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Innovationsfähigkeit

Baden-Württemberg weiterhin mit der höchsten Innovationsfähigkeit innerhalb der Europäischen Union

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes liegt Baden-Württembergs Innovationsfähigkeit innerhalb der Europäischen Union nach wie vor auf Platz 1. In keiner anderen der 65 untersuchten EU-Regionen wird im europäischen Regionenvergleich ein höherer Anteil der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung investiert, in keiner ist der Beschäftigtenanteil forschungsintensiver Industriezweige höher und in keiner werden – bezogen auf die Bevölkerungszahl – mehr Patente angemeldet als in Baden-Württemberg.

»Zu den bisherigen High-Tech-Hochburgen des Landes, dem Landkreis Böblingen, dem Bodenseekreis und der Landeshauptstadt Stuttgart, gesellt sich mit Ulm neuerdings ein weiterer innovationsstarker Stadtkreis«, so Dr. Carmina Brenner, die Präsidentin des Statistischen Landesamtes.

Weitere Regionen mit einer außerordentlich hohen Innovationsfähigkeit sind Berlin, die französische Hauptstadtregion Île de France und Bayern. Gemeinsam mit Baden-Württemberg bilden sie das Spitzenfeld im Innovationsindex 2008. Die übrigen deutschen Bundesländer verteilen sich weit überwiegend im Vorder- und Mittelfeld gemeinsam mit Ländern wie Österreich und Dänemark oder den Regionen Comunidad de Madrid (ES) und Bassin Parisien (FR). Im Hinterfeld sind neben der italienischen Region Sud, der spanischen Region Centro und der französischen Region Ouest beispielsweise auch Portugal sowie die baltischen Staaten zu finden. In der Schlussgruppe des Innovationsindex finden sich drei polnische Regionen, die französischen Übersee-Departements sowie die neuen EU-Mitgliedsländer Rumänien und Bulgarien.

Hervorragendes technologisches Niveau in Baden-Württemberg.

Ausschlaggebend für die Spitzenposition Baden-Württembergs ist vor allem die außerordentlich starke technologische Basis des Landes. Nirgendwo anders sind der Anteil der Erwerbstätigen in forschungsintensiven Industriezweigen und die Patentdichte höher als im Südwesten Deutschlands. So arbeiteten zuletzt rund 18 Prozent aller Berufstätigen in FuE-intensiven Industriezweigen, beispielsweise im Fahrzeug- und Maschinenbau oder im Bereich »Medizin-, Mess-, Steuer - und Regelungstechnik, Optik«. Im europäischen Durchschnitt (EU-27) liegt dieser Anteil nur bei unter 7 Prozent . Weiterhin wurden – bezogen auf 1 Mill. Einwohner – von heimischen Erfindern etwa 5-mal so viele Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet wie im Durchschnitt aller 27 EU-Länder.

Darüber hinaus investiert Baden-Württemberg mit Ausgaben in Höhe von knapp 13,7 Milliarden Euro 4,2 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung und ist damit bei der sogenannten FuE-Intensität europaweit führend (EU-Durchschnitt: 1,8 Prozent ). Auch bei der FuE-Personalintensität, dem Anteil des FuE-Personals an den Erwerbspersonen insgesamt, liegt Baden-Württemberg mit knapp 2 Prozent auf einem europäischen Spitzenplatz. Deutlich schwächer abgeschnitten hat das Land dagegen erneut beim Anteil der Erwerbstätigen in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen – dazu zählen neben Ingenieur-, Finanz- und IT-Dienstleistungen beispielsweise auch Dienstleistungen aus dem Bereich Logistik , Gesundheit und Medien. Hier liegt Baden-Württemberg unter dem Durchschnitt aller 27 Länder der EU. Der geringe Erwerbstätigenanteil in wissensintensiven Dienstleistungen ist aber auch ein Spiegelbild der großen Bedeutung forschungsintensiver Industriebranchen im Land, die zudem viele Dienstleistungsfunktionen im Unternehmen selbst ausführen. Wissensintensive Dienstleistungen gewinnen im Innovationsprozess des Landes jedoch an Bedeutung. Dies zeigt sich insbesondere an einem überdurchschnittlichen Anstieg des FuE-Personals in den unternehmensnahen Dienstleistungen – in Baden-Württemberg waren hier zuletzt über 7 300 Personen mit FuE beschäftigt, mehr als in jedem anderen Bundesland.

