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Mitarbeitermotivation

Anreize für unternehmerisches Verhalten von Angestellten stärken

Wie können Firmen ihre Beschäftigten motivieren, sich an innovativen, oft aber risikovolleren Unternehmungen zu beteiligen? Dieser Frage ist ein Forscherteam um Erik Monsen und Holger Patzelt vom Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena nachgegangen. Ihr Fazit: Wichtig ist die Kombination verschiedener Anreize, die Bezahlung ist dabei nur ein möglicher Faktor.

Die Bereitschaft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich an neuen Geschäftszweigen oder Ausgründungen zu beteiligen, ist für viele Unternehmen von großer Bedeutung, da sich die Fähigkeit zur Innovation als wichtiger Faktor für dauerhaften Erfolg von Firmen erwiesen hat. Der Wechsel von Arbeitnehmern in einen solchen neuen Bereich ist aber oftmals mit persönlichen Risiken verbunden, etwa hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit. Andererseits gibt es auch Vorteile für die Mitarbeiter: "Das Risiko ist zwar höher, zugleich gibt es Gelegenheiten, die den Mitarbeitern sonst vielleicht verwehrt blieben, wie etwa mehr Autonomie in der Arbeit, oder größere Verantwortung", beschreibt Max-Planck-Forscher Erik Monsen die Situation der betroffenen Arbeitnehmer. "Außerdem gehen wir davon aus, dass viele Beschäftigte auch die Herausforderung eines noch jungen Arbeitsbereiches schätzen."

Erik Monsen und sein Kollege Holger Patzelt haben nun gemeinsam mit Todd Saxton von der Indiana University (USA) mögliche Interaktionen verschiedener Anreize untersucht. Einer Gruppe von 61 Beschäftigten verschiedener Unternehmen wurde eine Reihe von Szenarien mit verschiedenen Anreizkombinationen vorgestellt, in denen sie hypothetische Entscheidungen treffen sollten. "Das gab uns die Möglichkeit, die untersuchten Faktoren zueinander in Beziehung zu setzen und bestimmte Kombinationen auf ihre Attraktivität für Arbeitnehmer zu testen", erläutert Erik Monsen.

Variiert wurden ein möglicher Anteil am Profit des neuen Unternehmens, leistungsbezogene Entlohnung, das Risiko des Arbeitsplatzverlustes, das Arbeitsaufkommen, und die Erfolgswahrscheinlichkeit. Tatsächlich zeigte sich, dass alle genannten Anreize für die Versuchsteilnehmer und -teilnehmerinnen bedeutsam waren und sich gegenseitig in ihrer Attraktivität bedingten. Das Fazit der Forscher: "Verschiedene Situationen erfordern unterschiedliche Kombinationen von Anreizen: Die Mischung macht's!" Dieses Ergebnis ist in Zeiten der Wirtschaftskrise besonders bedeutsam: Auch Firmen, die über weniger finanzielle Mittel verfügen, können ihre Angestellten zu unternehmerischem Handeln motivieren, wenn sie ihnen im neuen Job zum Beispiel mehr Autonomie oder bessere Aufstiegschancen zugestehen.

Die Studie ist Teil einer Serie von Untersuchungen, die sich mit den Entscheidungen von Entrepreneuren in Angestelltenverhältnissen beschäftigen. Als nächstes untersuchen die Forscher die Interaktion von Arbeitgeber-Anreizen und Arbeitnehmer-Motivationen.

(Redaktion)


 


 

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