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Universität Freiburg

740.000-Euro-Preis für Forschungsprojekt zu Familienwerten in den USA

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Dr. Isabel Heinemann, bis vor Kurzem Hochschulassistentin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, als Nachwuchsgruppenleiterin im Emmy-Noether-Programm ausgezeichnet. Ihr Forschungsprojekt „Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel: Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert" wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 740.000 Euro gefördert.

Das Emmy-Noether-Programm ist die höchstdotierte Förderung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in Deutschland. Für ihre Arbeit stellt Heinemann, die inzwischen an der Universität Münster lehrt, eine Forschergruppe zusammen.

Isabel Heinemann untersucht unter dem Titel „Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert“ gemeinsam mit ihrem Team den Wandel von Familienwerten in der US-Gesellschaft, um so zu Aussagen über gesellschaftliche Wandlungsprozesse in einer modernen Gesellschaft und ihre Gegenbewegungen zu gelangen. Anhand von Debatten um Ehescheidung, Frauenarbeit, Abtreibung und über die Struktur afroamerikanischer Familien wird analysiert, wie sich die Vorstellung davon, was „Familie“ ausmacht, sukzessive verändert hat und was dies über die US-Gesellschaft selbst aussagt. Zentrale Untersuchungsachsen
bilden hierbei die Begriffe Gender, Race/Ethnie, Religion und Wertewandel.
Einzelstudien vertiefen sozial - und diskursgeschichtliche Fragestellungen
und analysieren die visuelle Repräsentation von Familie in den USA – vom
Familienfoto bis zum Hollywoodfilm.

Die Grundannahme des Projektes ist, dass Kontinuität und Wandel der
Familienvorstellungen Rückschlüsse auf tiefergehende
Wandlungsprozesse innerhalb der modernen Gesellschaft erlauben.
Grundsätzlich gilt, dass die Familie erstens noch immer als wichtigste
Mikroeinheit der Gesellschaft nach dem Individuum akzeptiert ist. Zweitens
entfaltet das Familienideal der weißen Mittelschicht im 20. Jahrhundert eine
prägende Wirkung für alle US-Amerikaner. Welche Bedeutung
Familienwerte in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin haben, erwies
nicht zuletzt der Präsidentschaftswahlkampf 2008, wo sich die Kandidaten medienwirksam mit ihren Familien präsentierten.

(Redaktion)


 


 

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