll es in regelmäßigen Abständen einberufen werden.

Eingeladen waren die Wirtschaftsorganisationen des Landes sowie mittelständische Unternehmen aus Baden-Württemberg. Sie hatten Gelegenheit, Forderungen und Erwartungen an die europäische Wirtschaftspolitik zu äußern und mit Marko Curavic, dem Vertreter der Europäischen Kommission, dem Europaparlamentarier Dr. Wolf Klinz sowie dem Geschäftsführer von Handwerk International, Jürgen Schäfer, zu diskutieren.

Quelle: Wirtschaftsministerium

(Redaktion)


 


 

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