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Unzufrieden

Arbeitnehmer immer frustrierter

Eine zu hohe Arbeitsbelastung und zu wenig Geld für stetig wachsende Konsumwünsche führen zu einer enormen Unzufriedenheit bei den deutschen Arbeitnehmern. Hinzu kommt die Unsicherheit der beruflichen Zukunft. Besonders die Generation 50+ ist von dieser Massenfrustration betroffen.

Die Arbeitszufriedenheit in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Sind 1984 noch Durchschnittswerte von 7,6 Punkten auf der Skala von null bis zehn gemessen worden, ist der Wert bis 2009 auf 6,8 Punkte gefallen, wie Untersuchungen des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen http://www.iaq.uni-due.de zeigen.

"Nur wenige sind dem Druck am Arbeitsplatz gewachsen, daher nehmen Erschöpfung und nicht selten Burnout zu", so Ralf Haake von der gleichnamigen Beratungsgesellschaft für berufliche Lebensplanung (http://www.haake-beratung.de).

Konsumdruck am Arbeitsplatz

Haake beobachtet generell eine verstärkte Zunahme der Arbeitsbelastung. Ein besonderes Problem sieht der Berufs- und Lebensberater in dem zunehmenden Konsumdrang. "In der Arbeitswelt wird uns täglich vermittelt, was wir nicht alles brauchen. Wir leben in einer Konsumwelt und lassen uns ständig manipulieren", so Haake, der die Unternehmen, die dieses Denken fördern, in die Pflicht nimmt.

Der Druck werde größer immer mehr zu arbeiten, um sich noch mehr leisten zu können. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stelle im Arbeitsleben noch immer ein großes Problem dar.

Generation 50 plus ist besonders unzufrieden

Die Untersuchung zeigt zudem, dass die positive Einschätzung besonders bei Beschäftigten über 50 zurückgegangen ist. Ein Grund ist wohl die zunehmende Unsicherheit älterer Arbeitnehmer. Wer mit 50 Jahren seinen Arbeitsplatz verliert, darf sich in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wenige Hoffnungen machen, wieder eine Anstellung zu finden.

"Ältere Menschen sind extrem verunsichert. Vor allem mit der rasanten Entwicklung der Technik können viele Senioren nicht mithalten", meint Haake.

Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Generell sind Personen höherer Bildung mit ihrer Arbeitssituation glücklicher als Erwerbstätige mit niedrigen Bildungsabschlüssen. "Gebildete Menschen haben mehr Wahlfreiheiten bei der Berufswahl als Ungebildete", so Haake. Dies hänge natürlich auch mit der Mentalität zusammen.

Im europäischen Vergleich bewerten die Arbeitnehmer in Deutschland ihre Situation als besonders schlecht. In Europa liegt Deutschland bei der Arbeitszufriedenheit nach Daten des European Social Survey für 2006 auf dem 18. Platz, lediglich die ehemaligen Ostblockstaaten Slowakei, Ukraine, Bulgarien und Russland erzielen noch niedrigere Werte. Am glücklichsten ist man dagegen in Dänemark, der Schweiz und in Finnland.

(FN)


 


 

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