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Arcandor: Was die Insolvenz für Quelle-Mitarbeiter bedeutet

Aufgrund der Insolvenz von Arcandor fürchten die Mitarbeiter bei Karstadt und Quelle ohnehin um ihre Arbeitsplätze. Noch schlechter dürfte es allerdings jenen gehen, die noch vor der Insolvenz des Unternehmens einen Aufhebungsvertrag unterschrieben haben. Diese kommen durch das Insolvenzrecht nun um ihre vertraglich vereinbarte Abfindung und haben darüber hinaus unter Umständen keine Möglichkeit zur Teilnahme am Insolvenz-Sozialplan des Konzerns.

Bereits zwischen Oktober und Dezember des Jahres 2008 wurde vielen Quelle-Mitarbeitern im Rahmen des sogenannten Zukunftspaktes die Unterschrift unter einen freiwilligen Aufhebungsvertrag nahegelegt. Das Werben um die Unterschriften betraf dabei vor allem Mitarbeiter über 55 Jahre und solche, die sich zwar vorstellen konnten, noch ein paar Jahre zu arbeiten, bei denen der Renteneintritt aber absehbar war. Als großen Vorteil versprach der Aufhebungsvertrag eine erhöhte Abfindung mit 130-prozentiger Auszahlung.

Das Angebot des Konzerns war zunächst bis zum 15. Dezember des Jahres 2008 begrenzt, wurde aber schließlich im Januar 2009 verlängert. So wurden selbst noch Ende April dieses Jahres Aufhebungsverträge unterschrieben, zu einem Zeitpunkt also, als bereits Insolvenzspezialisten in der Essener Zentrale von Arcandor die Lage sondierten und die Möglichkeit einer Insolvenz auch in der politischen Diskussion nicht mehr ausgeklammert wurde.

Die Anmeldung der Insolvenz am 9. Juni geschah schließlich rund 20 Tage vor dem in den noch im Jahr 2008 geschlossenen Verträgen vereinbarten ersten Zahlungstermin für die Abfindungen. Diese gelten nun als Insolvenzmasse und werden demzufolge nicht gezahlt. Gleichzeitig müssen die Mitarbeiter von Quelle um die Möglichkeit ihrer Teilnahme am Insolvenz-Sozialplan des Konzerns fürchten, sind sie doch durch ihre Unterschrift unter die Aufhebungsverträge freiwillig aus dem Konzern ausgeschieden. Noch im Jahr 2008 versprach Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers in einem internen Papier die „Sicherung der heutigen Ansprüche im Ernstfall“ – was ein Ernstfall ist, blieb offen. Sowohl Quelle als auch der Betriebsrat wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern.

Karl-Gerhard Eick, Vorstandsvorsitzender von Arcandor, muss um seine Zukunft dagegen nicht fürchten. Sein Fünfjahresvertrag ist vom Großaktionär Sal. Oppenheim garantiert. Mindestens zehn Millionen erhält er von Arcandor – unabhängig davon, ob er noch bis Ende seines Vertrages im Jahr 2014 bleibt oder nicht. Er selbst bezeichnet diese Regelung als fair: „Da ich einen Vier-Jahres-Vertrag bei der Telekom hatte, war es doch klar, dass der Vertrag bei Arcandor dieselbe Sicherheit haben muss wie bei der Telekom“, sagte er.


(Redaktion)


 


 

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