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Marktkommentar Aktien-Helaba

Aktienkursverfall hält weiter an

Den US-Börsen ist es am Freitag nicht gelungen Boden gut zu machen. Die zwischenzeitlichen Abschläge von mehr als 3 % konnten jedoch auf -1,34 %, gemessen am Dow Jones, eingeengt werden. An den Belastungsfaktoren hat sich nichts geändert. Weiter beherrschen die Sorgen um die Finanzbranche, insbesondere vor einer Verstaatlichungswelle, die Szenerie. Als potenzielle „Kandidaten“ wurden vor allem die Bank of America und Citigroup gehandelt. Letztgenannte schlossen daraufhin um 22 % tiefer. Dass die Financials nicht noch deutlicher abstürzten, war vor allem auf Äußerungen der Obama-Administration zurückzuführen. Ein Sprecher sagte, die Regie-rung sei überzeugt, dass ein privates Bankensystem der richtige Weg sei. In von Unsicherheit geprägten Zeiten ist es nicht verwunderlich, dass das Gold phasenweise über die 1.000 $-Marke kletterte.

Das an der NYSE gehandelte Volumen fiel mit einem Wert von 2,12 Mrd. vergleichs-weise hoch aus. Auch in dieser Woche setzt sich die Quartalsberichtssaison weiter fort. U.a. stehen die Berichte von AIG, Campell Soup, H.J. Heinz, Home Depot, Macy`s, Target, Novell, Auto-desk, Kohl`s und Nasdaq OMX Group zur Veröffentlichung an. Bei den Konjunkturdaten gilt es insbesondere den Chicago Fed National Activity Index, das US-Verbrauchervertrauen, die Ver-käufe bestehender Häuser, die Auftragseingänge langlebiger Güter, die Erstanträge auf Arbeitslo-senhilfe, die Verkäufe neuer Häuser, das US-BIP für das 4. Quartal, der Chicago-Einkaufsmanagerindex und die Verbraucherstimmung der Uni Michigan zu beachten.
Der Dax rutschte am Freitag auf ein 4-Jahrestief ab. Zum Xetraschluss notierte der deutsche Leit-index um 4,8 % schwächer bei 4.014 Zählern. Auch hierzulande waren Ängste um die Verfassung der Finanzbranche und vor allem die Sorgen vor einer größeren Verstaatlichungswelle in den USA maßgeblich. Darüber hinaus reißen die Negativmeldungen nicht ab – Airbus fordert nun mehr Hilfen. Die Infineon-Tochter Qimonda hat in den USA das Insolvenzverfahren Chapter 11 bean-tragt. Fresenius Medical Care war am Freitag der einzige Daxwert, welcher sich knapp im grünen Bereich halten konnte. Aktien der Deutschen Bank gaben mit einem Abschlag von 9,58 % am deutlichsten nach. Mehr als 8 % verloren auch Allianz, Commerzbank und ThyssenKrupp. Im M-Dax notierten Hypo Real Estate-Papiere um 18,90 % schwächer. Einige namhafte Unternehmen werden in dieser Woche auch hierzulande berichten. U.a. wird dies bei AWD Holding, Deutsche Börse, Q-Cells, Henkel, Allianz, BASF, Deutsche Post, Fielmann, Gerry Weber, KWS Saat, RWE, Deutsche Telekom und Tognum der Fall sein. Konjunkturseitig steht mit dem ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag eine wichtige Veröffentlichung an. Die Vorgaben fallen unter-schiedlich aus. Unter diesem Aspekt sollte sich der Index allenfalls auf seinem niedrigen Niveau stabilisiert haben. Hingegen wird die Lage-beurteilung vermutlich sinken. Insgesamt stellt sich die Situation für den Dax in dieser Woche weiter sehr schwierig dar. Neben den Quartalsberichten wird der Markt weiter von der Angst um die Lage der osteuropäischen Volkswirtschaften, den Sorgen um die Verfassung des Finanzsektors und anderen, sicherlich auftretenden Hiobsbotschaften geprägt sein.

Hinzu kommt, dass sich das charttechnische Bild sehr angeschlagen darstellt. Der Dax unterschritt am Freitag sang- und klanglos wichtige Supportmarken. Der Schlusskurs bei 4.014,66 Zählern entsprach gleichzeitig dem Tagestiefstkurs vom Freitag und auch dem Wochentiefstkurs, womit ein sog. „closing tail“ entstanden ist. Dieses deutet sehr häufig auf eine sich beschleunigende Be-wegungsdynamik hin. Für den weiteren Verlauf entscheidend ist nun ob es gelingt, die psycholo-gisch wichtige 4.000er Marke zu halten ist. Ist das nicht der Fall, muss über die Kurszielformel der dann abgeschlossenen Seitwärtskonsolidierungsformation mit deutlich tieferen Notierungen ge-rechnet werden. Die nächsten, wichtigen Unterstützungsmarken finden sich bei 3.969, 3.844 und 3.721 Zählern. Der Eurostoxx 50 ist bereits nach unten ausgebrochen.

Quelle: Helaba

(Redaktion)


 


 

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