Landkreis Böblingen, Bodenseekreis und Stadtkreis Stuttgart sind bei der Innovationsfähigkeit führend.

Der für die Kreise Baden-Württembergs berechnete Innovationsindex belegt, dass Baden-Württemberg seine hohe Innovationskraft in erster Linie der Region Stuttgart verdankt. Zwei Kreise der Region, der Landkreis Böblingen und der Stadtkreis Stuttgart liegen im Spitzenfeld der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs. Eine hohe Innovationskraft zeigt der Index auch für den Bodenseekreis. Die drei führenden Stadt- und Landkreise verdanken ihre gute Position in erster Linie dem hohen Niveau ihrer Innovationsfähigkeit. Der im Gesamtindex führende Landkreis Böblingen stützt sich vor allem auf seine forschungsintensiven Industriezweige. Der Anteil der in diesem Sektor tätigen Beschäftigten lag im Kreis Böblingen mit nahezu 38 Prozent landesweit am höchsten und weit über dem Landesdurchschnitt (20,5 Prozent ). Darüber hinaus liegt die FuE-Intensität der Wirtschaft im Kreisvergleich gemessen an den internen Forschungsausgaben nirgendwo höher als im Landkreis Böblingen. Auch die gute Platzierung des Kreises bei den Patentanmeldungen aus Wirtschaft und Wissenschaft passt in das Bild eines von forschungsintensiven Branchen geprägten Kreises.

Die hohe Innovationsorientierung des Bodenseekreises mit Friedrichshafen als wirtschaftlichem Zentrum geht vor allem auf eine hohe Forschungsintensität zurück: Nirgendwo war landesweit eine höhere FuE-Personalintensität der Wirtschaft zu verzeichnen als im Bodenseekreis. Zudem belegt dieser Landkreis einen Spitzenwert bei den auf die Einwohnerzahl bezogenen Patentanmeldungen. Auch die Innovationsstärke des Stadtkreises Stuttgart drückt sich vor allem in einer sehr hohen FuE-Intensität der Wirtschaft aus. Hier macht sich bemerkbar, dass Großunternehmen wie zum Beispiel Daimler und Behr in der Landeshauptstadt nicht nur ihren Hauptsitz, sondern auch Forschungs- und Entwicklungsstätten haben. Die technologische Leistungsstärke Stuttgarts ist darüber hinaus auf ein dichtes Netz von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zurück zu führen, die häufig eng mit der Wirtschaft verbunden sind. »Gerade Regionen, die bereits ein hohes Innovationsniveau erreicht haben, werden ihren Vorsprung nur halten können, wenn sie ihre Forschungsanstrengungen effizient miteinander vernetzen«, so Dr. Carmina Brenner. Während im Bodenseekreis und im Landkreis Böblingen ein sehr hoher Beschäftigtenanteil in der forschungsintensiven Industrie deutlich wird, sind in der Landeshauptstadt überdurchschnittlich viele Personen in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen tätig.

Mit dem Stadtkreis Ulm konnte im Innovationsindex 2008 erstmals ein neuer Kreis in die Spitzengruppe aufrücken. Neben einem bereits im Innovationsindex 2006 erreichten hohen technologischen Niveau vollzog der Stadtkreis Ulm im Untersuchungszeitraum eine überdurchschnittliche Steigerung seiner Innovationsfähigkeit. Das gute Abschneiden ist dabei unter anderem darauf zurückzuführen, dass es im Stadtkreis Ulm – entgegen dem landesweiten Trend – in den letzten Jahren zu einem Anstieg bei den Existenzgründungen im Hochtechnologiesektor gekommen ist. Das hohe technologische Niveau steht in Ulm auf einer breiten Basis: Mit Ausnahme des Beschäftigtenanteils in forschungsintensiven Industriezweigen liegen alle Indikatoren – von der Forschungsintensität über den Beschäftigtenanteil in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen, den High-Tech-Existenzgründungen bis zur Patentdichte – auf einem hohen oder sehr hohen Niveau.

Quelle und weitere Informationen: www.statistik-bw.de

(Redaktion)


 


 

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