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Aktienmärkte auf Talfahrt

800 Mrd. $- Konjunkturpaket wird vom US-Senat abgesegnet

Bankenrettungsprogramm: Märkte vermissen einen genauen Fahrplan Die US-Börsen gaben gestern auf breiter Front nach. Der Dow verlor 4,6 % während die Abschläge bei den marktbreiteren Indizes noch deutlicher ausfielen. Die Erwartung einer Lösung des Bankenproblems durch den Bankenrettungsplan hatte in den vergangenen Tagen dafür gesorgt, dass die führenden Indizes um über 4 % kletterten.

Für den Finanzsektor ging es um mehr als 11 % nach oben. Die in der Rede von Finanzminister Geithner fehlende Klarheit, wie man zukünftig mit den toxischen Werten der Banken umgehen möchte, drehte die Stimmung ins Negative. Insgesamt ist es nicht möglich, einen konkreten Fahrplan, wie man die gegenwärtigen Probleme lösen möchte, zu erkennen. In der Folge rutsche der Dow deutlich ab. Der Tagesabschlag war der größte seit dem 1. Dezember. Auf den Verkaufszetteln waren, wen wundert es, vor allem Bankaktien zu finden.

Bank of America gaben 19,3 % ab. Wells Fargo (-14,2 %), Citigroup (-15,2 %), JP Morgan (-9,8 %) verloren ebenfalls deutlich. Die Tatsache, dass der US-Senat das über 800 Mrd. $ schwere Konjunkturpaket abgesegnet hat, konnte die Stimmung nicht mehr aufhellen. Heute werden u.a. Coca Cola Enterprises, Reynolds American Inc., und Genzyme Coro. ihre Quartalszahlen vorlegen. Konjunkturseitig wird die Veröffentlichung der US-Handelsbilanzzahlen für den Monat Dezember die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Darüber hinaus werden die Fed-Mitglieder Duke und Evans Reden halten. Mit den deutlichen Kursabschlägen von gestern hat sich das charttechnische Bild des Dow Jones (hier im Weekly-Chart) deutlich verschlechtert. Insbesondere wurden wichtige Gann-Levels und der 13er Moving Average unterschritten. Damit gilt es nun, die möglichen Kursziele auf der Unterseite zu definieren. Diese finden sich bei 7.705 /7.533 und 7.449 Punkten für den Dow.

Der Dax startete gestern mit Abschlägen in den Handel. Diese wurden im Nachmittagshandel nochmals ausgeweitet, nachdem sich Enttäuschung über das US-Bankenrettungsprogramm bzw. das Fehlen einer klaren Struktur breit machte. Sauer stieß insbesondere die Idee, bei einer Bad Bank mit privaten Investoren zusammenarbeiten zu wollen, auf.

Dieses „Programm“ soll zunächst ein Volumen von 500 Mrd. $ haben, was aus Sicht der Märkte zu wenig ist. Lediglich 2 Dax-Aktien, Merck und Deutsche Postbank, konnten sich in der Pluszone halten. Deutliche Verluste mussten Infineon (-7,06 %), Daimler (-6,78 %) und Allianz (-6,25 %) hinnehmen. Angesichts der negativen Vorgaben von den US-Märkten wird der Dax heute schwächer in den Handel starten. Besonders werden Bankaktien im Blickpunkt stehen, nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass Credit Suisse heute morgen einen deutlich höher als erwartet ausgefallenen Quartalsverlust bekannt gab.

Keine Überraschung ist, dass sich das charttechnische Bild mit den deutlichen Kursabschlägen verschlechtert hat. Nennenswert sind gleich mehrere Faktoren: Zunächst ist es dem Dax nicht mehr gelungen das 61.8 %-Fibonacci-Retracement im Bereich von 4.717 Zählern zu erreichen. Gleichzeitig wurde das 50 %-Korrekturlevel (4.592 Punkte) und der 45 Grad Gann Angel unterschritten (bzw. nicht nach oben überwunden). Nun gilt es die Supports auf der Unterseite im Auge zu behalten. Die erste wichtige Marke findet sich bei 4.468 Zählern. Es folgen 4.313 und4.280 als weitere Levels. Die nach unten gebrochenen Supports werden nun als Widerstand nach oben wirken.

Commerzbank

Die Tochter – EUROHYPO benötigt laut "Platow Brief" auf Grund der Abwertungen bei Staatsanleihen drei bis vier Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital. Ein Sprecher wollte keine Stellung nehmen. (REUTERS)

ThyssenKrupp

Laut "Platow Brief" betrug das Ergebnis vor Steuern im ersten Quartal rund 250 Millionen Euro, wobei Investitionen in Großprojekte in USA und Brasilien einge-rechnet seien. Das Unternehmen wollte dies nicht kommentieren. (REUTERS)

Sanofi-Aventis

Der französische Pharmakonzern will sich mit einem Effizienzprogramm für die Zeit nach dem Patentablauf seines Blockbusters Plavix rüsten. Sanofi-Aventis werde seine Forschung und Entwicklung nunmehr auf Kernbereiche fokussieren, teilte der weltweit drittgrößte Pharmakonzern mit. Dafür habe das Unternehmen die Position eines Forschungschefs geschaffen, die Jean-Pierre Lehner innehaben werde. Laurence Debroux werde die Stelle eines Chief Strategic Officer übernehmen. (dpa-AFX)

DuPont

Der US-Chemiekonzern will seine Kosten und Investitionen im laufenden Jahr reduzieren, um auf das schwache wirtschaftliche Umfeld zu reagieren. Die Kosten sollten um 1,1 Mrd USD gedrückt werden, sagte CFO Jeffrey L. Keefer am Diens-tag auf einer Investorenkonferenz. Die Investitionen sollten 2009 um 20% unter dem Niveau des Vorjahrs liegen und das Arbeitskapital um 1 Mrd USD. Mit diesen Maßnahmen erhalte sich der Konzern seine gute finanzielle Ausstattung. DuPont werde gestärkt aus der weltweiten Rezession hervorgehen. (Dow Jones)

Fraport

Der Flughafenbetreiber hat im Januar einen Einbruch bei der Passagierzahl und dem Frachtvolumen am Frankfurter Flughafen verzeichnet. (REUTERS)

HRE

Der SOFFIN will laut "FTD" am Donnerstag mit dem HYPO-REAL-ESTATE-Großaktionär JC Flowers über eine Rettung des Instituts verhandeln. Die Finanz-politiker der Unionsfraktion hätten sich darauf geeinigt, dass sie weder eine Ent-eignung Flowers noch eine "geordnete Insolvenz" von Teilen der Bank mittragen könnten. Auch eine Insolvenz sei im Gespräch gewesen, schreibt die Zeitung. (REUTERS)

US-Nachrichten

Nachbörslich vorgelegte Quartalszahlen bzw. Nachrichten wirkten sich auf die Kurse wie folgt aus: Bank of America + 4,32 %, Intel + 1,56 %, Applied Materials – 2,99 %, IBM + 0,34 %, Starbucks + 2,02 %, Dell + 0,98 %, Yahoo + 0,56 %, The Dow Chemical Company + 0,97 %

Weitere Informationen unter: www.helaba.de

Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research

(Redaktion)


 


 

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