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Bilanzrecht

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

Die Bundesregierung hat im Mai 2008 den Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) beschlossen. Damit geht die umfassendste Änderung des Handelsgesetzbuches (HGB) seit über 20 Jahren in die letzte Phase.

Geplant war zunächst, das Gesetz noch Ende 2008 zu verabschieden. Derzeit steht nach Presseberichten aber wohl zu erwarten, dass das Gesetz erst zu 2010 in Kraft treten wird. Der Rechtsauschuss des Deutschen Bundestages führt erst am 17. Dezember 2008 die nächste Expertenanhöhrung durch. Auch die aktuellen Auswirkungen der "Finanzmarktkrise" bedrüfen noch der Bewertung. Die Bestimmungen des neuen Bilanzrechts könnten danach im Wesentlichen erstmals auf die Abschlüsse für nach dem 31.12.2009 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden sein. Diskutiert wird noch, zu Gunsten der betroffenen Unternehmen, die Anhebung Schwellenwerte des § 267 HGB rückwirkend zum 01.01.2008 wirken zu lassen.

Ein Schwerpunkt der geplanten Reform liegt in der Deregulierung und Kostensenkung zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen. Hierzu sollen Einzelkaufleute von der handelsrechtlichen Buchführungspflicht befreit werden, wenn sie nur einen kleinen Geschäftsbetrieb unterhalten. Dies soll der Fall sein, wenn sie 500.000 Euro Umsatz und 50.000 Euro Gewinn pro Geschäftsjahr nicht überschreiten. Zugleich sollen die für die Informationspflichten der Unternehmen entscheidenden Schwellenwerte des § 267 HGB um 20 Prozent angehoben werden.


Außerdem zielt der Entwurf darauf ab, die Aussagekraft des handelsrechtlichen Jahresabschlusses zu verbessern. Laut Begründung zum Gesetzentwurf soll durch eine Annäherung der Vorschriften des HGB an die Bilanzierungsregeln des International Financial Accounting Standards ( IFRS ) eine Verbesserung der Aussagekraft des Jahresabschlusses erreicht werden. Damit werden erstmals IFRS-nahe Elemente in das HGB einfließen.

Die geplanten Änderungen haben nach Auffassung von Experten umfassende Auswirkungen auf das Eigenkapital und die Besteuerung der betroffenen Unternehmen. Die Neuerungen können sich auch auf die Refinanzierung der Gesellschaften auswirken. Das Aktivieren von immateriellen Vermögensgegenständen kann beispielsweise zu einer erheblichen Veränderung der Eigenkapitalsituation führen.


Bilanzierende sollten daher bereits frühzeitig mögliche Änderungen des künftigen HGBs simulieren. In der Übergangsphase ist ferner auch der Aufwand für die Umstellung zu berücksichtigen.

(lifepr )


 


 

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