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Das Herz bekommt eine glänzende Hülle

Freiburger Bibliotheksumbau geht in zweite Phase

Für den Altphilologen und Freiburger Unirektor Hans-Jochen Schiewer ist sie „das Herz der Universität“: Die zwischen 1973 und 1978 erbaute Unibibliothek (UB) im Freiburger Stadtkern, die derzeit über den Zeitraum von fünf bis sechs Jahren für 44 Mio. Euro saniert und umgebaut wird, ist zwei Jahre nach Sanierungsbeginn entkernt und von Altlasten befreit zum nackten Rohbau geworden.

Nun beginnen in den kommenden Wochen die Rückbauarbeiten in dem Gebäude, das seit seinem Bau vor dreieinhalb Jahrzehnten als Betonklotz und optischer Schandfleck in der Freiburger Innenstadt oft kritisiert wurde. Alles, was „energetisch und statisch ungesund“ sei, fliegt raus, so Baudirektor Karl-Heinz Bühler.

Die anstehenden Arbeiten werden zu einigen Belastungen für die Freiburger Innenstadt führen, kündigen Schiewer und Bühler an. Es wird rund um die UB zu Sperrungen und Teilsperrungen der Straßen kommen, und die Arbeiten werden „hörbar, sichtbar und riechbar“ sein, so Schiewer. Zum Wintersemester 2013/14 soll die UB dann in neuem Glanz erstrahlen. Dafür wird eine Fassade aus Chromstahlplatten sorgen, so der Basler Architekt Heinrich Degelo, der den Entwurf des Neubaus gestaltet hat. Die UB werde zum architektonischen Ausrufezeichen, ist Schiewer überzeugt. Und sie werde ein Teil des Gesamtkonzepts der Umgestaltung des Rotteckrings zur autofreien Zone mitten in Freiburg, so Schiewer weiter.

Den 44 Mio. Euro Investitionssumme des Landes stehen dank Wasserkühlung und energetischer Sanierung künftig bis zu 700.000 Euro niedrigere Energiekosten im Jahr gegenüber, betont Karl-Heinz Bühler. Die alten Klimaanlagen sind längst ausgebaut. Und Bibliotheksleiterin Antje Kellersohn ergänzt, dass die UB auch nach der Sanierung Tag für Tag 24 Stunden lang geöffnet sein werde, wie dies nun schon seit zwei Jahren am provisorischen Bibliotheksstandort in der alten Freiburger Stadthalle der Fall ist. In der UB werden rund 1700 Arbeitsplätze bereit stehen, laut Kellersohn ist das eine Spitzenzahl im Vergleich zu anderen Standorten. Ihr Team wird im 5. Geschoss ein Großraumbüro beziehen.

Der Umbau ist eine logistische Herausforderung, die Bühler als „anspruchsvoll, aber nicht direkt gefährlich“ bezeichnet: In den Kellergeschossen der Baustelle befindet sich das UB-Magazin mit 3,5 Mio. Büchern, die auch während der Bauzeit immer verfügbar sind. Dort wird fleißig geschafft, während oben der Bagger und der Presslufthammer im Einsatz sind. Doch wird auch die jetzige Sanierung nicht das Ende der Arbeiten an dem Gebäude sein, betonen Degelo und Bühler: Das Haus wird durch mehrere tausend Studenten jeden Tag benutzt und somit auch wieder abgenutzt. „In 25 Jahren wird man wieder über Sanierungen sprechen müssen“, betont Degelo. Bis dahin, so seine Überzeugung, werde der Chromstahl an der Außenhülle „schön altern“.

(Ralf Deckert)


 


 

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