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Schaeffler

4.500 Jobs bei Schaeffler weg

Der angeschlagene Automobilzulieferer Schaeffler will nach Konzernangaben in Deutschland bis zu 4.500 Stellen abbauen, davon knapp 1.000 am Stammsitz in Herzogenaurach. Der Konzern will dabei auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und und strebt für die Mitarbeiter sozialverträgliche Maßnahmen an. 5.000 von ihnen gingen heute in Schweinfurt gegen die Pläne auf die Straße, die Gewerkschaften bezeichneten die Vorschläge als "Hauptschul-Niveau".

Schaeffler sieht sich aufgrund der rückläufigen Nachfrage und der schuldenfinanzierten Übernahme des Reifenherstellers Continental gezwungen, seine Kostenstrukturen anzupassen. Im Automotive-Bereich gingen die Umsätze im ersten Quartal 2009 um 33 Prozent zurück und auch in der Industrie-Sparte, die 40 Prozent  zum Gesamtumsatz bei Schaeffler beiträgt, stand im ersten Quartal ein Minus von zwölf Prozent. Für 2009 erwartet der Konzern noch einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro, der damit deutlich unter dem des Vorjahres liegt. 

Die Einnahmeausfälle sollen in Deutschland vor allem über Einsparungen im Personalbereich kompensiert werden. Schaeffler muss pro Jahr 250 Millionen Euro sparen. Damit stehen bis zu 4.500 Arbeitsplätze in Deutschland auf dem Spiel. Schaeffler-Geschäftsführer Dr. Jürgen Geißinger betonte jedoch bei einer Versammlung in Herzogenaurach: "Wir setzen auf eine Vielzahl anderer Maßnahmen, um die Personalkosten zu reduzieren und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten."

An ihren ausländischen Standorten hat die Schaeffler-Gruppe bereits 5.000 Stellen abgebaut. In Deutschland hofft die Konzernführung, mit Kurzarbeit, Einstellungsstopp, Altersteilzeit, Verzicht auf Leiharbeit und der Nichtverlängerung von befristeten Verträgen über die Runden zu kommen. Bis 31. Juli will die Geschäftsleitung zusammen mit der Gewerkschaft konkrete Pläne für die deutschen Standorte ausarbeiten.

Mit dieser Rosskur dürfte Schaeffler wichtige Voraussetzungen erfüllt haben, um in den Genuss von Staatshilfen zu kommen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich vom Entwurf des Sanierungskonzepts gestern angetan. Aller Voraussicht nach werden sich die Bundesregierung und die Länder Niedersachsen (für Continental) und Bayern die Bürgschaftsbelastungen teilen.

Unterdessen kündigten die Gewerkschaften massiven Widerstand gegen die Pläne des Unternehmens an. "Wenn der Unternehmensleitung nichts Dümmeres einfällt, als den Rückgang der Produktion einfach in Arbeitsplätze umzurechnen, dann ist das ein Niveau der Dreisatzrechnungen in der dritten oder vierten Klasse Hauptschule", sagte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer.

(Redaktion)


 


 

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