Eine Ära geht zu Ende
Ab September verschwinden die 60 W-Glühlampen aus den Regalen
München. Am 1. September 2011 tritt die nächste Stufe der EU-Verordnung über energieeffiziente Lampen in Haushalten in Kraft. Als Folge dürfen 60 W-Glühlampen nicht mehr neu in den Handel gebracht werden.

Eine Ära geht zu Ende: 60 W-Glühlampen dürfen ab September nicht mehr neu in den Handel gebracht werden.
Bereits im Handel befindliche Glühlampen dürfen jedoch weiterhin abverkauft und genutzt werden. Die Elektroindustrie begrüßt den Umstieg auf effiziente Leuchtmittel als sinnvolle Maßnahme für den Umweltschutz.
Herkömmliche Glühlampen emittieren nur deshalb Licht, weil der Glühfaden bis zur Weißglut erhitzt wird. Dabei gehen 95 Prozent der Energie als Wärme verloren. Kompaktleuchtstofflampen – allgemein als Energiesparlampen bezeichnet – und LED-Lampen geben dagegen deutlich weniger Wärme ab, haben daher einen wesentlich höheren Wirkungsgrad. Zusammen mit energiesparenden Halogenlampen erfüllen sie die Anforderungen der EU-Verordnung. Energiesparlampen und LED-Lampen bietet der Handel mittlerweile in unterschiedlichsten Designs und in verschiedenen Farbtemperaturen an. Die Spanne reicht von ‚warmweiß‘ (bis 3.300 Kelvin) über ‚neutralweiß‘ (bis zu 5.300 Kelvin) bis zu ,tageslichtweiß' (über 5.300 Kelvin). Halogenlampen erzeugen warmweißes Licht (2.900 Kelvin), das mit dem der Glühlampe weitgehend identisch ist.
Das Ende der Ära herkömmlicher Glühlampen spart dem Verbraucher bares Geld dank des geringeren Strombedarfs und der langen Lebensdauer der neuen Lampentechnologien und es nutzt zugleich der Umwelt. Beim Ersatz von 60-Watt-Glühlampen durch 11-Watt-Energiesparlampen sind es bei 8.000 Betriebsstunden rund 80 Euro (Strompreis: 0,21 Euro/kWh), bei energieeffizienten 42-Watt-Halogenlampen etwa 30 Euro pro Lampe.
Licht steht für fast ein Fünftel des weltweiten Stromverbrauchs. In Europa beziffert der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie das Einsparpotenzial im Bereich der Beleuchtung auf umgerechnet 28 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Dies entspricht der CO2-Aufnahme von mehr als einer Milliarde Bäumen bzw. dem CO2-Außstoß von zwölf mittelgroßen Kohlekraftwerken. Effiziente Beleuchtung ist damit ein wichtiger Hebel, um das Klima zu schonen und Energiekosten zu sparen.
Kritik an Energiesparlampen entkräftet
„Die von Skeptikern geäußerten Bedenken bezüglich der Lebensdauer, des Farbspektrums oder des Quecksilbergehalts der Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) konnten in mehreren unabhängigen Studien widerlegt werden“, so Dr. Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Licht. Der Verbraucher könne daher bedenkenlos zu den neuen Lampentypen greifen. Bei Markenanbietern werden alle Qualitätsanforderungen der EU-Richtlinie erfüllt.
„Verbrauchte oder defekte Energiesparlampen dürfen allerdings nicht in den Hausmüll. Sie sind wie Leuchtstofflampen über Sammelstellen zur Entsorgung zu geben“, betont Waldorf. Insbesondere sollten die Bruchstücke zerborstener Lampen in einem geschlossenen Behälter dort abgegeben werden. 15-minütiges Lüften reiche aus, um auch das bereits in die Raumluft geratene Quecksilber zu entfernen. Dies bestätigte jetzt erneut eine Studie des Bundesumweltamts.
Weitere Informationen zum Ende der Glühlampen findet man unter www.licht.de.
(ZVEI)
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