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Andreas Niedrig

„Du brauchst ein Ziel im Leben“

Andreas Niedrig (43) ist einer, der direkt zur Sache kommt: „Lass uns mal gleich „du“ zueinander sagen“, so sein Einstieg ins Interview. Direkt und zielgerichtet, so ist er nicht nur im Gespräch, er redet auch sonst nicht viel um den heißen Brei herum.

Am Samstag trifft Andreas Niedrig bei der Gesundheits- und Wellnessmesse „Fit for Life“ in Freiburg bei der Talkshow „Nachgefragt“ mit Freiburger Gymnasiasten zusammen, denen er von seinem Lebensweg aus der Drogensucht in den Sportler-Olymp der weltweit besten Triathleten berichten wird.

business-on.de: Andreas, was wirst du den Freiburger Schülern am Samstag erzählen?

Andreas Niedrig: Das kommt darauf an, was sie mich fragen! In der Regel halte ich Vorträge und Workshops, dabei geht es darum, das Wort „Zukunft“ aufzudröseln: Z steht für Zielsetzung, U für das Umsetzen, K für die Kraft und so weiter. Meine Zeit als Junkie ist 20 Jahre her, heute ist sie bei meiner Arbeit eher so etwas wie ein Katalysator, der Einstieg in den Weg aus denkbar schlechten Voraussetzungen das Beste machen zu können. Als meine Lebensgeschichte vor 10 Jahren bekannt wurde und mein erstes Buch erschien, war ich ja so etwas wie der „Vorzeigejunkie der Nation“, dabei stellte ich fest, dass die Menschen weniger interessierte, wie schlecht es mir früher ging, sondern viel mehr, wie ich es aus dem Drogenleben heraus geschafft habe.

business-on.de: Und wie ist die das gelungen? Mit Therapie?

Andreas Niedrig: Klar, aber das ist nicht alles. In der Therapie steckt ja auch die Gefahr, dass du alle möglichen Gründe und Ausreden für deine Sucht finden kannst. Du kannst dich hinter deiner traumatischen Kindheit verstecken, was du aber brauchst, ist ein Ziel. Bei mir war es irgendwann der Leistungssport, jeder muss aber für sich herausfinden, was „sein Sport“ ist. Und genau das ist der Inhalt meiner Seminare, egal ob bei Top-Managern oder in Schulen. Ich bin ein aktiver, lösungsorientierter Mensch und will zeigen, dass man über alles reden kann.

business-on.de: Was war für dich damals die Faszination von Rauschmitteln?

Andreas Niedrig: Ich wollte cool sein, dazu gehören, Freunde haben. Mit 13 waren dann die Zigaretten meine Freunde, an denen ich mich festhielt. Später dann die Joints, irgendwann das Heroin. Das habe ich natürlich erst viel später kapiert.

business-on.de: Deine Karriere als Leistungssportler ist ja eigentlich beendet, aber du bist immer noch sehr viel sportlich unterwegs, oder?

Andreas Niedrig:Klar. Derzeit bereite ich mich 6 bis 8 Stunden am Tag auf das Radrennen „Race Across America“ vor: In 10 Tagen radelt man dabei 4800 Kilometer quer durch die USA. Ich hasse Stillstand und muss in Bewegung bleiben. Und durch solche Aktionen bleibe ich natürlich auch für meine Arbeit in der Suchtprävention im öffentlichen Gespräch. 

(Ralf Deckert)


 


 

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