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Ausfuhrfinanzierung

Unzureichende Exportfinanzierung belastet die Konjunktur

Die Finanzierungsprobleme bei exportorientierten Unternehmen spitzen sich zu. Das zeigt eine vorläufige Auswertung der Umfrage, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) aktuell zu den Kreditkonditionen durchführt.


Die Situation ist paradox: Während sich die Exporterwartungen der deutschen Wirtschaft seit Mitte 2009 verbessern, verschlechtern sich gleichzeitig die Bedingungen für Ausfuhrkredite. Betroffen sind ausgerechnet die Branchen, bei denen wieder mehr Auslandsaufträge eingehen.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann sieht darin eine Gefahr für den Aufschwung: Die Hoffnung auf eine weitere konjunkturelle Erholung stütze sich gerade auf die wieder deutlich aufgehellten Exportaussichten, sagte er dem "Handelsblatt".

Doch so manche dieser Chancen kann nicht umfassend genutzt werden: Der DIHK-Umfrage zufolge, die auf den Antworten von bislang 4.000 Exportfirmen beruht, sehen beispielsweise 22 Prozent der Chemieunternehmen ihre Finanzierungsprobleme vor allem im Exportgeschäft. Im Herbst 2009 hatten das nur 14 Prozent angegeben. Unter den Metallerzeugern kletterte der Anteil derer, der dieser Aussage zustimmten, noch stärker: von 4 auf aktuell 19 Prozent.

Noch schwieriger ist die Lage der Investitionsgüterproduzenten. So klagen 33 Prozent der Maschinenbauunternehmen und 21 Prozent der Firmen im Fahrzeugbau über verschlechterte Kreditkonditionen für das Exportgeschäft.

Die größten Probleme mit der Ausfuhrfinanzierung hat allerdings der Exportgroßhandel: Hier berichten 39 Prozent der Unternehmen von Schwierigkeiten. Der DIHK führt die Entwicklung vor allem darauf zurück, dass die Kreditinstitute die Abnehmerländer deutscher Lieferungen heute als deutlich riskanter einstufen als noch vor der Krise. Gerade bei wieder anziehender Auslandsnachfrage steigen damit die Zinsen, die Anforderungen an die Sicherheiten und die Kosten für die Kreditversicherungen. Darüber hinaus mangelt es bei vielen größeren Projekten an Konsortialpartnern, die sich hier vorher noch sehr engagiert hatten – wie zum Beispiel einige Landesbanken.

Hans Heinrich Driftmann rief deshalb die Banken auf, "die wieder besseren Exportperspektiven beim Rating der Unternehmen und somit bei der Kreditvergabe stärker zu berücksichtigen". Bei der Absicherung von Exportfinanzierung solle Politik "nicht erst dann reagieren, wenn Aufträge mangels Finanzierung nicht angenommen werden können", kritisierte der DIHK-Präsident.

Er forderte, das KfW-Programm für den Ankauf bundesgedeckter Exportkredite zur Verbesserung der Refinanzierungsmöglichkeiten "unbedingt über das laufende Jahr 2010 hinaus" zu verlängern. Ohne diese Planungssicherheit würden die Kreditinstitute das Programm kaum nutzen, warnte Driftmann. Zugleich dürften die Konditionen des Programms nicht zu restriktiv sein.

Und: "Auch eine Verlängerung oder zumindest Übergangslösungen bei der staatlichen Exportkreditversicherung für Lieferungen in EU- und OECD-Länder sollte in Betracht gezogen werden."

(DIHK)


 


 

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