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Arcandor hängt am seidenen Faden

Nach der Last-Minute-Hilfe für den angeschlagenen Autohersteller Opel und dem folgenden Koalitionskrach dürften die Chancen für den in Schieflage geratenen Handels- und Touristikkonzern auf Staatshilfe weiter gesunken sein. Konzernlenker Karl-Gerhard Eick bleiben noch zehn Tage, um die Insolvenz zu vermeiden. Am 12. Juni müssen Kredite in Höhe von 650 Millionen Euro verlängert werden.

In den vergangenen Tagen weitete sich der Fall "Arcandor" immer mehr zum Politikum aus. Während Spitzenvertreter der SPD Staatsbeihilfen für die Quelle-Mutter befürworten, zeigt sich die Union insbesondere nach der Opel-Einigung kritisch. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte bis zuletzt eine Insolvenz des Autobauers befürwortet, musste sich in den Verhandlungen jedoch dem politischen Druck von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beugen und zustimmen.

Kaum vorstellbar, dass von Guttenberg in einem ähnlich gelagerten Fall wie Arcandor erneut kampflos das Feld räumen wird. Auch werden Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer darauf bedacht sein, den neuen Shootingstar der deutschen Politik öffentlich nicht noch weiter zu beschädigen. Seit seinem Amtsantritt im Februar gehörte zu Guttenberg auf Anhieb zu den beliebtesten Politikern im Lande. Arcandor-Chef Eick wirbt beim Wirtschaftsminister damit, über ein ausgereiftes Konzept zu verfügen, welches im Idealfall Staat und Steuerzahler keinen Cent kosten würde.

Umso bitterer ist nun der Koaltionskrach für Arcandor. Eick hatte in den vergangenen Tagen seine Hausaufgaben gemacht und erst die unmoralische Offerte des Warenhauskonkurrenten Metro abgewehrt (wir berichteten). Danach überzeugte der ehemalige Telekom-Manager die Arcandor-Hausbank Sal Oppenheim und ihre Anteilseigner von einer weiteren Kapitalerhöhung um 100 Mio. Euro. Auch sollen sich - so wurde berichtet - die beteiligten Banken bereit erklärt haben, ihre Kredite bei einem Engagement des Staates zu verlängern.

Die übergroßen Schlagzeilen zermürben die Mitarbeiter. Zwar wurden nach Unternehmensangaben in den letzten Wochen über 700.000 Unterschriften für eine Gewährung von Staatsbeihilfen gesammelt, doch die Realität im Unternehmen sieht anders aus: Einstellungsstopp und Lohnverzicht führen schon jetzt bei Quelle beispielsweise zu einem "Brain Drain". Gut ausgebildete "Eigengewächse" sehen längst keine Perspektive mehr bei den Fürthern und suchen den Absprung. 

(Redaktion)


 


 

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