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Frauen und Auto

Beliebt sind natürlich-weibliche Formen

Drücken Frauen ihren persönlichen Stil und ihre Individualität auch mit einem Auto aus? Das wollte das Kompetenzzentrum Frau und Auto der Hochschule Niederrhein von 200 Autofahrerinnen aller Altersgruppen wissen. Vier Master-Studentinnen legten ihnen insgesamt 49 Stil-Ausprägungen vor und baten, eine Rangordnung entsprechend ihrer persönlichen Präferenz vorzunehmen. Das Ergebnis überrascht: Auf Platz eins landete unangefochten der Ford Focus Cabrio.

Keine einzige Befragte mochte nur einem einzigen Stil in den sieben Haupt-Stilrichtungen treu bleiben, bevorzugt wurden Stil-Mixe. „Erfrischende Collagen bunt gemischter Präferenzen“, kommentiert das Professorin Dr. Doris Kortus-Schultes. Gemeinsam mit den Master-Studentinnen Sarah Lasseur und Carola Brüne sowie der Diplom-Designingenieurin Marina Glabisch-Boeckh veröffentlichte die Institutsleiterin die Ergebnisse als Band 2 der Schriftenreihe des Kompetenzzentrums (Cuvillier Verlag Göttingen).

Zwar fahren Frauen überwiegend Klein- und Kompaktwagen, aber das muss nicht auf einen persönlichen Stil hindeuten, sondern könnte vor allem finanzielle Gründe haben, so die Annahme der Forscherinnen. Bei der Befragung hatten die Autofahrerinnen deshalb ihre Wahl fast ausschließlich in Pkw-Klassen zu treffen, die in der Realität von Frauen unterproportional häufig gehalten werden. Das Ergebnis, so die Erwartung, könne der Industrie Hinweise auf die ziel- und stilgruppengenaue Ansprache der Neuwagen-Käuferinnen liefern. Deren Anteil ist, begünstigt durch die staatliche Abwrackprämie, im ersten Quartal 2009 um satte sechs Prozent auf 37,8 Prozent gestiegen.

Natural Feeling

Das unangefochten beliebteste Modell war in der Erhebung ein Ford Focus Cabrio, stilmäßig dem „Natural Feeling“ zugeordnet – ein weiblicher Look, klare und weiche Linien, warme Braun- und Grautöne, insgesamt sehr feminin. Viel Anklang fand auch ein VW Bus T1 Samba, besser bekannt als „Bulli“, der für „Individual Expression“ steht – bunt und lebenslustig, jung und unabhängig, frei und lebhaft, mit frischen, kräftigen Farben. Auch der Peugeot 4007, ein SUV-Modell, weckte als Repräsentant des „Casual Call“ Besitzerwünsche. Ihn kennzeichnet eine natürliche Art und Weise, die Nutzen und Komfort verbindet, völlig unverbraucht. „Nur ein kleinerer Teil der Befragten, und hier vor allem beruflich ambitionierte Frauen, entschied sich für den Maybach Excelero als favorisiertes Modell. Abgeschlagen auf den Rängen landeten zwei Sportwagenmodelle und das Schlusslicht bildet das Luxusauto schlechthin, der Rolls Royce V Phantom“, zeigt sich auch Autoexpertin Kortus-Schultes einigermaßen verwundert. Denn es ist immerhin das bevorzugte Fortbewegungsmittel der Queen. Und Geld spielte zumindest bei dieser Befragung keine Rolle.

Auch die Bekleidungsstile, die auf die hinteren Ränge verwiesen wurden, lassen Rückschlüsse auf die Verkörperung von Lebenswelten zu: Der keck-agressiv wirkende Bekleidungsstil „Vivienne Vintage“ schafft es trotz Freizeit-Look nur auf Rang 5, der konservative Bekleidungsstil der Design-Richtung „Be Burberry“ auf Rang 6. Als am wenigsten nachahmenswert wurde ein ausgehfertig gestyltes Party-Girl eingestuft. Deutsche Autofahrerinnen lassen sich eben nicht vorschreiben, wo es lang zu gehen hat, sie gehen ihren eigenen Weg – was der Industrie die stilgruppengenaue Ansprache umso schwieriger macht. Und vielleicht haben Frauen es ja auch überhaupt nicht nötig, so wie Männer ihre Persönlichkeit mit der Wahl der Automarke zu unterstreichen? Das gelingt ihnen vielleicht sogar besser mit einem Paar besonders schöner Schuhe.

(Redaktion)


 


 

Dr. Doris Kortus-Schultes

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